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Porträt

19.02.2017

Zwei Augsburger wollen mit der Bahn und per Anhalter nach Asien

Leonore Sibeth und Sebastian Ohlert wollen die Welt bereisen – aber nicht mit dem Flugzeug. Sie wollen unter anderem den Zug nutzen oder per Anhalter reisen.
Bild: Bernd Hohlen

Leonore Sibeth und Sebastian Ohlert haben ihre Jobs an den Nagel gehängt und starten Anfang März eine Reise in Richtung Asien. Fliegen wollen sie dabei nicht.

Eine Auszeit nehmen, raus aus dem Alltag, Tag für Tag entscheiden, worauf man Lust hat. Diesen Wunsch haben schon viele Menschen verspürt. Leonore Sibeth, 32, und Sebastian Ohlert, 33, setzen ihn in die Realität um. In diesen Wochen räumen sie ihre Wohnung leer, verkaufen einen Teil ihrer Einrichtungsgegenstände, stellen den anderen Teil bei Freunden unter oder bringen Gegenstände ins Sozialkaufhaus.

Anfang März soll es dann los gehen: Erst einmal zur Donau. Von dort aus bis zum Schwarzen Meer und dann über die Türkei, Iran, Turkmenistan und Usbekistan immer weiter in Richtung Asien. Und das möglichst umweltfreundlich – das ist die Devise des Paars. „Natürlich hätten wir uns ein Round-the-World-Ticket kaufen können. Aber auf das Flugzeug wollen wir so weit es eben geht verzichten und mit Bus, Bahn, Schiff oder per Anhalter reisen“, sagt Leonore Sibeth.

Ihr Leben soll sich nicht mehr nach dem Kalender richten

Anfang 2016 haben die Wahl-Augsburger erstmals an eine Auszeit gedacht. Beide sind in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen und kamen des Berufs wegen in die Stadt. Hier haben sie sich kennen gelernt. Die Diplom-Pädagogin arbeitete zuletzt als Bildungsreferentin in der Umweltstation in Augsburg. Nachdem ihr Vertrag auslief, begann sie im vergangenen Jahr darüber nachzudenken, ob sie das Vertragsende als Wendepunkt nutzen sollte. Anfangs war es mehr eine „Schnapsidee“. „Doch Mitte des Jahres konkretisierten sich unsere Pläne. Unsere Eltern und unsere Freunde merkten, dass es uns wohl ernst ist“, sagt sie.

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In den vergangenen zehn Jahren ist die 32-Jährige bereits viel mit dem Rucksack unterwegs gewesen, auch als Paar sind sie schon viel gereist. Aber immer nur zeitlich begrenzt. „Wir wollten einfach einmal frei sein und dem Alltag entfliegen. Nicht nach den Terminen im Kalender leben und so lange an einem Ort bleiben, wie es einem eben gefällt“, sagen sie vor ihrer großen Reise.

Lieber reisen als Teamleiter bei MAN zu sein

Das Paar hat die Entscheidung für diese Auszeit bewusst gewählt. Sebastian Ohlert verzichtet dafür auch auf einen besonderen Posten. Er gibt nicht nur seinen Teamleiterjob im Ersatzteilverkauf der MAN auf. „Natürlich ist dann auch die gefühlte Sicherheit und die schöne Wohnung weg. Doch wir sind gut vorbereitet und gut im Planen“, sagt er.

Das Paar hat sich die nötigen Impfungen geben lassen, sie haben sich über die Visa-Formalitäten der einzelnen Länder informiert und bestücken gerade ihre Gepäck. Mehr als 15 Kilogramm pro Person sollen es nicht werden. Aber ein Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Kleidung und Laptop müssen transportiert werden. „Wir werden bestimmt noch das eine oder andere Mal probepacken, bevor es los geht“, sagen sie erwartungsfroh.

Während sich Leonore Sibeth darauf freut, jeden Tag anders entscheiden zu können, ist Sebastian Ohlert auf die vielen Begegnungen gespannt. „Ich bin neugierig auf die vielen Länder, die wir noch nicht kennen. Da hat man oft Bilder im Kopf, die womöglich gar nicht der Realität entsprechen“, sagt Leonore Sibeth. Wer dem Paar auf ihrer Reise folgen will, kann ihrem Blog im Internet und im sozialen Netzwerk Facebook folgen. Dort sind bereits Berichte über frühere Reisen und die aktuellen Vorbereitungen auf die Auszeit zu lesen.

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