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Augsburg: Bahnhofstunnel eröffnet am Freitag – doch ein Platz bleibt auf Jahre ein Provisorium

Augsburg

Bahnhofstunnel eröffnet am Freitag – doch ein Platz bleibt auf Jahre ein Provisorium

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    So sieht es aktuell am westlichen Eingang des Bahnhofstunnels aus. Anstelle der Bohrpfahlwand soll das Radparkhaus entstehen.
    So sieht es aktuell am westlichen Eingang des Bahnhofstunnels aus. Anstelle der Bohrpfahlwand soll das Radparkhaus entstehen. Foto: Silvio Wyszengrad

    Wenn am kommenden Freitag erstmals Bahnpendler aus dem Augsburger Westen den neu eröffneten Fußgängertunnel des Hauptbahnhofs vom Sebastian-Buchegger-Platz aus betreten, werden sie ein Provisorium überqueren, an dessen Anblick sie sich künftig gewöhnen müssen: Der neu geschaffene westliche Bahnhofsvorplatz mit seiner Wand aus Bohrpfählen und der steilen Erdböschung entspricht nicht dem, was dort einmal geplant ist - doch anders als auf dem Innenstadt-Bahnhofsvorplatz, dessen Erneuerung in den kommenden Jahren zumindest absehbar ist (auch wenn es noch Diskussionen zu den Bäumen gibt), fehlen im Westen konkrete Perspektiven.

    Die Illustration zeigt das geplante Fahrradparkhaus am Westausgang des Bahnhofstunnels. Der Baubeginn des Radparkhauses ist aufgrund von Geldmangel vorerst nicht in Sicht.
    Die Illustration zeigt das geplante Fahrradparkhaus am Westausgang des Bahnhofstunnels. Der Baubeginn des Radparkhauses ist aufgrund von Geldmangel vorerst nicht in Sicht. Foto: Illustration: schneider+schumacher

    400 Radabstellplätze statt ein Radparkhaus am Augsburger Hauptbahnhof

    Die Stadt hat den West-Platz im Hinblick auf die Tunneleröffnung provisorisch mit einem Plattenbelag versehen und um die 400 teils überdachte Fahrradständer aufgestellt. Funktionieren wird der Platz fürs Erste somit schon, der versprochene Komfort für Radler und die Aufenthaltsqualität für Passanten sind aber in weiter Ferne. Wie berichtet ist für den Platz eine Pflasterung mit Baumbepflanzung, ein Brunnen und eine Sitzstufen-Anlage im Norden vorgesehen. Zentrales Element ist ein Fahrradparkhaus (900 Plätze) mit Café/Kiosk, Radstation und ergänzender Büronutzung auf der Südseite des Platzes, wo sich aktuell die Bohrpfahlwand befindet. Der Architektenentwurf, der aus einem Wettbewerb hervorging, sieht einen Bau mit maurisch anmutenden Arkaden vor. 

    An der Genehmigung der Straßenbahnlinie 5 hängt die Platzgestaltung

    Doch für das Gebäude fehlt der Stadt das Geld. Vor Jahren waren einmal rund neun Millionen Euro veranschlagt, diese Summe dürfte inzwischen aber überholt sein. Im Haushalt taucht das Projekt aktuell auch im Investitionsprogramm für die kommenden Jahre nicht auf. Die Realisierung hänge "von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln ab", so das Stadtplanungsamt auf Anfrage. Und auch an die Gestaltung der Platzfläche kann die Stadt noch nicht ran. Solange nicht klar ist, über welche Straßen der westliche Gleisanschluss des Bahnhofstunnels laufen wird, steht nicht fest, wie die Gleisbögen genau auf dem Platz laufen werden. Das Genehmigungsverfahren für die Tram läuft bereits seit drei Jahren, ohne dass ein konkretes Ende absehbar ist (wir berichteten).

    In der Bahnhofshalle läuft der Innenausbau der Läden.
    In der Bahnhofshalle läuft der Innenausbau der Läden. Foto: Silvio Wyszengrad

    Unterdessen liefen am Freitag, eine Woche vor der Eröffnung der Fußgängerebene des Bahnhofstunnels, noch letzte Arbeiten in der Unterführung unter den Bahnsteigen und in der Bahnhofshalle. Die in der Bahnhofshalle ansässigen Geschäfte sollen ebenfalls am 8. Dezember öffnen, so die Bahn. Die Bahnhofsbuchhandlung, der Bäcker und der Imbiss waren in den vergangenen Jahren in das Containerdorf auf dem Bahnhofsvorplatz ausgelagert worden. Das DB-Reisecenter werde vorläufig noch dort bleiben. Es wird erst im Laufe des kommenden Jahres im neuen DB-Design im Bahnhofsgebäude eröffnen, so Bernhard Christ vom Bahnhofsmanagement der DB. Mit einem Infopoint wird die DB aber von Anfang an in der Eingangshalle vertreten sein. Grund für den späteren Einzug seien bauliche Fragen.

    Letzte Arbeiten im Bahnhofstunnel: Am kommenden Freitag wird er eröffnet.
    Letzte Arbeiten im Bahnhofstunnel: Am kommenden Freitag wird er eröffnet. Foto: Silvio Wyszengrad

    Das Containerdorf wird aber nicht in Gänze verschwinden. Die Bahn plant wie berichtet ab 2025 die oberirdische Erneuerung des Bahnhofs mit Bahnsteigdächern und neuen Oberleitungen. Im Zuge der Arbeiten werden auch Geschäfte an Gleis 1 betroffen sein und vorübergehend eine neue Bleibe benötigen. Zudem braucht die Bahn Platz, um Bau-Gerätschaften zu lagern. In der neu gestalteten Bahnhofshalle fehlen für den Moment auch noch die großen Fahrgastanzeigen. Die Bahn kündigte an, dass sie im kommenden Jahr installiert werden sollen. 

    Die Fußgängerebene des Bahnhofstunnels wird am kommenden Freitag in Betrieb genommen. Dann können Reisende in Augsburg erstmals barrierefrei mittels Aufzügen und Rolltreppen auf die Bahnsteige gelangen. Zudem wurde ein Durchstich ins Thelottviertel geschaffen. Die Straßenbahnebene des Tunnels mit unterirdischer Tramhaltestelle wird erst 2025 in Betrieb gehen. 

    Einen 360-Grad-Rundgang im neuen Bahnhofstunnel finden Sie hier.

    Info: Am Freitag, 8. Dezember, wird der Bahnhofstunnel eröffnet. Um 10 Uhr beginnt ein Bühnenprogramm mit Musik und Verpflegung auf dem Innenstadt-Bahnhofsvorplatz. Für die Öffentlichkeit freigegeben werden Tunnel und Bahnhofshalle gegen 12 Uhr, wenn der offizielle Teil der Eröffnung mit Vertretern von Bund, Freistaat, Bahn, Stadt und Stadtwerken vorbei ist. Bis 16 Uhr erläutern die Projektbeteiligten allen Interessierten das neue Bauwerk. Es finden zudem Führungen in die Baustelle der Straßenbahnhaltestelle im zweiten Untergeschoss statt.

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