Es ist ein kühler Morgen in der Neuburger Straße in Lechhausen. Drei Personen stehen vor dem städtischen Bürgerbüro, das pünktlich um 8 Uhr öffnet. Es geht rein in die warmen Räume. Wer sich nicht angemeldet hat, muss sich gedulden. Bevorzugt werden Menschen, die aufgrund einer Online-Reservierung ihren Termin aktiv organisierten. Wenn dann ihre fünfstellige Nummer aufgerufen wird, geht's zum freien Platz eines städtischen Beschäftigten. Es ist ein Vorgang, wie er täglich Hunderte Male in Augsburg abläuft. Die Bürgerbüros, die in der Vergangenheit öfter in der Kritik standen, agierten eingespielter und seien folglich mit weniger Problemen behaftet, sagt Ordnungsreferent Frank Pintsch (CSU). Ein Überblick.
Behördengänge leicht gemacht - so versteht die Stadt Augsburg das Konzept ihrer Bürgerbüros. Fünf Bürgerbüros stehen in Augsburg zur Verfügung: Hochzoll, Haunstetten, Kriegshaber, Lechhausen und Stadtmitte. Bürgerinnen und Bürger beantragen einen neuen Personalausweis, lassen ihr Auto zu oder kümmern sich darum, ihren Wohnsitz an-, um- oder abzumelden. Es hat sich eingespielt, dass Termine großteils online vereinbart werden. Aber auch eine telefonische Reservierung ist möglich.
Beschwerden über Bürgerbüros in Augsburg: Es geht um die Erreichbarkeit
Ordnungsreferent Pintsch bestätigt, dass nicht alle Bürger mit der Arbeit in den Büros zufrieden sind: "Beschwerden kommen natürlich vor und wir versuchen auch immer, diese aufzugreifen." Hauptkritikpunkt sei die zeitlich beschränkte telefonische Erreichbarkeit: Aktuell steht den Bürgerinnen und Bürgern nur in der Zeit von 8 bis 12.30 Uhr ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung. Pintsch: "Wir sind hier in der Überlegung, wie eine Ausweitung der Servicezeiten möglich ist, ohne freilich die Anzahl der verfügbaren Termine zu reduzieren." Mit digitalen Angeboten habe sich schon vieles umsetzen lassen.
Die Abläufe in den Bürgerbüros funktionieren aus seiner Sicht, so Pintsch. Abläufe würden regelmäßig überprüft: "Das zeigt sich auch im jährlichen Ranking des Verbraucherschutzvereins Berlin/Brandenburg (VSVBB). Die Augsburger Bürgerbüros sind hier im bundesweiten Ranking regelmäßig auf den Spitzenplätzen zu finden."
Bürgerbüros in Augsburg: Stadt hält am Terminsystem fest
Am Terminsystem werde die Stadt festhalten. Es habe sich sehr bewährt, betont Pintsch. Dies zeige die Rückmeldung, "die ich von vielen Bürgerinnen und Bürgern erhalte". Für die Bürgerbüros waren ursprünglich keine Terminvereinbarungen vorgesehen. Die Folge waren aber oft lange Schlangen, volle Wartezimmer und unzufriedene Bürger. Durch die Terminvereinbarungen seien Wartezeiten massiv zurückgegangen und durch den verbindlich vereinbarten Termin seit eine zeitliche Planung des weiteren Tagesablaufs möglich.
Ein weiterer Vorteil: Durch eine städtische Vorab-E-Mail mit Bestätigung könne außerdem auf notwendige Dokumente hingewiesen werden. Dadurch werde die Abarbeitung des Anliegens deutlich erleichtert und beschleunigt. Pintsch: "Insgesamt konnte der Service deutlich verbessert und die städtischen Personalkapazitäten konnten effektiver eingesetzt werden." In den Bürgerbüros würden täglich unter Berücksichtigung der Personalkapazitäten weitere Terminfenster freigeschaltet, sodass Bürgerinnen und Bürger in der Regel taggleich einen Termin erhalten könnten.
Am Eingang der Bürgerbüros in Augsburg gibt es Kontrollen
Seit der Coronapandemie gibt es am Einlass der Bürgerbüros Kontrollen. Es wird von einem Mitarbeiter geschaut, ob der Besucher oder die Besucherin einen Termin hat. Pintsch: "Auch hier zeigte sich, dass eine Begleitung am Eingang sinnvoll ist, um die Personen gleich an die richtige Person zu verweisen, und insbesondere bei Menschen, die keinen Termin haben, im Einzelfall eine Lösung finden zu können."
Die Stadt möchte das Angebot von Bürgerbüros im Stadtgebiet ausbauen. Göggingen ist nun an der Reihe. Am Klausenberg zwischen Kurhaus und Kirche wird das Bürgerbüro künftig sitzen. Es gab Verzögerungen. Es ist davon auszugehen, dass die Eröffnung im Jahr 2024 erfolgt. Weitere Einrichtungen im Stadtgebiet sind vorerst nicht geplant. Referent Pintsch sagt: "Mit Inbetriebnahme des Bürgerbüros Göggingen ist die Stadt mit dann sechs Bürgerbüros, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind, gut aufgestellt."