Das Haus und Auto des Augsburger AfD-Landtagskandidaten Raimond Scheirich sind in der Nacht auf Samstag mit roter Farbe und einer Anti-AfD-Parole beschmiert worden. Auf dem Auto prangte in roter Farbe der Schriftzug "Fck AfD" (für Fuck AfD), auf die Straße war die Parole "AfD angreifen" geschrieben.
Scheirich machte die Farbattacke am Samstagnachmittag selbst via Facebook öffentlich und gab seiner Bezirkstags-Kandidaten-Kollegin Gabrielle Mailbeck ein Interview für die Videoplattform Youtube. Scheirich macht linksextreme Aktivisten für die Aktion verantwortlich. "Natürlich ist man als AfD-Politiker viel gewohnt und hat sich ein dickes Fell aneignen müssen. Aber es ist was anderes, wenn einem so etwas widerfährt", so Scheirich gegenüber unserer Redaktion. Er schätze den Schaden auf eine fünfstellige Höhe und habe Anzeige erstattet, so Scheirich. Die Polizei bestätigte, dass Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen wurden.
AfD Augsburg nennt Angriff in einer Reihe mit anderen Vorfällen
Mailbeck, vor deren Haus vergangenes Jahr auch ein Anti-AfD-Schriftzug angebracht wurde (wir berichteten) und in deren Umfeld Flugblätter mit der Privatadresse verteilt wurden, sprach im Video von einer "brutalen Attacke". Sie stellte in dem Video die Farbschmierereien bei Scheirich in eine Reihe mit der körperlichen Auseinandersetzung, bei der AfD-Landtagskandidat Andreas Jurca im Sommer erhebliche Verletzungen erlitten hatte. Die Ermittlungen dazu laufen noch. Auch die jüngsten Vorkommnisse mit AfD-Chef Tino Chrupalla in Ingolstadt, zu dem Sicherheitsbehörden und AfD sich aber völlig unterschiedlich äußerten, und AfD-Fraktionschefin Alice Weidel nannte Mailbeck. "Die Leute müssen sensibilisiert werden: Nicht wir sind die Übeltäter, sondern wir sind Anfeindungen ausgesetzt", so Scheirich. Er zähle auf Unterstützung bei der Landtagswahl am Sonntag, "damit solche Vorfälle und die politische Marginalisierung in den Parlamenten in dieser Form nicht mehr vonstatten gehen".
Die AfD, die wegen ihrer rechtsextremistischen Ausrichtung selbst vom Verfassungsschutz beobachtet wird, ist nach einer Statistik der Augsburger Polizei vergleichsweise häufig von Straftaten mit politisch-extremistischem Hintergrund betroffen. Von insgesamt 18 Delikten aus dieser Kategorie, die sich zwischen 2019 und 2022 gegen Parteien richteten, richteten sich acht gegen die AfD. Meist ging es dabei um Sachbeschädigung.