Nach gut zwei Jahren Bauzeit ist am Freitag der erste Bauabschnitt des sogenannten Ackermann-Parks nahe dem Dehner-Gartenmarkt an der Bgm.-Ackermann-Straße eingeweiht worden. Das neue Wohnquartier auf dem früheren Sportplatz des Post SV an der Grenzstraße umfasst insgesamt 416 Wohnungen und ist das größte derzeit in Bau befindliche Wohnbauprojekt in Augsburg. Im ersten Schritt wurden 186 Wohnungen fertiggestellt, die nun bezogen werden können. Ein Teil wird vermietet, ein Teil wurde verkauft. Die restlichen Wohnungen sollen bis Mitte 2023 übergeben werden. Von den 416 Wohnungen werden 80 gefördert sein. Dabei bekommen Mieter je nach Einkommen gestaffelt einen staatlichen Zuschuss, um sich die Miete leisten zu können.
Ackermann-Park in Augsburg ist dicht bebaut
Mit vier bis fünf Stockwerken ist das Areal eher dicht bebaut, wie es in neueren Bebauungsplänen der Stadt angesichts des Wohnungsbedarfs üblich ist. "Es sind viele Wohnungen geworden, aber es fühlt sich gut an. Man hat Luft zum Atmen", sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) bei der Einweihung. Im kommenden Jahr wird im Osten des Areals noch ein öffentlich zugänglicher Park entstehen. Das neue Quartier, an dessen Rand eine städtische Kita entstehen wird, soll auch eine Brücke schlagen zwischen Kriegshaber und dem Neubauquartier Am Alten Hessenbach, das vor einigen Jahren an der Hessenbachstraße entstand.
Mit insgesamt rund 470 Wohnungen (die 416 Wohnungen aus dem Ackermann-Park zuzüglich weiterer gut 50 bereits fertiggestellter geförderter Wohnungen der Firma Scherer direkt an der Grenzstraße) ist das Quartier eine der großen Maßnahmen der vergangenen Jahre. Zum Vergleich: Der inzwischen fertiggestellte Martinipark im Textilviertel hat 360 Wohnungen, die anstehende Bebauung des Zeuna-Stärker-Areals in Oberhausen umfasst 750 Wohnungen.
Angesichts der explodierenden Baupreise ziehen einige Bauträger inzwischen die Notbremse und legen Projekte einstweilen auf Eis, bis die Kosten besser kalkulierbar sind. Beim Ackermann-Park sei man schneller gewesen, so der frühere Landtagsabgeordnete Georg Schmid, der das Projekt im Auftrag der Bauherrenfamilie Weber (auch Eigentümer der Dehner-Gartenmärkte) vorangetrieben hat. Beim ersten Abschnitt sei man im Kostenrahmen geblieben. Beim zweiten Abschnitt sind die Gebäude teils schon über das Rohbaustadium hinaus.
Städtebaulicher Schwerpunkt in dieser Ecke von Augsburg
Der Westen der Stadt entlang der Bgm.-Ackermann-Straße, die ja künftig eine Straßenbahnlinie bekommen soll, ist absehbar ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung in Augsburg. Auf der anderen Seite der Reinöhlstraße errichtet die Wohnbaugruppe aktuell ihre neue siebenstöckige Unternehmenszentrale, einige Hundert Meter weiter westlich baut die Polizei ihre Inspektion West. In Pfersee-Nord wurde inzwischen das Dierig-Areal für den Bau von 200 Wohnungen vorbereitet, auch an der Eberlestraße sind Wohnungen geplant.
Zudem ist mit dem Abriss des Kulturparks-West auf dem Reese-Areal dessen vollständige Bebauung absehbar, zuzüglich zum gerade entstehenden WGB-Projekt "Reesepark II" im Norden des Areals. Mittelfristig denkt die Wohnbaugruppe auch darüber nach, das Quartier um die Carl-Schurz-Straße durch Neubauten zu ersetzen und die sogenannte Weltwiese (ein ehemaliges Baseball-Feld der US-Amerikaner) zu bebauen. In der Summe wären das dort 1100 Wohnungen.