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Augsburg: Wegfall der Prämie: Nachfrage nach E-Autos ist deutlich eingebrochen

Augsburg

Wegfall der Prämie: Nachfrage nach E-Autos ist deutlich eingebrochen

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    Der Absatz von E-Autos bei Augsburger Händlern ist seit Wegfall der staatlichen Förderung deutlich eingebrochen.
    Der Absatz von E-Autos bei Augsburger Händlern ist seit Wegfall der staatlichen Förderung deutlich eingebrochen. Foto: Silvio Wyszengrad

    Der Verkauf von E-Autos ist bundesweit im Januar 2024 deutlich eingebrochen. Das zeigen Statistiken des Kraftfahrtbundesamts. Auch Augsburger Autohändler sprechen derzeit von einem deutlichen Rückgang bei der Nachfrage. Der Wegfall der staatlichen Förderung sei spürbar, sagen sie. Dabei gebe es bislang eigentlich kaum negative Effekte für Kundinnen und Kunden. Aktuell lägen die Preise für E-Autos nämlich nicht wesentlich höher als noch im vergangenen Jahr mit Prämie. Die Kaufzurückhaltung habe davon abgesehen noch andere Gründe.

    Abrupt endete im Dezember vergangenen Jahres die staatliche Förderung für Elektroautos und erwischte Kunden wie Autohäuser kalt. Beim Augsburger Händler Reichardt legten die Mitarbeiter deshalb an einem Sonntag eine Sonderschicht ein, um bereits verkaufte Fahrzeuge per Onlinezulassung noch in die Förderung zu bekommen. Heute, rund zwei Monate später, ist es deutlich ruhiger, die Nachfrage sei rückläufig. Man spüre eine deutliche Verunsicherung bei Kundinnen und Kunden, könne diese aber rein objektiv kaum verstehen. Denn: "Trotz Wegfall der Prämie sind die Autos derzeit nicht teurer als zuletzt mit Prämie", ordnet Inhaber Stefan Reichardt ein. Die Händler steuerten mit Aktionen gegen, Hersteller hätten Preiskorrekturen vorgenommen. So schildert es auch Tobias Gsell, Geschäftsführer bei Opel Sigg & Haas. Allerdings sei dies bei vielen Menschen noch nicht angekommen. Die Kommunikation rund um das Thema Elektroauto laufe nicht optimal. Die E-Mobilität scheitere häufig an ihrem Image.

    Augsburger Händler: Kunden sind beim Thema E-Auto verunsichert

    Ihn wundere das nicht, sagt Reichardt. Einmal sei in der öffentlichen Diskussion davon die Rede, E-Autos seien die Zukunft, dann würden wieder Bedenken geäußert, zuletzt kam der Wirbel um den Wegfall der Prämie dazu. Dies treibe den Verkauf von Verbrennern an. Dabei sei aus seiner Sicht der Wandel zur Elektromobilität kaum mehr umkehrbar. Auch der Augsburger E-Mobilitätsexperte Andreas Varesi, Vorstand im Bundesverband Beratung Neue Mobilität, sieht den sogenannten "point of no return" längst überschritten, wie es im Englischen heißt – also den Zeitpunkt, ab dem eine Umkehr eigentlich unmöglich ist. Zu viel Geld hätten die großen Autokonzerne mittlerweile in die Entwicklung gesteckt – und auch Autohäuser erweitern ihr Angebot. Der BMW-Händler Reisacher nahm im November 2022 die vollelektrischen Fahrzeuge des chinesischen Herstellers BYD auf. "Mit der Sortimentserweiterung erreichen wir nun neue Interessenten und Kunden, die wir mit unserer bisherigen Modellvielfalt nicht bedienen konnten", so ein Unternehmenssprecher.

    E-Mobilität: Bricht der Absatz Augsburger Händler ein? Auf dem Bild ist Stefan Reichhardt
    E-Mobilität: Bricht der Absatz Augsburger Händler ein? Auf dem Bild ist Stefan Reichhardt Foto: Anna Kondratenko

    Varesi schätzt, dass mit Wegfall der Prämie die Kosten für E-Autos sogar sinken würden. Noch kostet beispielsweise der Fiat 500 als Verbrenner mit 17.000 Euro Listenpreis nur die Hälfte seines E-Kollegen. Nur mittels verschiedener Aktionen könne aktuell der Preisunterschied auf etwa 30 Prozent zwischen Verbrenner und Elektroauto gedrückt werden, berichten Augsburger Händler. Berechne man die günstigere Wartung, die im Vergleich zu Benzin nach wie vor günstigeren Stromkosten und Ersparnisse bei der Steuer ein, seien Elektroautos im Endeffekt schon heute nicht teurer, ordnen Reichardt und Gsell ein. Dies zu vermitteln, brauche allerdings viel Erklärung, und Händleraktionen seien keine Dauerlösung. 

    Ausbau der Ladeinfrastruktur in Augsburg dauert

    Noch sei der Preis auf dem Schild beim Händler für viele Kundinnen und Kunden wichtiger als der Umweltschutz – vor allem auch in wirtschaftlich angespannten und unsicheren Zeiten. Der Trend gehe daher zum Leasing. "Es ist finanziell überschaubarer und wenn mich das E-Auto nach Ablauf der Leasing-Zeit nicht überzeugt, gebe ich es zurück", so Reichardt. Stand Dezember 2023 waren in Augsburg 3647 vollelektrische Fahrzeuge angemeldet.

    Der Augsburger BMW-Händler Reisacher nahm im November 2022 die vollelektrischen Fahrzeuge des chinesischen Herstellers BYD auf.
    Der Augsburger BMW-Händler Reisacher nahm im November 2022 die vollelektrischen Fahrzeuge des chinesischen Herstellers BYD auf. Foto: Anna Kondratenko

    Beim Absatz umweltfreundlicher E-Autos gibt es neben dem Preis aber ein zweites Argument: die Ladeinfrastruktur. "Wir kommen jetzt an den Punkt, wo E-Autos nicht mehr nur an den Gutverdiener im Einfamilienhaus verkauft werden, wo die eigene Ladesäule steht. Jetzt geht es darum, die breite Masse zu versorgen", sagt Tobias Gsell von Opel Sigg & Haas. Allerdings fehle es an Ladestationen, oder diese ließen sich nur schwer nachrüsten. Die Stadtwerke haben eigenen Angaben nach in den letzten drei Jahren keine neuen öffentlichen Ladesäulen errichtet. Ein Zuwachs an Ladeinfrastruktur sei zuletzt insbesondere auf privatem Grund mit öffentlichem Zugang erfolgt – beispielsweise auf Supermarkt- oder Firmenparkplätzen beziehungsweise auf Parkplätzen in Wohnanlagen. Ausreichend sei dies nicht. Man arbeite daher mit der Stadt an einem Ausbaupfad für öffentliche Ladesäulen. Unter www.swa-augsburg.de könnten Standortvorschläge eingereicht werden. 

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