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Augsburg

23.11.2017

Wo entsteht in Pfersee eine neue Kita?

 Sozialreferent vollzieht eine Kehrtwende und bringt anstelle des Bürgerhauses den Standort Spicherer-Schule ins Gespräch. Was die Arbeiterwohlfahrt und die Wohnbaugruppe dazu sagen.

Überraschende Wendung in der Diskussion um einen Standort für eine neue Kindertagesstätte in Pfersee: Sozialreferent und Bürgermeister Stefan Kiefer will jetzt eine Betreuungseinrichtung mit bis zu fünf Gruppen auf dem Areal der ehemaligen Spicherer-Schule unterbringen und darüber den Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 30. November abstimmen lassen.

Damit rückt Kiefer von seinem ursprünglichen Vorschlag ab, die Kita beim Bürgerhaus Pfersee in der Stadtberger Straße anzusiedeln. Wie berichtet, wurde diese Variante im Jugendhilfeausschuss zwar diskutiert, aber nicht beschlossen. Die Mitglieder des Gremiums sahen zu viele offene Fragen.

Im wachsenden Stadtteil Pfersee sind Betreuungsplätze für Kinder sehr gefragt. Ein weiterer Neubau ist deshalb seit Längerem im Gespräch. Es gibt auch bereits einen Stadtratsbeschluss für eine dreigruppige Kita auf dem Spicherer-Areal, das sich mittlerweile im Besitz der Wohnbaugruppe Augsburg befindet. Im vergangenen Jahr kam ein alternativer Standort im Schlösslepark ins Spiel. Die Arbeiterwohlfahrt möchte ihr Bürgerhaus um einen barrierefreien Anbau erweitern und könnte sich vorstellen, in dem Komplex auch eine Kindertagesstätte unterzubringen.

Städtebaulich ungenügend

Schon damals zeigte sich die Bürgeraktion Pfersee Schlössle von dieser Idee wenig angetan. In einer aktuellen Stellungnahme bezeichnet Vorsitzender Dietmar Egger den Bau beim Bürgerhaus als „schweren Fehler in der Entwicklung des Stadtteiles mit deutlich negativen Auswirkungen gerade für Jugendliche und Erholungssuchende in einem dicht bebauten Gebiet“. Er spielt damit auf die Verlegung eines Basketballplatzes und den Verlust eines Teils der Parkfläche an. Auch die Grünen-Stadtratsfraktion hält den Standort beim Schlösslepark nach den Worten ihrer Vorsitzenden Martina Wild für „städtebaulich ungeeignet“. Bürgeraktion und Grüne sprechen sich für den Standort auf dem Spicherer-Areal aus und bringen zudem einen Kita-Bau auf dem ebenfalls nahegelegenen Dierig-Gelände ins Gespräch.

Die Dierig-Variante will Kiefer nicht vorantreiben. Das Areal gehöre nicht der Stadt, sondern der Dierig Holding. Mit ihr habe man sich bislang nicht auf einen Kita-Neubau einigen können. Bekanntlich will Dierig auf dem Firmengelände in den nächsten Jahren Wohnungen errichten. Dieses Vorhaben, so Kiefer, begründe dort aber keinen Anspruch der Stadt auf den Bau einer Kindertagesstätte. Entscheidend ist für den Sozialbürgermeister, dass in Pfersee schnell eine weitere Einrichtung geplant und gebaut wird. Wegen der „mit Schwierigkeiten verbundenen“ Realisierung beim Bürgerhaus sei er jetzt wieder zum ursprünglich beschlossenen Spicherer-Standort zurückgekehrt, auch wenn er dem Standort beim Bürgerhaus in der Gesamtabwägung den Vorzug gegeben hätte.

In Kombination 

Betriebsträgerin des Bürgerhauses Pfersee ist die Arbeiterwohlfahrt Augsburg. Sie war es auch, die eine Bürgerhaus-Erweiterung in Kombination mit einer Kita ins Spiel brachte. „Wir hätten darin für alle Beteiligten einen Gewinn gesehen, weil dann am Spicherer-Standort Platz für mehr Wohnungen entstünde. Doch entscheiden muss das die Stadt.“ Werner Weishaupt ärgert sich vor allem darüber, dass in dieser Angelegenheit „viel Zeit vergeudet wurde. Wenn wir vor einem Jahr gewusst hätten, wie schwierig das Ganze wird, hätten wir geschaut, wie wir die Erweiterung des Bürgerhauses hinbekommen – auch ohne Kita.“

Auswirkungen hat die Kehrtwende des Sozialreferats auch auf die Wohnbaugruppe (WBG). Sie hat das Spicherer-Areal von der Stadt erworben, um dort geförderte Wohnungen zu errichten. In einer Machbarkeitsstudie hatte die WBG auf dem rund 7500 Quadratmeter großen Grundstück 60 Wohnungen und eine zweigruppige Kita für sinnvoll erachtet. Dass jetzt eine Einrichtung mit bis zu fünf Gruppen angedacht ist, verwundert Geschäftsführer Mark Dominik Hoppe. „In erster Linie ist es unsere Aufgabe, Wohnungen zu bauen.“ Bei der jetzt im Raum stehenden Größe der Kita sei dies mit einem erheblichen Verlust an Wohnungen verbunden.

Unabhängig davon, wie das Kita-Thema ausgeht, will die Wohnbaugruppe einen Architektenwettbewerb für die Bebauung des Spicherer-Geländes veranstalten. „Wir hoffen, dass bis zum Sommer 2018 ein Gewinnerentwurf feststeht, auf dessen Grundlage das Bebauungsplanverfahren in die Wege geleitet wird“, so Hoppe. Als Baubeginn peilt er 2019 an.

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