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Augsburger Uniklinik wird zum Wachstumsmotor für Schwaben

Kommentar Von Stefan Krog
08.10.2019

Ab jetzt läuft der Lehrbetrieb an der Medizinfakultät in Augsburg. Für die wachsende Stadt ist das eine große Chance, doch es sind auch Probleme absehbar.

Nach zehn Jahren Vorbereitungszeit werden im jetzt beginnenden Wintersemester die ersten 84 Studenten ihr Studium an der Medizinfakultät der Uni Augsburg beginnen. Sie sind die Vorhut für die insgesamt 1500 Studenten, die im Vollausbau der Fakultät einmal studieren sollen. Auf dem Projekt ruhen große Hoffnungen: Das ohnehin schon hohe Behandlungsniveau soll weiter steigen, neue Forschungserkenntnisse sollen zutage gefördert werden, 1000 hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, neue Unternehmen angesiedelt werden.

Zumindest ein Teil der Erwartungen wird in Erfüllung gehen. Der Freistaat wird eine Milliarde Euro investieren und anfangs bis zu 70 Millionen Euro jährlich für Personal und Sachmittel nach Augsburg überweisen. Dieses Geld fließt verlässlich nach Augsburg, relativ unabhängig von Konjunktur und Kassenlage.

Die Ansiedlung der Universitätsmedizin läuft parallel zum Wachstum der Stadt. Augsburg ist seit Jahrzehnten eine Großstadt, inzwischen fühlt sie sich zunehmend auch so an. Die Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren auf aktuell knapp 298.600 Einwohner gewachsen. Der Nahverkehr wird mit Millionenaufwand ausgebaut, das Theater ist zum Staatstheater geworden. In den kommenden Jahrzehnten soll ein zukunftsweisendes Viertel mit bis zu 10.000 Einwohnern gebaut werden, parallel entsteht ein Gewerbepark, in dem Forschung und Entwicklung für Arbeitsplätze sorgen sollen.

Uniklinik nutzt die aktuelle Dynamik in Augsburg

Augsburg hat in den vergangenen zehn Jahren eine Dynamik entfaltet. Die Uniklinik setzt auf die aktuelle Entwicklung. Augsburg kann diese Impulse brauchen. Das Armutsrisiko ist statistisch gesehen hoch. Eine Ursache ist, dass viele Arbeiter aus den in den 1990er Jahren geschlossenen Textilfabriken heute mit niedrigen Renten auskommen müssen.

Als Folge davon sind die Kassen der Stadt mäßig gefüllt. Der Schuldenberg hat eine Rekordhöhe erreicht, damit die Sanierungen des Theaters und der maroden Schulen finanziert werden können. Qualifizierte Arbeitsplätze sind für die Stadt, die zuletzt mit Werksschließungen (Ledvance, Fujitsu) konfrontiert war, mit der wichtigste Baustein, wenn sie ihre Zukunft gestalten will.

Uniklinik in Augsburg wird Situation auf dem Wohnungmarkt weiter verschärfen

Und dennoch wird die Universitätsmedizin nicht nur positive Folgen haben, genau so wenig wie es das allgemeine Wachstum der Stadt hat. Wohnungen in Augsburg sind schon heute knapp und teuer. Ein Zuzug von Uni- und Klinikmitarbeitern sowie von Studenten wird die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärfen. Bauträger werben schon seit Jahren mit der Nähe zur Uniklinik. Auch die Frage, wie der Verkehr zur Uniklinik abgewickelt werden soll, ist nicht in allen Details geklärt. Eine zweite Straßenbahnlinie ist in Planung, ein Baubeginn aber noch nicht absehbar.

Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, was die Uniklinikwerbung für den alltäglichen Betrieb in Schwabens größtem Krankenhaus bedeutet. Bisher gab es kaum Veränderungen, doch künftig wird es für Patienten eine Umgewöhnung sein, wenn teils schon recht junge Medizinstudenten die Behandlung mitübernehmen. Zum Versuchskaninchen, versichern Uni und Krankenhaus, werde aber kein Patient.

Die größte Herausforderung wird sein, genug Personal zu finden. Wie jedes große Krankenhaus hat das Klinikum Schwierigkeiten, genug Pflegekräfte zu bekommen. Die sind aber nötig, weil das Krankenhaus unter anderem seinen Intensivbereich ausbauen muss. Gelingt dies nicht, wäre das nicht nur ein Bremsschuh bei der Entwicklung des Krankenhauses, sondern ein alarmierendes Signal für die Versorgungsqualität.

Lesen Sie dazu auch: Die Hochschule Augsburg ist am Limit

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Die Diskussion ist geschlossen.

08.10.2019

Na hoffentlich investiert sich Augsburg mit seinen Schulden nicht zugrunde. Am Ende des Tages musste immer noch das erwirtschaftet werden, was man vorher ausgibt. Und wenn der Boom ausbleibt, dann gute Nacht.