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Projekt

11.02.2014

Wenn die Bettler aus Soho rappen

Ein Zaun, der die Menschen voneinander trennt oder vereint. Auf der Brechtbühne spinnen die Macher von Rapucation drum herum die Geschichte der Dreigroschenoper.
Bild: Diana Deniz

30 Schüler spielen bei „Rapucation“ die Geschichte von Mackie Messer auf der Brechtbühne

Eigentlich war die Dreigroschenoper doch immer ein Rap, denkt sich der Zuschauer in der Brechtbühne beim Schülerprojekt „Rapucation“ – so gut passt diese Darstellungsform zu den Inhalten von Brechts Welterfolg um die Bettler von Soho. Über 80 Jahre nach der legendären Uraufführung transportieren diese Geschichte Schüler der Kerschensteiner- und Albert-Einstein-Mittelschule, der Bertolt-Brecht-Realschule, der Gymnasien aus Königsbrunn und Wertingen. Sie übersetzen die Geschichte in ihre Worte, in Reime voller Wut, Rhythmus und Ausdruckskraft.

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Wut etwa über Mackie Messers Liebschaften zu diversen Damen des Londoner Stadtteils Soho. Mackie Messer wird fabelhaft dargestellt von Amer Sweidan. Seine Frau Polly (Sara Oswald) liefert sich ein starkes Wortgefecht mit Kontrahentin Lucy (Lena Korhammer). „Hoho, ich habe gehört da gibt’s eine Schönheit in Soho, soso“, rappt Lucy und geigt Mackies Braut ihre Meinung. Neben dem Sprechgesang ziehen auch eindrucksvolle Streetdance-Einlagen die Zuschauer in das Stück.

Knapp 30 junge Menschen sind im Einsatz: Unterschiedliche Milieus und Bildungswege stellen für die gelungene Zusammenarbeit keine Barriere dar. Im Gegenteil. Gerade diese Mischung gibt dem Stück einen glaubhaften Anstrich. Seit 2006 vermitteln die Berliner Macher von Rapucation um Robin Haefs Bildungsinhalte mithilfe von Hip-Hop-Musik. Texter, Produzenten und Erziehungswissenschaftler arbeiten dabei Hand in Hand.

Mit Erfolg, wie man sieht: Gerade einmal zwölf Probetage benötigte das Team für die professionelle Umsetzung. Das Gefühlswirrwarr des Stoffes – der Vorlage von Brechts Dreigroschenoper, der „Beggar’s Opera“ von John Gay, entnommen – wurde in ein Flüchtlingslager verlegt. Projektionen an den Wänden und das wohldosierte Bühnenbild geben den richtigen Rahmen für die ausdrucksstarke Aufführung.

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