Anmerkung der Redaktion: Dieser Text zählt bei unseren Leserinnen und Lesern zu den beliebtesten Stücken und wird deshalb immer wieder ausgespielt.
Lust auf einen Ausflug am Wochenende? Hier gibt es Inspiration, denn: Bayern ist schön. Das sehen nicht nur Einheimische so, sondern auch Touristen. Mehr als 40 Millionen verbrachten vergangenes Jahr ihren Urlaub im Freistaat. Kein Wunder, denn kaum ein anderes Bundesland versammelt so viele Top-Sehenswürdigkeiten. Wer im Süden Bayerns wohnt, hat Glück, denn dort sind die meisten Top-Ausflugsziele beheimatet. Dabei liegen drei der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Schwaben. Und viele weitere sind bei guter Verkehrslage in 60 bis 90 Minuten von Augsburg aus mit dem Auto zu erreichen.
Für die Ausflugs-Fans unter unseren Lesern bieten wir hier eine Liste der zehn Sehenswürdigkeiten, die in Bayern zuletzt die meisten Besucher anziehen. Dabei soll in dieser Übersicht ausdrücklich auf rein kommerzielle Angebote wie Freizeitparks verzichtet werden. Auch sehr unbestimmte Orte wie etwa ganze Städte tauchen in unserem Überblick nicht auf. Es geht um touristisch erschlossene Orte in der Natur sowie Bauwerke, die sich gut besichtigen lassen.
Schloss Neuschwanstein: Klassiker unter den Bayerns Königsschlössern
Es ist der Klassiker, das Märchenschloss schlechthin unter den Burgen und Schlössern im Freistaat: Seit Jahren ist das Schloss Neuschwanstein bei Schwangau das mit Abstand meistbesuchte Ausflugsziel in Bayern. Rund 1,5 Millionen Besucher aus aller Welt kommen jedes Jahr ins Allgäu, um die Anlage von König Ludwig II. zu besichtigen. Jüngst wurde es in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen – ein Titel, der Neuschwanstein auch weiterhin viele Touristen bescheren dürfte.
Für Ausflügler aus Schwaben ist das Allgäuer Märchenschloss in Schwangau gut zu erreichen: Von Augsburg aus dauert die Fahrt über die B17 circa eineinhalb Stunden.
Zugspitze: Top of Germany und Naturschauspiel
Sie ist einer der größten Superlative, mit denen sich Bayern schmücken kann – und noch dazu einzigartiges Naturschauspiel: Die Zugspitze bei Garmisch-Partenkirchen hat mit 2.962 Metern nicht nur den höchsten Gipfel Deutschlands, sondern beherbergt mit dem Nördlichen Schneeferner und dem Höllentalferner auch noch zwei der letzten Gletscher im Land. Mit der Seilbahn vom Ufer des Eibsees aus kann man in circa zehn Minuten zum Gipfel fahren. Alternativ fährt eine Zahnradbahn etwa 45 Minuten bis aufs Zugspitzplatt, von wo eine Gletscherbahn weiter zum Gipfel fährt.
Ausgangsort für jeden Ausflug auf den Gipfel ist das Zugspitzdorf Grainau, das von Augsburg aus bei guter Verkehrslage in rund zwei Stunden mit dem Auto erreichbar ist.
Residenz München: Das größte Stadtschloss Deutschlands
Die Residenz in München ist nach Neuschwanstein das meistbesuchte Schloss in Bayern. Etwa 530.000 Besucher kommen jedes Jahr in das Bauwerk im Münchner Stadtteil Altstadt-Lehel. Mit ihren mehr als 150 Räumen gilt sie als das größte Stadtschloss Deutschlands und sogar als eines der bedeutendsten Schloss-Museen Europas. Im Winter findet vor dem Kaiserhof in der Residenz auch ein sehr beliebter Münchner Weihnachtsmarkt statt. Wer sich für Geschichte interessiert und demnächst einen Ausflug nach München plant, hat Glück: Im Herbst 2025 gibt es zwei Sonderausstellungen – eine anlässlich des 200. Todestags des ersten bayerischen König Max I. Joseph und eine zum 200. Regierungsjubiläum von König Ludwig I.
Von Augsburg aus ist die Münchner Residenz bei normaler Verkehrslage sehr gut mit dem Auto über die A8, aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln via München Hauptbahnhof in gut einer Stunde zu erreichen.
Schloss Nymphenburg: Prächtige Parkanlage im Westen Münchens
Gleich noch ein Schloss in München zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Bayerns: Das Schloss Nymphenburg im Westen der Stadt war einst Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten und Könige der Wittelsbacher und zählt heute 400.000 Besucher jährlich. Hier ist auch König Ludwig II. geboren. Das Schloss bietet prunkvolle Räume, eine Sammlung königlicher Kutschen und ein Porzellan- sowie ein Naturkundemuseum. Wer sich lieber im Grünen aufhält, sollte unbedingt einen Spaziergang durch die weitläufigen Parkanlagen mit den vielen Kanälen, Seen und Brücken machen. Zuletzt hat im Mai 2023 ein Wittelsbacher Paar seine Hochzeit auf Schloss Nymphenburg gefeiert: Ludwig Prinz von Bayern ehelichte Sophie-Alexandra Prinzessin von Bayern.
Wer von Augsburg aus einen Ausflug nach Nymphenburg plant, erreicht das Schloss und seine Parkanlagen in knapp einer Stunde über die Autobahn A8. Öffentlich ist die Sehenswürdigkeit am besten mit einem Regionalzug zum Hauptbahnhof München und der Straßenbahn 17 zu erreichen.
Schloss Linderhof: Lieblingsschloss (nicht nur) von Ludwig II.
Was für ein Anblick: Inmitten der Ammergauer Alpen liegt bei Ettal das Schloss Linderhof. Es hat zwar nicht den Weltruhm wie die Königsschlösser von Schwangau, gilt aber als Lieblingsschloss von König Ludwig II. und vieler anderer Bayern. Nicht umsonst kommen jedes Jahr um die 350.000 Gäste nach Linderhof. Besonders beliebt sind gerade in den Sommermonaten auch die Parkanlagen und die Venusgrotte, eine künstlich angelegte Tropfsteinhöhle. Diese sowie das Schloss sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Im Winter wird es ruhig um das Schloss. Weil es auf einer Höhe von 1000 Metern liegt, ist dann stets mit Frost und Glätte zu rechnen. Grotte, Parkbauten und Wasserspiele sind eingestellt.
Von Augsburg aus ist die Schlossanlage Linderhof in den Ammergauer Alpen am besten mit dem Auto zu erreichen. Bei ruhiger Verkehrslage dauert die Fahrt über die B17 und die B23 nur gut eineinhalb Stunden.
Residenz Würzburg: Beste Barockarchitektur und Unesco-Welterbe
Sie ist eines der wenigen Top-Ausflugsziele in Nordbayern: Die Residenz Würzburg wird jedes Jahr von etwa 340.000 Gästen besucht und gilt als ganz besonderes Bauwerk der Barockarchitektur. Als solches wurde sie auch zum Unesco-Weltkulturerbe gekürt. Die vielen opulenten Räume und der enorme Deckenfresko begeistern nicht nur Kunst- und Geschichtsinteressierte. Auch für den prächtigen Hofgarten lohnt sich ein Besuch in der Residenz, wo im Sommer auch klassische Musik dargeboten wird.
Die Fahrt aus Schwaben bis zur Residenz nach Würzburg dauert etwas länger: Die Sehenswürdigkeit in Unterfranken lässt sich von Augsburg aus mit dem Auto auf verschiedenen Routen (A8-A7 oder B25-A7 oder B2-A7) in etwa drei Stunden erreichen. Ähnlich lange dauert bei Einhaltung des Fahrplans eine Zugfahrt über Ingolstadt und Nürnberg.
Breitachklamm Oberstdorf: Naturwunder des Jahres und nichts für schwache Nerven
Sie ist eine der tiefsten Felsenschluchten in Mitteleuropa: Auf 2,5 Kilometern Länge verzaubert die Breitachklamm bei Oberstdorf viele Menschen aus Schwaben, Bayern und darüber hinaus. Nicht umsonst wurde sie 2025 zum Naturwunder des Jahres gewählt. Mehr als 300.000 Besucher kommen jedes Jahr in den Ort Tiefenbach im Oberallgäu, um die Kalksteinfelsen, Strudeltöpfe, Engstellen und Überhänge im Flusslauf der Breitach zu bewundern. Wer durch die Klamm gehen will, sollte einigermaßen schwindelfrei und zudem entspannt sein, was Engstellen angeht: An beiden Seiten ragen die Felswände bis zu 150 Meter in die Höhe - und beim Blick in den Abgrund kann Besuchern schon mal anders werden. Im Winter kann es bei Frost und Glätte dazu kommen, dass die Wanderwege in der Breitachklamm gesperrt sind. Den aktuellen Status können Besucher auf der Webseite erkennen.
Die Breitachklamm ist von vielen Orten in Schwaben gut zu erreichen. Von Augsburg aus fährt man mit dem Auto bei guter Verkehrslage circa zwei Stunden, wobei verschiedene Routen (B17-A96-A7 oder B17-A96-B12) möglich sind.
Partnachklamm bei Garmisch: Mit der Kutsche in die Schlucht
Nicht ganz so lang und hoch, aber dafür ähnlich beeindruckend wie die Breitachklamm ist im oberbayerischen Wettersteingebirge die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen. Sie ist 699 Meter lang und an einigen Stellen bis zu 80 Meter tief und zieht jedes Jahr etwa 300.000 Besucher an. Wer durch die Klamm wandern will, nutzt als Ausgangspunkt dazu am besten den Parkplatz am Skistadion und legt den Weg bis zur Schlucht entweder in 20 Minuten Fußweg zurück oder nutzt die Pferdekutschen, die je nach Witterung bereit stehen.
Von Augsburg aus bis zum Parkplatz am Garmischer Ski-Stadion fährt man mit dem Auto über die B17 und die B23 circa eindreiviertel Stunden. Mit dem Zug via München-Pasing müssen Ausflügler schon zweieinhalb Stunden einplanen.
Neues Schloss Herrenchiemsee: Prunk und Pracht auf der Insel
Wer das Neue Schloss Herrenchiemsee und die prachtvollen Parkanlagen auf der Herreninsel im Chiemsee besichtigen will, sollte vor allem eins mitbringen: jede Menge Zeit! Die Insel im größten Binnensee Bayerns ist nämlich 240 Hektar groß und für die gut 300.000 Besucher jedes Jahr nur mit dem Schiff erreichbar. Die Bootsfahrt von Prien aus bietet schon ein schönes Alpenpanorama. Vom Bootsanleger auf der Herreninsel bis zum Schloss erwarten die Besucher 45 Minuten Fußweg oder im Sommer auch 15 Minuten Fahrt mit Pferdekutsche. Im Neuen Schloss selbst sind die prunkvollen Räume sehr beeindruckend, die Einblicke in die Lebensweise von König Ludwig II. gewähren. Ein besonderes Highlight sind der Spiegelsaal und der absenkbare „Tischlein deck dich“.
Mit dem Auto ist der Chiemsee von Augsburg aus in gut zwei Stunden über die A8 zu erreichen. Ähnlich lange dauert die Fahrt mit der Bahn und den öffentlichen Verkehrsmitteln über München.
Fuggerei in Augsburg: Die älteste Sozialsiedlung der Welt
Auch ein Augsburger Wahrzeichen ist unter Bayerns meistbesuchten Sehenswürdigkeiten: Die Fuggerei in der Jakobervorstadt ist die älteste Sozialsiedlung der Welt. Im 16. Jahrhundert von Jakob Fugger gegründet, bietet sie bis heute bedürftigen Bürgern in Augsburg ein Heim. Die Kaltmiete der Wohnungen beträgt symbolisch 88 Cent pro Jahr, wobei die Bewohner im Gegenzug drei Gebete täglich sprechen sollen. Den rund 200.000 Besuchern, die jedes Jahr zu Gast sind, bietet die Fuggerei eine eindrucksvolle Mischung aus Geschichte und lebendigem Alltag. Besichtigt werden können verschiedene Museen, Schauwohnungen und ein Luftschutzbunker. Mit ihrem Eintritt unterstützen Besucher die Stiftung, die das Wohnen für bedürftige Augsburger ermöglicht.
Die Fuggerei liegt in der Jakobervorstadt, unweit der Fußgängerzone der Augsburger Innenstadt. Vom Hauptbahnhof aus ist sie nach einem kurzen Fußmarsch ab dem Königsplatz mit der Straßenbahnlinie 1 zu erreichen. Für Autofahrer bieten sich das Parkhaus in der Ludwigstraße 28, das Parkhaus im Bleigäßchen 10 oder das Parkhaus der City-Galerie am Willi-Brandt-Platz an.
Liste: Die zehn meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Bayern
- Schloss Neuschwanstein: rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr
- Zugspitze: circa 600.000 Besucher pro Jahr
- Residenz München: etwa 530.000 Besucher pro Jahr
- Schloss Nymphenburg: rund 400.000 Besucher pro Jahr
- Schloss Linderhof: circa 350.000 Besucher pro Jahr
- Residenz Würzburg: etwa 340.000 Besucher pro Jahr
- Breitachklamm Oberstdorf: rund 300.000 Besucher pro Jahr
- Partnachklamm Garmisch-Partenkirchen: circa 300.000 Besucher pro Jahr
- Neues Schloss Herrenchiemsee: gut 300.000 Besucher pro Jahr
- Fuggerei Augsburg: rund 200.000 Besucher pro Jahr
Dieser Artikel stammt aus unserem Archiv. Er erschien erstmals im November 2025.
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