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Amateurtheater

14.11.2019

Wenn Porträtbilder lebendig werden

Wendet sich im Hause Korngeist (vorne Elke Stempfle als Dienstmädchen, Alfred Raunecker als Geschäftsführer und Stephan Rothe als Brennmeister) alles zum Guten? Die Firmengründer (im Bilderrahmen) sehen das skeptisch.
Foto: Michael Hochgemuth

Leichtes Gruseln bei den Christköniglichen Theaterern mit dem Schwank „Korngeister“. Wo Eheprobleme sogar noch posthum aufgearbeitet werden

Das Gründerehepaar der stolzen Destillerie Korngeist ist längst verblichen und nur noch in Form von gerahmten Fotografien im Hause präsent. Doch hat es nicht den Anschein, als würden die Abbilder von Karl und Karoline Korngeist (Bernhard Hoffmann und Monika Marsch) sich ab und zu ein bisschen regen und sogar in die aktuelle Geschäftspolitik einschalten? Das ist die Grundidee des Schwanks „Korngeister“ von Andreas Heck, den die Christköniglichen Theaterer gerade auf die Bühne bringen.

Regisseurin Lissy Tschech ersetzt zwischen dem ersten und dem zweiten Akt die Porträtbilder durch Fenster, hinter denen wirkliche Personen sitzen, die also ein geisterhaftes Nachleben führen. Ihr Eingreifen ist bitter nötig, denn Geschäftsführer Hans Bleibtreu (Alfred Raunecker) und Brennmeister Bruno Brand (Stephan Rothe) steuern gerade auf die Pleite zu.

Zwar taucht in dieser Situation der Sohn der Firmengründer, Raphael (Robert Scheck), auf, der sich vor vielen Jahren aus dem Staub gemacht hatte und nun angeblich die Brennerei wieder flott machen will. Aber meint er es wirklich ehrlich? Raphaels Töchter Bea und Emily (Tina Schmid und in ihrer ersten Rolle Christina Finkel) wie auch Dienstmädchen Anna (Elke Stempfle) schöpfen bald Verdacht, dass es der Vater in Wirklichkeit auf das Geheimrezept des Korngeists und einen ominösen Schatz auf dem Firmengelände abgesehen hat. Um an das Rezept heranzukommen, setzt er die zwielichtige Dame Uta Müller alias Chantale de la Tour (Christl Forster) ein, die sich an Brennmeister Brand heranmacht. Er selbst steigt durch eine Geheimtür in die Unterwelt ein, um den Schatz zu bergen. Doch die Geister von Karl und Karoline sind entschlossen, das Schlimmste zu verhindern. Keine Angst: Richtig gruselig wird es nicht, wie auch die Verführung des Brennmeisters recht zurückhaltend inszeniert ist. Das hat sicher damit zu tun, dass die Theaterer eine Gruppe innerhalb der Pfarrei Christkönig sind. Dennoch spitzen sich die Ereignisse effektvoll und witzig zu. Dazu tragen auch die überzeugend entwickelten Typen bei wie Brennmeister Brand, dem die regelmäßige „Qualitätskontrolle“ bei seinen Spirituosen das Wichtigste ist, oder Dienstmädchen Anna, das zunächst mit seiner Arbeit altersbedingt überfordert scheint, aber, als es darauf ankommt, kräftig durchgreift. Das Gründerehepaar arbeitet derweil in unbeobachteten Momenten posthum seine Eheprobleme auf („Sogar tot musst du noch recht behalten“).

Die Christköniglichen Theaterer gibt es seit 23 Jahren, sie erarbeiten – ohne Mangel an Mitwirkenden – jährlich ein Stück. Der Nachwuchs wird in der Truppe Happy Kids herangezogen. Das Amateurtheater in der Hammerschmiede hat nach Aussage von Tschech Zukunft.

Samstag, 16. November, 19.30 Uhr, und Sonntag, 17. November, 16 Uhr, jeweils im Pfarrheim Edith Stein. Kartenbestellung unter Tel.: 704414.

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