Die Augsburgerinnen und Augsburger haben gewählt. In den einzelnen Stadtbezirken unterscheiden sich die Ergebnisse deutlich. Wir haben uns die Zahlen genauer angesehen und analysiert. Wo haben die Parteien ihre Hochburgen? Wo schneiden sie besonders schlecht ab? Wir geben einen Überblick.
Die CSU ist vor allem am Augsburger Stadtrand stark
Für die CSU in Augsburg lässt sich auch bei dieser Bundestagswahl sagen: Je weiter es an den Stadtrand geht, desto stärker sind die Christsozialen. In Bergheim holte die CSU mit 42,7 Prozent der Stimmen ihr stärkstes Ergebnis, gefolgt von Inningen (38,4). Überdurchschnittlich abgeschnitten hat die Partei auch in der Firnhaberau und der Hammerschmiede (36 und 35,4 Prozent). Diese Stadtbezirke sind konservativ geprägt, dort leben viele Familien und tendenziell mehr ältere Menschen. Zudem ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund eher gering. Am schwächsten schnitt die CSU in den Wahlbezirken Links der Wertach-Süd und Rechts der Wertach ab. In Oberhausen-Nord und dem Univiertel musste die CSU den ersten Platz erstmals bei einer Bundestagswahl an die AfD abgeben.
Die SPD schafft es in Augsburg nur im Antonsviertel über 15 Prozent
Früher war die SPD immer in den Augsburger Stadtbezirken erfolgreich, in denen viele Arbeiter lebten. Dort hat ihr die AfD längst den Rang abgelaufen. Bei dieser Wahl schneidet die SPD überall in Augsburg mäßig bis schlecht ab. Am stärksten ist sie im Antonsviertel (15,4), wo tendenziell eher gut gebildete und wohlsituierte Menschen leben. Nicht die klassische SPD-Wählerschaft. Im Univiertel wählten nur noch 11,2 Prozent die SPD, das ist ein Drittel derer, die AfD wählten.
Die Grünen sind vor allem in der Augsburger Innenstadt stark
Die Grünen sind im Zentrum stark. In den Innenstadt-Bezirken und im Spickel gewann die Partei erneut – im Lech- und Ulrichsviertel erreichten die Grünen ein Ergebnis von 28,5 Prozent. Hier leben viele junge Menschen und Studenten. Klassische Wähler-Milieus der Grünen. In den anderen Hochburgen Antonsviertel und Hochfeld überholte die CSU hingegen die Grünen. Eher schwach sind die Grünen am Stadtrand, wo eine mehrheitlich strukturell konservative Bevölkerung lebt. Sowohl in Haunstetten als auch in Lechhausen und der Hammerschmiede erreichen die Grünen Werte um die zehn Prozent. In Oberhausen-Nord, wo die AfD ihr stärkstes Ergebnis holte, waren es sogar nur 7,7 Prozent.
In der Innenstadt schafft es die FDP über fünf Prozent
Die FDP holte ihr bestes Ergebnis mit 5,3 Prozent in der Innenstadt. Ansonsten lagen die Liberalen in allen Stadtbezirken unter fünf Prozent. Besonders schwach schnitt die FDP in Oberhausen und links der Wertach Nord ab – mit Werten unter 3 Prozent. Dort leben viele Menschen aus sozial schwächeren Verhältnissen, die eher nicht zur Wahl der FDP neigen.
Die AfD holte im Univiertel mehr als 30 Prozent der Stimmen
Die AfD ist neben der Linken die große Gewinnerin in Augsburg. Erstmals gewann die rechte Partei in vier Wahlbezirken – in Oberhausen Nord und im Univiertel holte sie gar mehr als 30 Prozent. Im Univiertel leben viele Russlanddeutsche und Menschen, die ursprünglich aus Osteuropa stammen. In diesen Gruppen ist die AfD traditionell stark. Unterdurchschnittlich war die rechte Partei in den Grünen-Hochburgen in der Innenstadt.
Die Linke war in der Innenstadt und in Oberhausen besonders stark
Die Linke fuhr in Augsburg ein starkes Ergebnis ein. Der Partei gelang es, sowohl in Gebieten gut abzuschneiden, die akademisch geprägt und eher jung sind (Georg- und Kreuzviertel mit 18,9 Prozent) als auch in sozial schwächeren Teilen der Stadt mit hohem Migrationsanteil (Rechts der Wertach: 19,3 Prozent). Schwach war die Linke hingegen in den konservativen Hochburgen Bergheim (4,1 Prozent), der Firnhaberau und Inningen (jeweils 5,6 Prozent).
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