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  3. Psychische Schäden durch Corona: Mehr Patienten in Augsburgs Kliniken

Augsburg
13.04.2023

Narben der Pandemie: Welche psychischen Schäden Corona hinterlässt

Das Patienten-Aufkommen in Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie hat zugenommen. Corona hat in diesem Bereich deutliche Spuren hinterlassen.
Foto: Fabian Sommer, dpa (Symbolbild)

Menschen mit psychischen Problemen drängen in Augsburger Einrichtungen. Der Druck auf das ohnehin belastete System steigt nach Corona. Wer am häufigsten Hilfe braucht.

Sie sind gemeinsam alt geworden. Die Ehe des Paars hält seit Jahrzehnten, inzwischen sind beide über 80 Jahre alt. Eigentlich wollen sie nur zusammen einen friedlichen Lebensabend verbringen. Doch dann verändert sich etwas in dem Mann – erst schleichend, dann bis zur Eskalation: Er geht auf seine Frau los, wirft Gegenstände nach dem Menschen, mit dem er sein Leben verbracht hat. Es ist ein Fall, wie eine psychische Erkrankung außer Kontrolle geraten kann – und wie er häufiger auftritt, seit die Pandemie ein Ende gefunden hat.

Fälle wie den des Ehepaars erlebt Alkomiet Hasan beinahe täglich. Er ist Direktor des Augsburger Bezirkskrankenhauses (BKH), das als Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik zur Universität gehört – und stellt fest, dass der Druck auf seine Einrichtung zuletzt zugenommen hat. Unter anderem wegen Betten-Sperrungen habe sich die stationäre Belegung während der Pandemie zwischen 85 und 90 Prozent bewegt, inzwischen liege man bei über 100 Prozent. "Wir sind nahezu täglich überbelegt", betont Hasan. Man spüre, dass das Patienten-Aufkommen in Kliniken deutlich zugenommen habe. Dies sei einerseits positiv, weil man feststelle, dass sich die Menschen immer häufiger trauten, Hilfe zu suchen. Doch das allein reiche als Ursache für den aktuellen Zuwachs nicht.

Es komme derzeit vieles zusammen, sagt Hasan. Schon vor der Pandemie habe das Versorgungssystem unter Druck gestanden, zuletzt sei aber das "Stresslevel in der Gesellschaft" spürbar gestiegen. Da war allen voran Corona, natürlich. Die Sorge vor Ansteckung, auch nahestehender Menschen, habe viele belastet. Die Folgen der Pandemie reichten aber deutlich weiter. "Gerade Ältere reagieren auf fehlenden sozialen Kontakt sehr feinfühlig - und haben deshalb unter der Isolation sehr gelitten", so Hasan. Dies habe die Entstehung oder das Fortschreiten von Erkrankungen wie etwa Demenz teils beschleunigt.

Alkomiet Hasan ist ärztlicher Direktor der Bezirkskliniken Schwaben in Augsburg. Dort machen sich psychische Folgen der Pandemie bemerkbar.
Foto: Universität Augsburg

Depressionen, Angst, Essstörungen: Corona-Pandemie hinterlässt psychische Spuren

Hinzu kommt, dass durch Einschränkungen in der Versorgung mehrere Frühwarnstufen wegfielen. In Krankenhäusern wurden etwa Kapazitäten zurückgefahren, um Covid-Patienten behandeln zu können, viele mieden Arztbesuche aus Sorge vor einer Ansteckung. Die Folge: "Manche psychische Erkrankungen sind später als sonst erkannt worden, haben sich so im Lauf der Zeit verschlimmert - und sind nun schwerer und aufwendiger zu behandeln", erklärt Hasan. Gerade in der Altersmedizin stelle man fest, dass Betroffene deutlich akuter krank seien. „Wir sehen einen höheren Grad an Verwirrtheit und Aggression.“

Was die Lage zusätzlich verschärft, ist die Lage bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. "Wir sind vollkommen überlaufen", sagt einer aus Augsburg, der nicht namentlich genannt werden will. "Wir wissen aber kaum noch, wie wir diese Masse bewältigen sollen." Häufig blieben für Betroffene nur lange Wartezeiten. Zeit, die viele aber eigentlich nicht hätten. Gerade ambulante Therapie-Plätze fehlten an "allen Ecken und Enden" - nicht nur, aber eben spürbar auch im Raum Augsburg.

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Die Folgen der Pandemie machen sich gewissermaßen an beiden Enden des Alters-Spektrums deutlich bemerkbar. "Wir erleben eine sehr hohe Nachfrage mit vielen schwer betroffenen Patienten", sagte kürzlich Tomasz Jarczok, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an der KJF Klinik Josefinum, bei einem Vortrag im schwäbischen Bezirkstag. Das vergangene Jahr sei "sehr geprägt" gewesen durch die Folgen der Pandemie und der Maßnahmen. Man erlebe etwa depressive Erkrankungen und Angststörungen - nicht selten verbunden mit Angst vor der Schule -, aber auch Essstörungen und Magersucht - Letzteres insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen. "Es ist erfreulich, dass sich die Pandemie dem Ende zuneigt", sagte Jarczok. "Viele psychische Folgen werden aber weiterbestehen."

Tomasz Antoni Jarczok ist Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an der KJF Klinik Josefinum.
Foto: KJF Augsburg/Marie Preaud

KJF Klinik Josefinum und Bezirkskrankenhaus (BKH) in Augsburg haben mehr Patienten

Nicht nur in Augsburg, auch in Kempten (Allgäu) und Nördlingen bietet das Josefinum jungen Menschen Hilfe an. Grundsätzlich, betonte Jarczok, sei die Versorgungssituation im Raum Augsburg "überdurchschnittlich, in der Fläche aber nicht so, wie sie wünschenswert wäre." Man spüre, dass viele Betroffene erst spät bei Niedergelassenen behandelt werden könnten - und dann irgendwann in die Klinik kämen, wenn sich der Zustand akut verschlimmert habe. Dies gelte gleichermaßen für die "beträchtliche Zahl" von Kindern und Jugendlichen, die zuletzt aus der Ukraine gekommen seien. "Einige haben Schlimmes erlebt, einige litten aber auch davor schon unter Erkrankungen", sagte Jarczok.

Was kann helfen, die Situation zu verbessern? Zum Beispiel Bürokratie-Abbau, so Jarczok. Entscheidend sei aber, mehr qualifiziertes Personal zu finden. Dies sei ein langfristiger Prozess, der bei der ärztlichen Ausbildung beginne und bei den Arbeitsbedingungen in den jeweiligen Einrichtungen ende. Vieles, etwa die Approbationsverordnung für Ärzte, könne man auf regionaler Ebene nicht ändern. Ein Schritt könne aber sein, einen runden Tisch einzurichten, etwa mit Vertretern aus Politik, Ärzteschaft, Kliniken, Sozialdiensten und Ämtern.

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.04.2023

Die Situation im Raum Augsburg bei der Versorgung psychischer Leiden war schon lange vor Corona schlecht.
Auffällig ist, dass nicht während der Zeiten von Homeoffice und Hybridunterricht, sondern bei der Rückkehr des "normalen" Alltags-Stress die Zahlen der betroffenen steigen.
Für viele Menschen war etwas weniger Druck und weniger Präsenz durchaus eine Entlastung. Es war ein Fehler bis auf einzelne Angebote für Homeoffice wieder voll in das früher schon ungesunde System mit Präsenzpflicht zurückzukehren.
Aber so hat es sich die Wirtschaft gewünscht, die Eltern sollen arbeiten und die Kinder werden in Schulen und Kitas aufgehoben, auch wenn der Krankemstand bei Personal und Kindern sinnvolle Beschäftigung verhindert.
Gut, dass es angesprochen wird: Erwachsene wie Kinder wollen nicht ständig krank sein oder die Familie schon wieder anstecken. Leider wird durch Aufgabe aller Vorsicht und Tests genau das Gegenteil erreicht, die Infektionswelle läuft weiter, täglich sterben 100 Menschen direkt an Covid und immer mehr leiden an Langzeitfolgen.
Auch für die Psyche wäre ein bewusster Umgang (freiwillige Tests, Isolation) sinnvoll, nicht das Gerede vom Ende der Pandemie. Das wurde von der WHO übrigens noch nicht ausgerufen!

13.04.2023

Nicht allein Folge von Corona, sondern von den (überwiegend von Virologen und Modellieren entworfenen) - Corona-Maßnahmen - das sollte man schon differenzieren. Es gab genügend, die nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 vor solchen Entwicklungen wie hier beschrieben gewarnt haben und einen anderen Umgang forderten, der aber auch 2021 nicht kam...

Jetzt ist es natürlich zu spät, für das nächste Mal sollte man aber besser vorbereitet sein (deshalb wäre eine Aufarbeitung des Umgangs mit der Corona-Pandemie hierzulande sehr wichtig)!