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Serie: Gesundheit

10.01.2020

Wenn man aufs Essen allergisch reagiert

Nüsse zählen zu den Lebensmitteln, die bei vielen Menschen Allergien auslösen.
Bild: Fotolia

Fast jeder Dritte verträgt bei der Ernährung nicht alles. Tendenz steigend. Ein Experte der Augsburger Kinderklinik verrät, was Eltern tun können und wo sie aufpassen müssen.

Nahrungsmittelallergien treten bei Kindern, bei Heranwachsenden wie auch bei Erwachsenen auf. Deshalb hat sich Oberarzt Dr. Michael Gerstlauer von der II. Klinik für Kinder und Jugendliche des Uniklinikums dazu entschlossen, sein Thema in der Ärztlichen Vortragsreihe in Stadtbergen nicht nur für die Patientengruppe zu betrachten, für die er zuständig ist, sondern sich auch mit Erkrankungen bei Erwachsenen zu beschäftigen.

Fast jeder Dritte ist betroffen

Knapp 30 Prozent der Deutschen leiden nach eigenen Angaben unter einer Nahrungsmittelallergie. Die Zahlen steigen tendenziell. Es gibt Nahrungsmittel, bei denen Allergien häufig vorkommen: Kuhmilch, Ei, Weizen (teils nur bei körperlicher Anstrengung), Gliadin (das ist ein in Weizen vorkommendes Protein), Nüsse oder bestimmte Fische. Manchmal tritt die Allergie schon im Säuglingsalter auf.

In manchen Fällen kann man darauf setzen, dass Kinder mit der Zeit eine natürliche Toleranz für den allergieauslösenden Stoff entwickeln. Zeichnet sich das ab, so lässt sich medizinisch testen, welche Mengen des Allergens vertragen werden (meist handelt es sich um geringe Spuren). Gerstlauer wird dabei über eine neue orale Methode der Toleranzinduktion bei Erdnussallergie berichten, die am Augsburger Uniklinikum in diesem Jahr eingeführt wird.

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Einer Nahrungsmittelallergie kommt man häufig durch eine Blutuntersuchung auf die Spur. Oder sie hat sich bereits, etwa durch einen Hautausschlag, geäußert. Man kann die Allergie durch Medikamente in den Griff bekommen. Gefährlich sind Nahrungsmittelallergien wegen des allergischen Schocks, den sie auslösen können. Dabei kann Lebensgefahr bestehen. Was in einem solchen Notfall zu tun ist, wird der Referent erläutern.

Mit gezielter Provokation zur Gewissheit

Gibt es einen Verdacht auf eine Allergie, so kann man sich durch eine Provokationsuntersuchung Gewissheit verschaffen. Auch darauf wird Gerstlauer näher eingehen. Mitunter stellt sich heraus, dass es sich nicht um eine Allergie, sondern um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit handelt. Der Unterschied besteht darin, dass eine Unverträglichkeit zwar Bauchschmerzen und Blähungen hervorrufen kann, aber niemals einen allergischen Schock.

Da eine Allergie von den Eltern aufs Kind übertragen werden kann, geht Gerstlauer auch darauf ein, wie Eltern ihr Kind schützen können.

Termin: Die Veranstaltung findet am 13. Januar, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Stadtbergen statt. Eintritt fünf Euro.

Ärztliche Vortragsreihe in Stadtbergen: Unsere bisherigen Beiträge

In Stadtbergen bei Augsburg ist im September die 56. Ärztliche Vortragsreihe der Volkshochschule angelaufen. Referenten der Augsburger Uniklinik und des Bezirkskrankenhauses berichten in für Laien verständlicher Sprache über neue Entwicklungen in Diagnostik und Therapie. Wir berichten stets im Vorfeld der Arztvorträge. Hier die bisherigen Beiträge:

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