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Mit Fingerspitzengefühl an die Stellplatzsatzung

Kommentar Von Stefan Krog
04.12.2023

Plus Übertriebener Bürokratismus darf keine Betreuungsplätze blockieren. Zugleich muss die Stadt Augsburg berücksichtigen, auf welche Art Kinder heute oft zur Kita gebracht werden.

Wenn der Neubau oder die Inbetriebnahme einer Kita daran scheitern, dass nicht genug Parkplätze geschaffen werden (können), dann herrscht erst einmal blankes Unverständnis, weil die Stadt aus vermeintlich übertriebenem Bürokratismus Dinge verhindert. Und in der Tat: Dass Stellplätze für Auto und Fahrrad neue Betreuungsplätze blockieren, darf nicht sein. 

Doch gleichzeitig hatte es ja seinen Grund, dass der Stadtrat in den vergangenen durch Novellierungen der Stellplatzverordnung mehr Stellplätze schaffte. Kinder werden zum Kindergarten heute oft mit dem Auto gebracht, weil beide Elternteile arbeiten und das Kind auf dem Weg in die Arbeit schnell im Kindergarten vorbeibringen. Zeit ist in solchen Haushalten ein knappes Gut. Wo es keine Stellplätze auf dem Kita-Gelände oder an der Straße gibt, herrscht morgens Verkehrschaos. Das ist eine andere Welt als vor 30 Jahren, als meist die Mutter mit dem Kind gemütlich zu Fuß zur Kita ging. Und gleiches gilt fürs Fahrrad: Fahrradanhänger oder Lastenräder gab es damals nicht. Wenn Eltern ihr Kind mit dem Fahrradanhänger bringen, dann ist ein Abstellplatz auf dem Kita-Gelände sinnvoll. Andernfalls stehen die Gefährte halt auf dem Gehweg herum, was zulasten des Fußverkehrs geht. Erleichterungen beim Bau durch weniger Stellplätze erkauft man sich mit Erschwernissen im täglichen Betrieb.

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