Newsticker

Börsengang des Tübinger Biotechunternehmens CureVac erwartet
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Was der neue Kopf des Stadtjugendrings plant

Augsburg

14.11.2019

Was der neue Kopf des Stadtjugendrings plant

Beim Modularfestival hat Jonas Riegel als Volontär angefangen. Jetzt ist er der Vorsitzende des Stadtjugendrings, der das Festival ausrichtet.
Bild: Silvio Wyszengrad

Pfadfinder, Modular-Helfer und jetzt Vorsitzender: Der 30-jährige Jonas Riegel engagiert sich schon lange an vielen Stellen. Er will andere anstecken und will der Jugend mehr Mitspracherecht verschaffen.

Ehrenamtliches Engagement gehört schon lange zum Leben von Jonas Riegel. Nur während bei vielen Menschen der Einsatz mit dem Eintritt ins Berufsleben erst einmal abnimmt, hat er nochmals eine Schippe draufgelegt. Seit wenigen Monaten ist der 30-Jährige der Vorsitzende des Stadtjugendrings Augsburg. Für ihn die optimale Position, um auf kommunaler Ebene etwas bewegen zu können. „Ich will gestalten und andere dabei mit ins Boot nehmen“, sagt er. Ehrenamtliches Engagement begleitete ihn von klein auf. Der Augsburger folgt seinen zwei älteren Geschwistern zu den Pfadfindern. Erst besucht er Treffen und Veranstaltungen des Stammes der Weißen Rose in Haunstetten, später leitet er eine Kinder- und dann eine Jugendgruppe. Die Gemeinschaft der Pfadfinder fasziniert ihn bis heute. „Das Zusammensitzen am Lagerfeuer hat etwas von Magie. Dort kommen ganz andere Gespräche als sonst wo zustande“, weiß er.

Jonas Riegel: "Soziales Engagement ist einfach meins"

Für ihn sei es immer Anreiz gewesen, andere junge Menschen außerhalb seiner Schule kennenzulernen. Nach seinem Abitur am Gymnasium bei St. Stephan machte er seinen Bachelor in Medien- und Kommunikationsdesign in Stuttgart, für seinen Master kam er wieder nach Augsburg zurück und blieb. Als Teamleiter arbeitet er inzwischen bei Team23 in der Softwareentwicklung. Trotz Studium, Praktika, Werkstudententätigkeiten und beruflichen Karriereschritten ließ er aber seinen ehrenamtlichen Einsatz nie schleifen. „Soziales Engagement ist einfach meins“, sagt er. Er engagierte sich für die Pfadfinder auf europäischer Ebene und arbeitete als Vorstandsreferent bei der Diözese in der Öffentlichkeitsarbeit. „Dort entwickelte ich Konzepte für Social Media und Medienarbeit“, sagt er.

Regenwetter und tapfere Festival-Gäste - Tag 3 auf dem Modular

Was der neue Kopf des Stadtjugendrings plant

Als Freiwilliger half er schließlich auch beim Jugendfestival Modular mit, das der Stadtjugendring (SJR) im Auftrag der Stadt organisiert. Rund 450 ehrenamtliche junge Menschen helfen Jahr für Jahr mit, das Festival auf die Beine zu stellen. Ein Konzept, für das der Stadtjugendring bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. „Ich habe im Bereich der Crew-Verpflegung angefangen und dann für den Wittelsbacher Park ein Nachhaltigkeitskonzept erarbeitet“, berichtet er. Gemeinsam mit anderen Volontären traf er Vorkehrungen, wie der Park möglichst schonend für das Festival genutzt werden konnte. „Mir ist es wichtig, dass andere Menschen mitmachen und teilhaben können“, betont er. Das ist ein Punkt, den er sich auch als neuer Vorsitzender des Stadtjugendrings auf die Fahnen geschrieben hat. Nachdem er seit 2017 als Beisitzer beim Stadtjugendring tätig war, ließ er sich zur Wahl aufstellen, als in diesem Jahr Franz Schenck sein Amt niederlegte.

In den vergangenen Monaten hat er sich in sein neues Amt eingearbeitet – was mitunter zu einer Teilzeitstelle auswächst, wie auch seine Vorgänger schon bestätigten. Jonas Riegel hat sich viel vorgenommen: Die Digitalisierung soll als Thema weiter in den Vordergrund rücken. „Wir wollen Medienkompetenz vermitteln“, sagt er. Nachhaltigkeit und Partizipation sind ihm in seiner neuen Funktion ebenfalls wichtig. Er will mit dem Stadtjugendring Haltung zeigen, eine Meinung vertreten und sich für Jugendliche in der Politik einsetzen.

Stadtjugendring: Wahlrecht ab 14 Jahre

Der Stadtjugendring und er setzen sich wiederum auch dafür ein, dass die Jugendlichen selber Gehör in der Politik finden. Genauso wie der Bayerische Jugendring setzen sie sich für die Absenkung des aktiven Wahlrechts für Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen auf das 14. Lebensjahr ein. „Junge Menschen können sehr wohl in diesem Alter entscheiden, ob sie wählen gehen können und wollen oder nicht.“ Mit der U-18-Wahl lässt der Stadtjugendring bereits seit Jahren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wählen – jeweils einige Tage vor dem regulären Termin.

Was zweifelsohne ein wichtiges Thema für ihn bleiben wird, ist das Modularfestival. „Ich bin immer noch einer von 450 Volontären. Für mich ist es wichtig, die Freiheit dieses Festivals zu wahren und es weiterzuentwickeln.“ Sein ehrenamtliches Engagement empfindet Jonas Riegel als Bereicherung: „Ich habe in jedem Amt bisher genauso viel für mich gelernt, wie in einem Job“.

Das könnte Sie auch interessieren:

Das Modularfestival fährt ein hohes Minus ein

Stadtjugendring: Das Modular-Festival ist das Aushängeschild

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren