Newsticker
Ukraines Außenminister Kuleba ruft zu komplettem Handelsstopp mit Russland auf
  1. Startseite
  2. Augsburg
  3. Augsburg: Die Klimacamper kehren bald zum Rathaus zurück

Augsburg
10.05.2022

Die Klimacamper kehren bald zum Rathaus zurück

Noch ist der Bereich am Fischmarkt neben dem Augsburger Rathaus abgesperrt. Schon bald dürften die Klimacamper zurückkehren.
Foto: Bernd Hohlen

Gespräche zwischen Aktivisten und der Stadt Augsburg laufen. So wie es derzeit aussieht, könnte alles rasant gehen. Es gibt Konfliktstoff.

Begonnen hat alles am 1. Juli 2020. Klimaschützer bezogen neben dem Augsburger Rathaus eine Art Zeltlager. Das Klimacamp war geboren. An ihm scheiden sich bis heute die Geister. Geblieben sind die Klimacamper. Derzeit sitzen sie allerdings am Moritzplatz, weil das Areal am Rathaus vor dem Jahreswechsel aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Schuld war der Perlachturm. Die Gefahrenstelle ist entschärft. Die Klimacamper haben nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie zurück zum Rathaus möchten. Der Weg ist nach Informationen unserer Redaktion bereitet. Es geht nur noch darum, wann der Umzug stattfindet.

Stadt sind beim Klimacamp in Augsburg die Hände gebunden

Stadt und Klimaaktivisten bestätigen, dass man sich in gemeinsamen Gesprächen befindet. Am Dienstag fand wieder ein Treffen statt. Die Stadt sieht wenig Handhabe, den Klimacamper den Platz neben dem Rathaus zu verwehren. Es geht darum, so ist zu erfahren, wie das Camp gestaltet wird. Es gibt Auflagen aus Brandschutzgründen. So muss ein entsprechender Abstand zur Hauswand eingehalten werden.

Auf dem Moritzplatz steht das Klimacamp.
Foto: Stefan Puchner/dpa/Archiv

An seinem Ausweichstandort am Moritzplatz hat sich das Camp deutlich vergrößert. Wer den zur Verfügung stehenden Platz neben dem Rathaus kennt - es handelt sich um den Fischmarkt - ahnt, dass das Camp abgespeckt werden muss. "Auch darum ist jetzt zu reden", sagt Stefan Sieber, Sprecher der Stadt. Allerdings ist dabei auch zu sehen, dass sich die Begeisterung der Politik für das Camp gelegt hat. Im Bündnis von CSU und Grünen gibt es Risse.

Aktivisten wollen mit dem Klimacamp zurück ans Augsburger Rathaus

Ingo Bleichschmidt ist eine der treibenden Kräfte im Klimacamp. Er bestätigt, dass man mit Verantwortlichen der Stadt in Kontakt sei: "Es gab dazu in den zurückliegenden Wochen immer wieder vereinzelt Telefonate oder Gespräche in Präsenz." Aus Sicht von Blechschmidt hätte die Rückkehr früher stattfinden können: "An die ursprüngliche Abmachung hielt sich die Stadt jedenfalls nicht." Das Camp musste den Platz neben dem Rathaus Anfang Dezember räumen. Das Ausweichquartier am Moritzplatz war schnell bezogen. Der Abzug war nötig geworden, weil Gefahr bestand, dass sich Steine vom Dach des Perlachturms lösen und zu Boden stürzen könnten. Dies ist mittlerweile nicht mehr der Fall.

Die Klimacamper hatten stets betont, dass der Moritzplatz für sie nur eine vorübergehende Bleibe sein könne. Blechschmidt betont: "Es war uns von eh und je ein Anliegen, in Sichtweite der Lokalpolitik zu sein." Schließlich adressiere man den Protest nicht an Privatpersonen, sondern an die Politik. Etwas verknappt dargestellt, übersetzt Blechschmidt seine Aussage wie folgt: "Nicht der Bürger soll auf Bus und Tram umsteigen oder gar seine Haare kürzen, um mit weniger Shampoo weniger die Umwelt zu belasten." Vielmehr müsse die Politik die Rahmenbedingungen schaffen, "damit wir uns alle und auch die Konzerne klimafreundlich verhalten können".

Lesen Sie dazu auch

Klimacamper verstärken ihre Aktionen in Augsburg

Die Klimacamper hatten zuletzt mit mehreren Aktionen auf ihre Belange hingewiesen. In der Vorwoche gab es am Dienstag die Aktion des "Containerns". Gestohlene Lebensmittel sollten verteilt werden, die Polizei schritt ein. Am Freitag wurde kurzzeitig eine Kreuzung in der Innenstadt blockiert, am Samstag folgte ein Protest an der City-Galerie. Weitere Aktionen sind angekündigt. Zuletzt wurden dem Vernehmen nach mehrere Versammlungen angemeldet, zu denen auch die Polizei bereitstand, die dann kurzfristig abgesagt wurden. Zudem beteiligten sich an manchen Aktionen weniger als zehn Personen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

11.05.2022

Fern aller Begleiterscheinungen nehme ich vor allen Dingen mit, dass damit das Zukunftsthema Nummer Eins nicht aus den Augen verloren wird.

Permalink
11.05.2022

Mir scheint, die Klimacamper machen Alles richtig, wenn ich mir das aufgeregte Geschrei der Augsburger Spießbürger so ansehe. Mehr Aufmerksamkeit für das Thema kann man kaum erzeugen.

Permalink
11.05.2022

Es ist aber die falsche Aufmerksamkeit. Sie lenkt vom Thema ab. Sie erzeugt Widerstand statt Sympathie und Bereitschaft zum Umdenken. Die, die das Camp in dieser Form gut finden und meinen, dass alles richtig gemacht würde, die sind meist schon auf der Linie der Aktivisten. DIE brauchen nicht überzeugt zu werden. Die anderen sind es, die auch mitmachen müssen und die stößt man vor den Kopf, verärgert sie, beschimpft sie als Spießbürger, weil sie lediglich darauf wert legen, dass diese Leute Rechtsvorschriften einhalten, die andere auch beachten müssen. Z.B. ein Denkmal nicht zu verunstalten. Und das geht schnell. Fragen sie mal nach bei Denkmaleigentümern.

Permalink
11.05.2022

>> An seinem Ausweichstandort am Moritzplatz hat sich das Camp deutlich vergrößert. <<

Das ist so wie beim Häuslebauer, der von der Stadt ins Umland zieht ;-)

Permalink
11.05.2022

(edit/mod/NUB 7.2/7.3/argumentieren Sie bitte sachlich)

Permalink
11.05.2022

Für mich war es sachlich genug, oder sollte ich in die Hochschule gehen und das Fach belegen wie verhalte ich mich in naher Zukunft um die Klimawärme nach unten zu beeinflussen. Adamriese hilft dir und steht dir bei.

Permalink
10.05.2022

Die habe ich Ihnen vor 20 Minuten mitgeteilt. Warum wird Sie nicht veröffentlicht. Wahrscheinlich gefällt Ihnen und Ihrem --- blatt meine Meinung nicht. Typisch AZ!!

Permalink
10.05.2022

Hallo Herr Linek, es geht nicht darum, ob Ihr Kommentar uns gefällt. Er blieb erst mal automatisch im Wortfilter hängen und musste deshalb von uns freigeschalten werden, was jetzt passiert ist. Freundliche Grüße

Permalink
10.05.2022

@ Von Jochen H.

Es ist ein beliebter Scheinausweg, über Äußerlichkeiten des Klimacamps statt über die NOTWENDIGEN Weichenstellungen für die Abwendung der drohenden Gefahren der Erderhitzung zu diskutieren.

Was schlagen Sie vor, wie wir in Deutschland und auf unserer Erde es schaffen wollen, dass nicht hunderte Millionen Menschen unter Hitzewellen mit über 40 ° Celsius leiden müssen? Dass nicht hunderte Millionen Menschen wegen des Anstiegs der Meere ihre Lebensräume verlassen müssen? Dass nicht die Wälder auch hier in Schwaben infolge der Erderhitzung zusammenbrechen? ...

Raimund Kamm

Permalink
10.05.2022

Hi Klimacamper - super wie Ihr das alles bewerkstelligt - und bleibt standhaft gegen den Stadtrat. Frage mich was die Grünen nach so langem Schweigen sagen und endlich mal aufs Blech hauen. Meine juristische als finazielle Unterstützung-falls gewünscht habt Ihr.
Macht weiter so. Wie war das bei der Serie" Das A-Team" - Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert!!. Tja Frau Weber - vielleicht wäre es besser endlich zurückzutreten. Wir hatten in Augsburg schon mehrere "glanzose" Oberbürgermeister - aber Sie übertreffen die alle.

Permalink
10.05.2022

Herr Hörmann, zu Ihrem Satz über das Containern: WEGGEWORFENE aus Müllcontainern der Supermärkte GERETTETE Lebensmittel, was rechtlich in Deutschland als Diebstahl gilt, sollten verteilt werden. Ihr reines charakterisieren als "gestohlen" empfinde ich als ungeheuerlich und manipulativ. Das ist für mich kein Journalismus. Oder wissen Sie nicht, dass z.B. in Frankreich das Wegwerfen kriminalisiert wird? Dies müssen wir vermuten, und das ist eher noch peinlicher als das reine charakterisieren als "gestohlen" es schon war. Gibt's doch gar nicht...

Permalink
10.05.2022

Ich werde jetzt auch mal eine Dauerdemo auf dem Rathausplatz anmelden und dort meinen Sperrmüll lagern. In Augsburg ist das ja offensichtlich möglich, ich demonstriere dann eben für eine häufigere Sperrmüllabfuhr. Weil die Stadt da bisher ja nichts macht. Ist doch sicher ein guter Grund und eine Berechtigung, den Platz auf Jahre zu benutzen....

Permalink
10.05.2022

Gute Idee. Sperrmüll- Lager direkt am Rathaus. Man sollte auch noch ein paar alte Sessel hinzustellen; damit auch Mäuse und andre Nager ein wohnliches Zuhause bekommen. Das fällt bei dem bereits vorhandenen Geraffel nicht weiter auf.

Permalink
10.05.2022

Ja mach das. Besser kann man wohl das Klimacamp nicht aufwerten, denn Du wirst gleich wieder unter Applaus der Klimaaktivisten von Stadtangestellten verjagt werden. Ein bisschen Hirn gehört halt auch dazu.

Permalink