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„Ist Augsburg wirklich eine Schrottstadt?“: OB Eva Weber attackiert Herausforderer Florian Freund

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„Ist Augsburg wirklich eine Schrottstadt?“: OB Eva Weber attackiert Herausforderer

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    Eva Weber und Markus Söder traten am Sonntagabend im Bierzelt auf: Weber möchte Oberbürgermeisterin in Augsburg bleiben.
    Eva Weber und Markus Söder traten am Sonntagabend im Bierzelt auf: Weber möchte Oberbürgermeisterin in Augsburg bleiben. Foto: Annette Zoepf

    Der Auftritt im Bierzelt war schon lange terminiert. Augsburgs CSU kündigte Ministerpräsident Markus Söder vor Wochen als prominenten Redner beim Gögginger Frühlingsfest an. An diesem Sonntagabend kennt Söder ein vorrangiges Ziel. Es geht nicht um Bayern, sondern um Augsburg. Söder trommelt für Oberbürgermeisterin Eva Weber: „Ich möchte, dass Augsburg weiter stark bleibt.“

    Die CSU-Amtsinhaberin muss am Sonntag, 22. März, in die Stichwahl. Auf ihren Herausforderer Florian Freund (SPD) geht Weber namentlich nicht ein. Auf sein Agieren im Wahlkampf jedoch mehrfach. Dass die SPD mit dem Begriff „Schrottstadt“ operiere, ärgere sie maßlos.

    Bei der Stichwahl werden die Karten neu gemischt

    Eine Woche vor der Stichwahl wächst die Spannung. Eva Weber hat im ersten Wahlgang mit deutlichem Abstand gewonnen, doch nun werden die Karten neu gemischt. Das ist der CSU-Politikerin bewusst. Seit Tagen ist sie viel im Stadtgebiet unterwegs, macht gemeinsam mit Unterstützern ihrer Partei Hausbesuche. In den Aussagen erlebt man eine Eva Weber, wie sie sich anfangs des Wahlkampfs präsentiert hat. Ihre Botschaft lautet: „Ich verspreche keine Wunder. Aber ich verspreche, an dem weiterzuarbeiten, was Augsburg stark macht.“

    Die Veranstaltung im Bierzelt soll nicht nur die eigenen Anhänger für den Endspurt mobilisieren. Die CSU möchte unterstreichen, warum es an der politischen Spitze der Stadt keine Änderung geben darf. Einige hundert Personen sind an diesem Abend im Bierzelt, es ist keine geschlossene Parteiveranstaltung. Auf eineinhalb Stunden ist der Dämmerschoppen zeitlich ausgelegt. Der Fahrplan legt fest: Parteivorsitzender Volker Ullrich, der sein neu gewonnenes Stadtratsmandat annehmen wird, eröffnet, danach spricht Weber, Söder macht den Abschluss.

    Zu den Klängen des Kolping-Blasorchesters Göggingen zieht die CSU-Spitze ein. Ullrich sagt am Rednerpult: „Es sind Zeiten, in denen politische Führung nötig ist.“ Dafür stehe Ministerpräsident Söder. An die Adresse von OB Weber gewandt, sagt Ullrich: „Sie führt Augsburg gut, klug und kompetent.“ Sie halte die Stadt zusammen. Gerade in der jetzigen politischen Situation brauche Augsburg Erfahrung, Verlässlichkeit und eine Oberbürgermeisterin, die im Stadtrat verbinden könne.

    Eva Weber rechnet mit Aussagen der SPD ab

    Die Oberbürgermeisterin trägt an diesem Abend ein Dirndl mit passender Trachtenjacke. Es sei „kein normaler Abend“, sagt sie anfangs. Vor der Stichwahl müsse man klarmachen, worum es gehe: „In welchem Augsburg wollen wir leben?“ Es ist ein Satz, der Bezug auf den Herausforderer Florian Freund nimmt. Dessen Name wird allerdings nicht genannt.

    Weber spricht süffisant von den „politischen Freunden der SPD“. Deren Positionierung laute, man lebe „in einer Schrottstadt“. Dafür habe sie null Verständnis: „Fragen wir uns doch ehrlich und ernsthaft, leben wir in einer Krise?“ Nein. So die Ansage von Eva Weber. Einmal mehr macht die CSU-Politikerin deutlich, wofür sie stehe: „Für ein wirtschaftlich starkes und zugleich menschliches Augsburg, für Verlässlichkeit, Erfahrung und einen klaren Kurs.“

    Söder verspricht das Römermuseum für Augsburg

    Professionell zeigt sich Söder bei seiner Rede. Eva Weber bezeichnet er als „kompetente und schlaue Frau mit Herz“. Sie verdiene volle Rückendeckung. Das Zusammenspiel Freistaat und Stadt Augsburg funktioniere. Zu einer aktuellen politischen Frage bezieht der Ministerpräsident klar Stellung: „Das Kabinett entscheidet am Dienstag, das Römermuseum kommt nach Augsburg.“

    Der Abend im Bierzelt verläuft ohne Zwischenfälle. Es gibt freundlichen Beifall für die Redner. Jubelrufe sind jedoch nicht zu vernehmen. Am meisten gelacht wird, wenn Söder ein paar Anekdoten aus seinem politischen Leben einfließen lässt. Ein größeres Polizeiaufgebot ist vor Ort. Störer sind nicht im Zelt.

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