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Weltschildkrötentag

23.05.2018

Wo ist die Augsburger Campus-Schildkröte?

Im Unisee wurde im vergangenen Jahr eine tellergroße Wasserschildkröte zur Attraktion unter Studenten. Jetzt, nach dem Winter, weiß keiner, wo sie geblieben ist.
Bild: Severin Werner, Uni Augsburg (Archivbild)

Auf dem Campus der Universität Augsburg gibt es viele Tiere. Doch ein Studentenliebling wird vermisst. Das fällt nun zum Weltschildkrötentag besonders auf.

Die Campuscat ist so etwas wie ein Maskottchen der Uni Augsburg geworden. Ein rotgetigerter Kater, der auf dem Campus lebt und inzwischen eine kleine Social-Media-Berühmtheit ist. Doch fast hätte eine Schildkröte dem bekannten Kater vor einem Jahr Konkurrenz gemacht. Aber nur fast. Denn seit Herbst ist das Tier, das Mitarbeiter und Studenten vergangenes Jahr im Unisee entdeckten, verschwunden.

Seit dem Jahr 2000 gibt es den Weltschildkrötentag

Damit ist sie nicht alleine: Weltweit verschwinden immer mehr Schildkrötenarten und -populationen. Darauf will der Weltschildkrötentag aufmerksam machen, der seit dem Jahr 2000 gefeiert wird – initiiert von den Non-Profit-Organisationen American Tortoise Rescue und der Humane Society of the United States.

Meeresschildkröten zum Beispiel sind längst streng durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt. Durch die moderne Zivilisation seien die Bestände stark dezimiert worden, schreibt die Umweltstiftung WWF Deutschland auf ihrer Webseite. Mehr als 250.000 Tiere verendeten jährlich ungewollt allein in Fischernetzen der Fangflotten.

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Hat die Augsburger Uni-Schildkröte den Winter überstanden?

Dieses Schicksal hat die Campusschildkröte gewiss nicht ereilt. Dennoch bleibt sie verschollen. Dabei hatten Mathematikstudenten im Herbst noch vergeblich versucht, das Tier vor dem Wintereinbruch zu retten. Ein Tierarzt hatte ihnen empfohlen, die Schildkröte – vermutlich eine ausgesetzte amerikanische Gelbwangenschildkröte – einzufangen und einem Fachmann zur Überwinterung zu überlassen. Denn diese Art ist normalerweise in wärmeren Breitengraden beheimatet. Gerne wollte man sie an der Uni im Sommer wieder im See schwimmen sehen. Ob daraus noch etwas wird?

Die Campusschildkröte bleibt verschwunden – und ist deshalb offiziell noch namenlos

Gesucht hatten sie das Tier im Herbst vergeblich. Sogar eine Lebendfalle aus München habe man geholt, um sie mit Futter zu locken, erklärt Uni-Pressesprecher Michael Hallermayer. „Da ist sie auch nicht drauf reingefallen.“ Und jetzt? Keiner weiß, wo das Tier geblieben ist. „Wir haben länger nichts gesehen oder gehört“, sagt auch Studentin Nadja Bedoui vom Team der Pressestelle. Sie hat Hoffnung: „Vielleicht taucht sie irgendwann wieder auf.“

Vergangenes Jahr sonnte sich eine Schildkröte im Unisee. Studenten hatten vergeblich versucht, das Tier vor Wintereinbruch einzufangen.
Bild: Severin Werner, Uni Augsburg (Archivbild)

Taucht sie wieder auf, dürfte auch die Suche nach einem passenden Namen weitergehen. Darüber hatten Studenten in den sozialen Netzwerken bereits beraten. Zur Auswahl standen damals unter anderem „die uralte Morla“, "Dörte die Turtle", "Michelangelo", "Günter" oder "Campus-Turtle". Zu einem offiziellen Namen kam es nie.

Nicht nur in Augsburg gibt es eine Campusschildkröte

Da sind sie in Wernigerode schon einen Schritt weiter. Denn nicht nur in Schwaben gibt es eine Uni-Schildkröte, nein, auch in Sachsen-Anhalt: Im Teich auf dem Campus der Hochschule Harz lebt „Clothilde“. Sie ist Hochschulsprecherin Janet Anders zufolge aus einer Kleingartenanlage in der Nähe ausgebüchst. Die Zeitung berichtete, woraufhin sich der Besitzer bei der Hochschule meldete. „Mensch, das ist doch meine Clothilde“, habe er gerufen, erzählt Anders. Damit stand der Name fest.

Die Schildkröte habe für sehr viel Begeisterung gesorgt, ein paar Winter habe sie sehr gut überstanden. Doch auch Clothilde sei seit vergangenem Sommer verschwunden. „Da kann man nix machen“, sagt Anders. Man habe nie versucht, das Tier einzufangen. Eine Schildkröte, „die soll man Schildkröte bleiben lassen“, findet die Sprecherin. Die Natur mache das schon.

Augsburger Studenten haben schon neue Favoriten ausgemacht

In Augsburg sind derweil andere Tiere „der Renner“, wie Sprecher Michael Hallermayer erzählt. Vor zwei Wochen seien Baby-Enten geschlüpft, relativ zum gleichen Zeitpunkt wie im vergangenen Jahr. Und die seien „wirklich süß“ – flauschig und gelb oder schwarz.

Den Studenten bleibt am Weltschildkrötentag also nur, Baby-Enten zu beobachten. Oder vielleicht sich anderweitig mit Schildkröten zu beschäftigen. Zum Beispiel mit Kuriositäten und Rekorden...

Bertie ist die schnellste Schildkröte der Welt

Die höchste von einer Schildkröte erreichte Geschwindigkeit beträgt 0,28 Meter pro Sekunde und wurde am 9. Juli 2014 von „Bertie“ im Adventure Valley in Brasside, Großbritannien, erreicht. Damit hat das Tier einen Rekord von 1977 gebrochen und es ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Bertie ist doppelt so schnell wie eine normale Schildkröte: Würde er seine Geschwindigkeit durchgehend beibehalten, könnte er die 100 Meter in sechs Minuten schaffen. Zum Vergleich: Der jamaikanische Ex-Sprinter Usain Bolt braucht für die Strecke 9,58 Sekunden.

In Augsburg wäre man froh, die Schildkröte würde überhaupt auftauchen – und wenn sie nur faul auf einem Stein im Uni-See liegt.

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