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  3. Augsburg: Er ist seit über 40 Jahren der Mann für alle Fälle im Augsburger Zoo

Augsburg
13.04.2020

Er ist seit über 40 Jahren der Mann für alle Fälle im Augsburger Zoo

Zooinspektor Peter Bretschneider geht in Ruhestand. Er sagt: "Es freut mich persönlich, wie sich der Augsburger Zoo entwickelt hat."
Foto: Silvio Wyszengrad

Zooinspektor Peter Bretschneider hat unter drei Direktoren gearbeitet. Er hat schöne, aber auch dramatische Situationen erlebt. Nun hört er (fast) auf.

Als Nashorn Kibo im Augsburger Zoo geboren wurde, nahm die Mutter ihn nicht an. Das Nashorn-Baby musste von Hand aufgezogen werden. Auch Zooinspektor Peter Bretschneider half mit. Ein Jahr lang gab er Kibo jeden Abend die Milchflasche, um die Tierpfleger zu entlasten. Das kleine Nashorn aufwachsen zu sehen, zählt mit zu den schönsten Erlebnissen, die Bretschneider in seinem langen Arbeitsleben hatte. Neben vielen schönen Momenten gab es auch dramatische Situationen, mit denen er konfrontiert war. Wenn er nun in den Ruhestand geht und zurückblickt, wie hat sich der Zoo aus seiner Sicht entwickelt?

Das Nashorn-Baby Kibo wurde im Jahr 2016 im Augsburger Zoo mit der Flasche aufgezogen.
Foto: Zoo Augsburg/Tina John

Bretschneider ist jetzt 65 Jahre. Nach mehr als 40 Jahren im Augsburger Zoo kennt er die Anlage, die Tiere und die Menschen, die dort arbeiten wie wohl kein anderer. Er weiß, was hinter den Kulissen läuft, und das ist auch notwendig. Ein Zooinspektor ist für den reibungslosen Betriebsablauf zuständig, bei dem ein Rad in das andere greift. Er muss das Personal und dessen Ausbildung im Blick haben, aber auch die Gesundheit der Tiere oder die Planung und den Bau von neuen Gehegen. In allen diesen Bereichen hat sich viel getan, seit sich Bretschneider entschloss, 1973 unter dem früheren Zoodirektor Georg Steinbacher anzuheuern. Seither war er unter drei Direktoren in Augsburg tätig, die unterschiedliche Schwerpunkte in der Entwicklung des traditionsreichen Tiergartens setzten.

Zoo in Augsburg: Drei Direktoren als Chefs

"Steinbacher war ein ganz toller Mensch, er hat mir meinen Beruf richtig nahe gebracht", sagt Bretschneider. Der Direktor kam bald nach dem Krieg vom Zoo Frankfurt nach Augsburg, weil in Frankfurt Bernhard Grzimek die Leitung übernommen hatte. Steinbacher war Zoologe mit dem Schwerpunkt Ornithologie und veränderte in Augsburg unter anderem die Vogelhaltung so, dass Besucher eine bessere Sicht auf die Tiere hatten. Auf Steinbacher folgte Michael Gorgas. "Auch er hat hat für den Zoo viel getan, das öffentliche Bild von ihm ist nicht entsprechend", meint Bretschneider. Im Vordergrund stehe das menschliche Drama, wie es mit Gorgas zu Ende ging. Anfang der 80er Jahre erkrankte er schwer und dauerhaft, nachdem er von einem Mandrill gebissen worden war. Er musste vorzeitig in den Ruhestand gehen. Zudem wurden Gorgas und seine Frau Brigitte als Vize-Zoochefin ein Fall fürs Gericht. Ihnen wurde Untreue vorgeworfen. Das Verfahren gegen Michael Gorgas wurde wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt, während seine Frau verurteilt wurde.

Und was ist mit der heutigen Zoochefin Barbara Jantschke? Auch unter ihr habe es viele Neuerungen bei der Tierhaltung gegeben, sagt Bretschneider, etwa die weitgehende Geburtenkontrolle bei den Pavianen, weil dort der Nachwuchs nicht an andere Zoos abgegeben werden kann. Augsburger Zoo: Für die Elefanten-Omas steht ein aufregender Umzug an.

So hat sich die Tierhaltung im Augsburger Zoo verändert

Gut findet der langjährige Zooinspektor, wie sich die Tierhaltung generell verbessert hat. "Früher hat man die Tiere in Käfigen ausgestellt". Es sei wie in einer Menagerie gewesen. Heutzutage stehen die Bedürfnisse der jeweiligen Tierarten und deren artgerechte Haltung im Mittelpunkt. "Alles ist streng geregelt, und das ist gut so", sagt er. Die Folge sei, dass viele Zootiere nun deutlich entspannter sind. Zwei Beispiele: Der persische Leopard nutzt gerne die Möglichkeit, sich in seinem Gehege zu verstecken und sich damit auch mal für Besucher unsichtbar zu machen. Auch bei den Pavianen geht es harmonischer zu, seit sie eine neue Anlage haben. Es wird weniger gestritten, obwohl diese Affen ein natürliches Aggressionspotenzial haben.

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Foto: Silvio Wyszengrad

Deutlich weniger Arbeit als früher macht die Tierfütterung der rund 150 Arten im Zoo. Viele Jahre lang mussten die Pfleger gesunde Nahrung aufwändig selber zusammenstellen. Heute gibt es hochwertige Fertigmischungen sogar für seltene exotische Zootiere. Große Fortschritte sieht Bretschneider auch bei der medizinischen Versorgung. Zu Steinbachers Zeiten sei ein ganz normaler Tierarzt in den Zoo gekommen, und das nur auf Anfrage. "Gefährliche Tiere konnten damals nicht in Narkose gelegt werden." Heute arbeitet der Zoo mit der Tierklinik Gessertshausen zusammen. Dort gibt es Spezialisten für verschiedene Arten und auch verschiedene Krankheiten, etwa für Zahnprobleme. Zootiere werden heute außerdem regelmäßig untersucht.

Der Brand im Affenhaus des Zoos Augsburg hatte schlimmen Folgen

Aufregende Momente gab es in Bretschneiders langem Berufsleben immer wieder. Er war häufig bei Tiertransporten dabei, wenn ein Austausch zwischen Zoos in Europa anstand. Insbesondere der Zoll sei früher oft ein Albtraum gewesen, sagt er. Die Formalitäten an der Grenze dauerten oft Stunden. In einem Fall konnte er einen Zöllner nur schwer überzeugen, dass die wertvolle Schraubenziege im Anhänger kein Schlachtvieh war und somit auch keine entsprechenden Papiere für die Einfuhr nötig waren.

Das schlimmste Erlebnis für den Zooinspektor war der Brand des Augsburger Affenhauses. An einem Oktobertag 1987 brach wohl nach einem technischen Defekt ein verheerendes Feuer im Dachstuhl aus. 14 Paviane starben. Nur fünf Affen konnten sich auf einen Baum im Freien retten. Dass es damals so viele tote Tiere gab, lag auch an einem Problem, das mit dem Einsatz der Feuerwehr verbunden war. Zwar gelang es den Einsatzkräften zunächst, gemeinsam mit Pflegern in das völlig verrauchte Affenhaus vorzudringen und die Paviane nach draußen zu treiben. Weitere Feuerwehrmänner, die in der Außenanlage in voller Montur den Brand bekämpften, verschreckten die meisten Affen dann aber so sehr, dass die Tiere panikartig zurück ins brennende Gebäude liefen und dort verbrannten.

Mit am schönsten hat Bretschneider die Geburt der beiden Augsburger Nashörner Kibo und Keeva in Erinnerung. Kibo lebt mittlerweile in einem Zoo in Rom. Von dort kommen immer noch regelmäßig Nachrichten. Kibo verstehe sich dort gut mit zwei anderen Nashornbullen in seinem Gehege, heißt es. Fragt man der Zooinspektor, welches Fazit er nach über vier Jahrzehnten zieht, muss er nicht lange nachdenken: "Es freut mich persönlich, wie sich der Augsburger Zoo entwickelt hat." Bretschneider hat im Ruhestand nun mehr Zeit, seine Hobbys zu pflegen. Die haben natürlich auch mit der Tierwelt zu tun. Beispielsweise dokumentiert er seltene heimische Insekten. Seine bisherige Schlüsselposition sieht er bei Nachfolger Markus Domanegg in guten Händen. "Er hat sich gut eingearbeitet", sagt Bretschneider. Und dann ist er selbst ja auch nicht ganz weg. Als Rentner hat er nun einen Mini-Job im Zoo - als Mann für alle Fälle.

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