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Augsburg: Hallstraße soll zur Spielstraße werden

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Hallstraße soll zur Spielstraße werden

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    Die Stadt möchte nach jahrelangen Diskussionen in der Hallstraße zum verkehrsberuhigten Bereich machen.
    Die Stadt möchte nach jahrelangen Diskussionen in der Hallstraße zum verkehrsberuhigten Bereich machen. Foto: Marcus Merk

    Die Stadt möchte die Hallstraße im Bereich zwischen den beiden Gebäuden des Holbein-Gymnasiums zu einem verkehrsberuhigten Bereich (umgangssprachlich Spielstraße) umgestalten. Seit mehr als zehn Jahren wird über die Zukunft der Straße diskutiert, ohne dass es Fortschritte gibt - nun kommt Bewegung in die Sache. Die Bauverwaltung soll untersuchen, was ein erster Bauabschnitt kosten würde.

    Erste Überlegungen nach dem Kö-Umbau sahen einen Umbau zum Campus mit „Shared Space“-Konzept vor, bei dem auf ein stärkeres Miteinander von Autos, Fußgängern und Radlern ohne eigenen Gehsteig gesetzt wird, später kam Forderungen nach einer Komplettsperrung auf, zuletzt wurde der Umbau in eine Spielstraße vorgeschlagen. Hintergrund ist, dass die Straße die beiden Schulgebäude des Holbeingymnasiums trennt und auch die Ulrichschule betroffen ist. Allerdings gab es seitens Anliegern in der Straße (etwa Büros), Schulen und Stadt unterschiedliche Vorstellungen zur Zukunft der Straße und der Parkplätze. 2020 legte die Stadt das Projekt auf Eis, Geld ist für das Projekt nicht mehr vorhanden.

    „Autofahren bleibt möglich, wird aber weniger attraktiv“

    „In der Vergangenheit wurde viel über Alles oder Nichts diskutiert“, so Baureferent Steffen Kercher (parteilos). Die Vorstellungen seien von Sperrung bis hin zu gar keinen Maßnahmen gegangen. Nun wolle man einen ersten Teilbereich verkehrsberuhigen. Der Lehrerparkplatz des Holbein-Gymnasiums, der in einer Entwurfsplanung als begrünte Campus-Fläche vorgesehen ist, soll zunächst außen vor bleiben. „Das Autofahren bleibt möglich, aber es wird weniger attraktiv“, so Kercher. Fußgänger sollen dort künftig Vorrang haben. Für Autos gilt Schritttempo, es gibt keine Trennung zwischen Gehweg und Fahrbahn, die Zahl der Stellplätze ist in der Regel reduziert. Man werde mit den Schulleitern in den Dialog gehen, so Kercher im Bauausschuss des Stadtrats, der dem Vorgehen gegen die Stimmen von SPD und AfD zustimmte. Die AfD sieht eine weitere Gängelung von Autofahrern, die SPD drängt bei der Hallstraße seit Längerem auf eine komplette Sperrung. Auch den Grünen wäre diese wohl durchaus recht, angesichts des „gordischen Knotens“ sei dieser erste Schritt aber auch schon ein Erfolg, so Stadtrat Deniz Anan. Die Stadt hatte in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass bei einer Komplettsperrung Klagen drohen könnten, zudem werde es dann Umgehungsverkehr durch die Parallelgassen geben.

    Elterntaxis als Problem

    Die Ergebnisse der zuletzt veröffentlichten Innenstadt-Verkehrszählung ergaben, dass die Verkehrsmengen in der Hallstraße deutlich nach unten gegangen sind, seit der Königsplatz umgebaut wurde und die Konrad-Adenauer-Allee nicht mehr als Nord-Süd-Achse genutzt wird. Demnach wurden vor dem Umbau noch rund 8500 Autos pro Tag gezählt, nach dem Kö-Umbau sank die Zahl auf gut 1000 Stück pro Tag, wobei es angesichts des Querungsverkehrs durch Schüler zwischen den Gebäuden zu gefährlichen Situationen kommen kann. Die Stadt stellt allerdings auch fest, dass ein Teil des Verkehrs von „Elterntaxis“ herrühren dürfte. Die Stadt versucht seit Jahren, dieses Thema zu reduzieren. „Allerdings stellen wir auch fest, dass die Zahl der Eltern, die ihr Kind in die Schule fahren wollen, bis es 15 Jahre alt ist, zunimmt“, so Grünen-Rätin Verena von Mutius-Bartholy. Das sei weder für die Verkehrssicherheit noch für die Selbstständigkeit der Kinder gut.

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