Viele Augsburgerinnen und Augsburger können sich ihre Stadt nicht ohne ihn vorstellen: den Stadtwald. Und nicht nur vom Spickel bis nach Königsbrunn erstreckt sich das Waldgebiet, es bietet Platz für mehrere Bachläufe, sieben Forstreviere und unzählige Tiere. Dank ihm kommt man schnell und ohne ein Auto zu benötigen ins Grüne, erreicht Freizeitangebote und Naherholungsgebiete in nächster Nähe. Ein Naturschutzgebiet ist der Stadtwald obendrein auch noch, 2024 wurde er von der Deutschen Forstwirtschaft zum „Waldgebiet des Jahres“ erkoren – und noch eine weitere Auszeichnung steht ihm zu: Der Augsburger Stadtwald ist bayernweit der größte seiner Art.
Als „Stadtwald“ bezeichnet man ein Waldgebiet, das sich in Besitz und Verwaltung einer Stadt befindet. Dadurch ist er oft Teil eines Ballungsraumes und bietet außergewöhnlich viele Freizeitmöglichkeiten und mehr Infrastruktur als andere Wälder. Der Stadtwald in Augsburg erfüllt alle Voraussetzungen dieser Definition. Insgesamt 7679 Hektar misst das Gebiet, wie die Stadt Augsburg mitteilt – so viel wie mehr als 10.000 Fußballfelder, von denen sich auf der Sportanlage Süd übrigens auch einige am Rand des Waldes befinden. Ein Großteil des Stadtwaldes befindet sich indes übrigens gar nicht auf Augsburger Stadtgebiet, denn nicht nur das unmittelbar an den Stadtkern angrenzende Gebiet zwischen Siebentischwald, Haunstetten, Königsbrunn und Lech ist Teil des Stadtwalds.
Augsburg verwaltet Wälder bis in die Oberpfalz
Auch Reviere in den Westlichen Wäldern im Landkreis Augsburg oder Teile der Wälder im Wittelsbacher Land im Landkreis Aichach-Friedberg sind unter Augsburger Verwaltung. Sogar rund um die Marktgemeinde Fuchsmühl in der Oberpfalz ist Augsburg Waldeigentümer. Tatsächlich macht das Gebiet am Lech, das für viele als der Stadtwald bekannt sein dürfte und das offiziell „Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg“ heißt, nur rund ein Viertel Hektar des Augsburger Waldes aus. Insgesamt besitzt indes keine andere bayerische Stadt mehr Wald als Augsburg. Auch in Süddeutschland ist Augsburg Spitzenreiter. Und deutschlandweit hat nur die Hauptstadt Berlin und eine Stadt im Sauerland mehr zu bieten.
Mit Waldgebieten im Grunewald und in Köpenick oder dem berühmten Tiergarten besitzt Berlin tatsächlich fast 30.000 Hektar Waldfläche, und ist damit mit Abstand die waldreichste Stadt Deutschlands. Dahinter folgt Brilon in Nordrhein-Westfalen, dessen Wälder in der ländlichen Umgebung jedoch anders als in Augsburg und Berlin keinen Kontrast zur Atmosphäre einer Großstadt bieten. Weitere Großstädte mit besonders großen Waldgebieten sind Dresden, Rostock, Wiesbaden und Freiburg.
Nicht zum Augsburger Stadtwald zählen übrigens die Siebentischanlagen in der Nähe von Zoo und Botanischem Garten. Anders als der Siebentischwald – der wiederum zum Stadtwald zählt und an die Siebentischanlagen anschließt – sind letztere ein Landschaftspark, der von Menschenhand angelegt wurde. Im Gegensatz dazu ist der Stadtwald auf natürliche Weise entstanden. Frei von menschlichen Eingriffen ist er jedoch freilich nicht: Mit dem Stadtteil Siebenbrunn befindet sich unter anderem eine kleine Siedlung inmitten des Stadtwalds.
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