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Augsburg

09.07.2020

Wegen Corona: Die meisten Paare heiraten lieber erst 2021

Heiraten mit Verspätung: Johanna Stadler und Michael Zink haben ihre Hochzeit wegen Corona um ein Jahr verschoben.
Bild: Robert Hagstotz

Plus Die Corona-Einschränkungen haben die Pläne vieler Hochzeitspaare vereitelt. Die meisten haben ihre Feiern verschoben. Das klappt nicht immer.

Wie „der schönste Tag im Leben“ aussehen soll, dazu haben wohl die meisten Paare eine sehr genaue Vorstellung. Gesichtsmaske, Abstandsregeln und eine Beschränkung bei der Gästezahl gehören in aller Regel nicht dazu. Das Coronavirus hat die Hochzeitspläne unzähliger Paare in Augsburg gehörig durcheinandergewirbelt. Und auch die Dienstleister rund um die Feierlichkeiten müssen mit geplatzten Buchungen, Terminschwierigkeiten und anderen Widrigkeiten zurechtkommen.

Das Coronavirus verunsichert Hochzeitspaare in Augsburg

Eine schöne, sommerliche Hochzeitsfeier im Kreise von guten Freunden und der Familie hatten sich Johanna Stadler und Michael Zink für den August ausgemalt. Die Planungen waren weitgehend abgeschlossen, von der Örtlichkeit für die Feier bis zum Fotograf war alles in trockenen Tüchern. Dann kam Corona. „Plötzlich war alles unsicher. Dürfen wir feiern? Mit wie vielen Menschen dürfen wir feiern?“, berichtet Michael Zink. Als klar war, dass bis Ende August alle Großveranstaltungen abgesagt würden, entschied sich das Paar, auch die eigene Hochzeit um ein Jahr zu verschieben. Und ist im Nachhinein heilfroh über die frühe Entscheidung.

„Hochzeitsvorbereitungen sind stressig genug, da braucht man nicht auch noch die Unsicherheit, ob die Hochzeit überhaupt stattfinden kann“, sagt Braut Johanna Stadler. Sie gewinnt der Situation auch etwas Positives ab: „Jetzt haben wir ein ganzes Jahr länger Zeit, die Vorbereitung zu genießen.“ Auch finanziell hat es sich ausgezahlt, rechtzeitig mit den Dienstleistern zu sprechen. „Wir hatten einen Riesen-Dusel“ sagt Stadler. „Bis auf die 25 Euro Vorauszahlung fürs Standesamt haben wir keine zusätzlichen Kosten.“ Alle Dienstleister hätten sich kulant verhalten und die Verschiebung mitgetragen.

Diese Erfahrung macht auch die Augsburger Hochzeitsplanerin Bettina Penzio. Bis auf wenige Ausnahmen hat sie mit ihren Paaren alle Hochzeiten ins nächste Jahr geschoben. „Die Paare wollen einen Termin, der möglichst keine Einschränkungen mehr befürchten lässt“, erklärt sie. Die Dienstleister hätten sich flexibel gezeigt, um auch die neuen Termine möglich zu machen.

Wegen Corona sind bereits viele Hochzeitstermine 2021 belegt

Vom Gastronom über Fotografen, Makeup-Artist und Friseur bis zum DJ hätten alle großes Verständnis für die Nöte der Brautleute. „Die Hochzeit zu verschieben ist unangenehm genug, da muss man nicht auch noch Ärger mit der Stornierung haben“, sagt die Hochzeitsplanerin. Schwieriger werde es schon, den Wunschtermin für die Feier im kommenden Jahr zu ergattern. Da Hochzeiten einen Vorlauf von mindestens einem Jahr haben, seien auch ohne Corona viele Termine für 2021 bereits belegt.

Aber wenn man sich beispielsweise auf eine Hochzeit an einem Donnerstag einlasse, gäbe es auch jetzt noch gute Termine. Auch Feierörtlichkeiten seien stark gebucht. „Aber wenn man etwas flexibel bleibt, gibt es noch eine Menge tolle Locations“, so Bettina Penzio.

Wegen Corona heiraten aktuell weniger Paare.
Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Nicht immer zeigen sich die Dienstleister kulant, musste aber Filiz Uzümcü erfahren. Die türkischstämmige Braut wollte Anfang Juli ihren Verlobten in Augsburg heiraten – mit 200 Gästen, von denen viele aus der Türkei anreisen sollten. Den Vertrag mit einer Gaststätte unterschrieb sie im Februar. Immer wieder habe sie die Gastronomin, die auch als Hochzeitsplanerin auftrat, gefragt, wie sie sich verhalten sollten, immer wieder hieß es „abwarten“.

Nicht alle Hochzeiten lassen sich wegen Corona einfach so verschieben

Als endgültig klar war, dass eine Feier mit 200 Personen unmöglich ist, und man sich auch nicht auf einen Ersatztermin einigen konnte, wollte sie den Vertrag rückabwickeln. Doch die Pächterin bestehe auf 85 Prozent des ausgemachten Betrages als Stornogebühr, beklagt sich die Braut. „Sie hat uns allen Ernstes vorgeschlagen, in zwei Schichten zu heiraten, damit alle Gäste unterkommen“, berichtet sie. Mittlerweile beschäftigen sich die Anwälte mit der nicht stattgefundenen Hochzeit.

Jede Woche werden gerade etwa zehn Hochzeiten verschoben, sagt Standesamtschef Karl Krömer. In „normalen“ Jahren finden in Augsburg rund 1250 Trauungen statt. In diesem Jahr werden es weniger sein, die Zahl lässt sich noch nicht genau voraussagen.

Als die Pandemie losging, hätten noch viele Paare die Hochzeit in die zweite Jahreshälfte verlegt, nun wichen die meisten ins nächste Jahr aus. Bis September sind alle Freitage und Samstage ausgebucht, unter der Woche gebe es noch einzelne Termine.

Wer sich über die aktuellen Corona-Regeln für die Hochzeit erkundigen will, kann das auf der Homepage der Stadt tun unter der Adresse www.augsburg.de/heiraten.

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