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Augsburger Polizei darf bald Elektroschocker nutzen dürfen: Weshalb sollen die Taser hier zum Einsatz?

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Deshalb dürfen Augsburger Streifenpolizisten bald Elektroschocker einsetzen

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    Taser statt Pistole? Die bayerische Polizei will das nun auch für den Einsatz auf Streife erproben. Zu den drei „Test-Revieren“ in Bayern zählt die Augsburger Innenstadt-Polizei.
    Taser statt Pistole? Die bayerische Polizei will das nun auch für den Einsatz auf Streife erproben. Zu den drei „Test-Revieren“ in Bayern zählt die Augsburger Innenstadt-Polizei. Foto: Marcus Brandt/dpa (Symbolbild)

    Als die Polizisten die Tür zu der Innenstadtwohnung gewaltsam öffnen, werden sie von der Bewohnerin mit einem Messer bedroht. Die Frau befindet sich in einem psychischen Ausnahmezustand. Die Einsatzkräfte fordern sie mehrfach auf, das Messer wegzulegen – jedoch vergeblich. Schließlich überwältigen sie die 41-Jährige mit Hilfe eines Tasers. Der Einsatz, der bereits vor über einem Jahr stattgefunden hat, endet glimpflich. Es wird niemand verletzt.

    Bislang war der Einsatz solcher Distanz-Elektroimpuls-Geräte (DEIG) einer Spezialeinheit vorbehalten. Doch bald testen Augsburger Polizistinnen und Polizisten die Elektroschockgeräte im Streifendienst. Warum das Bayerische Innenministerium für den Pilotversuch auch die Inspektion Augsburg Mitte ausgewählt hat und was dahinter steckt.

    Derzeit lernen die Beamtinnen und Beamten des Innenstadtreviers den Umgang mit den DEIGs. Bis voraussichtlich Juli laufen die Schulungsmaßnahmen, dann erst werden die Taser im Streifendienst mitgeführt, erklärt Polizeisprecher Timo Küfner auf Nachfrage. Augsburg Mitte zählt neben Polizeiinspektionen in Schweinfurt und Regensburg zu insgesamt drei für das Pilotprojekt ausgewählten Revieren. Warum das in der Fuggerstadt ausgewählt wurde?

    Sprecher der Augsburger Polizei zu Taser: Verletzungsrisiko für alle Beteiligten minimieren

    Das bayerische Innenministerium hatte sich aufgrund der Größe und Einsatzstärke für diese Dienststellen entschieden. „Die bayerische Polizei sieht sich einer wachsenden Zahl von Einsatzlagen mit Gewaltandrohungen und tätlichen Angriffen konfrontiert“, hatte das Innenministerium in München das Projekt begründet. Der Einsatz der Geräte, mit denen aus der Distanz Elektroschocks abgegeben werden können, solle Beamten schützen und sei zudem „ein möglichst schonendes und wirksames Einsatzmittel“. Polizisten können damit aus einer relativ kurzen Entfernung von mehreren Metern Angreifer außer Gefecht setzen. Und das funktioniert folgendermaßen.

    So funktioniert der Elektroschocker der Polizei

    Die Einsatzkräfte verschießen kleine Pfeile, die über dünne Drähte mit dem Gerät verbunden sind. Sie bohren sich in die Haut des Betroffenen und geben einen starken Stromimpuls ab. Dieser verursacht schmerzhafte Muskelkontraktionen. Die getroffene Person ist für einige Sekunden komplett gelähmt und bewegungsunfähig. Neueste Taser-Modelle sollen eine Reichweite von mehr als 13 Metern haben. Wie viele Geräte die Augsburger Polizei für das Pilotprojekt erhält, verrät der Sprecher nicht. Augsburg Mitte würden ausreichend Geräte zur Verfügung gestellt, heißt es. Ganz neu ist die Benutzung von Tasern, wie eben bei dem Innenstadt-Einsatz im Jahr 2024, freilich nicht.

    Doch bislang war sie nur der Einsatzhundertschaft, einer Spezialeinheit des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, vorbehalten. Bei der Augsburger Polizei spricht man von einer „hohen präventiven Wirkung“ eines DEIGs. Der Einsatz sei prädestiniert für Situationen, die von Aggression und Gewaltbereitschaft geprägt sind. „Das Ziel ist, den Handlungsspielraum der Polizeibeamten zu erweitern“, sagt Küfner. Zugleich soll das Verletzungsrisiko für alle Beteiligten minimiert werden. „Der DEIG schließt die wichtige einsatztaktische Lücke zwischen Pfefferspray, Einsatzstock und Schusswaffe.“ Nicht immer ist die Verwendung eines Tasers erfolgreich, wie ein Fall vor rund vier Jahren in Augsburg zeigte.

    So lange dauert das Pilotprojekt mit Elektroschockern bei der Polizei in Augsburg

    Damals wurden Polizisten zu einem Asylheim in Lechhausen gerufen. Dort hatte sich ein Mann ebenfalls in einem psychischen Ausnahmezustand befunden. Er hatte nicht nur sich mit einem Messer verletzt, sondern auch die gerufenen Polizeikräfte bedroht. Mit dem Messer in der Hand rannte er auf die Beamten zu. Vorherige Versuche, den Angreifer mit einem Taser vorübergehend außer Gefecht zu setzen, waren gescheitert. Die Beamten schossen und verletzten ihn. Staatsanwaltschaft und Polizei betonten damals, dass für den Mann zu keiner Zeit Lebensgefahr bestand.

    Wie häufig die Augsburger Polizei bislang Elektroschockgeräte eingesetzt hat, wird auf Nachfrage noch nicht bekannt gegeben. Das Präsidium will im Juli zu dem Thema eine Pressekonferenz mit weiteren Informationen abhalten. Bis dahin sollen die Einsatzkräfte beim Umgang mit Tasern in Sachen Recht, Taktik und Technik fertig geschult sein.

    Das Pilotprojekt dauert sechs Monate. Polizeisprecher Timo Küfner: „Die Entscheidung einer weiteren Verwendung des DEIG bei der Dienststelle wird nach einer Evaluation durch das Innenministerium entschieden.“

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