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Theater Augsburg

03.06.2018

Achtung Komödie! So war die Premiere von "Viel Lärm um nichts"

Im Martinipark ist Shakespeares "Viel Lärm um nichts" zu sehen.
Bild: Jan-Pieter Fuhr

Das Theater Augsburg inszeniert Shakespeares „Viel Lärm um nichts“. Im Martinipark soll gelacht werden. Voller Spielfreude stürzt sich das Ensemble ins Stück.

Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Es kommt einem noch wie gestern vor, dass André Bücker als neuer Intendant des Theaters Augsburg begrüßt worden ist. Nun neigt sich seine erste Spielzeit in Augsburg dem Ende entgegen. Bevor die Saison auf der Freilichtbühne mit dem Fugger-Musical „Herz aus Gold“ ausklingt, steht im Martinipark ein großes Ensemble-Stück auf dem Programm: Shakespeares irrwitzige Beziehungskomödie „Viel Lärm um nichts“. Elf Darsteller bietet das Theater für das Stück auf. Da kann das neue Schauspiel-Ensemble zeigen, wozu es in solch geballter Form in der Lage ist.

So war die Premiere von "Viel Lärm um nichts" am Theater Augsburg

Erst einmal: mit großer Leidenschaft und Spielfreude an dieses Stück herangehen. Es darf, nein es soll gelacht werden. Dafür haben sich Regisseur Malte Kreutzfeldt und seine Schauspieler mit allen komödiantischen Mitteln gewappnet: Wortwitz und Slapstick, Parodien, Raufeinlagen und das Spiel im Spiel („Jetzt habe ich meinen Text vergessen“). Allerdings liegt in diesem Herangehen auch eine Gefahr: Bei allem Komödiantentum das Stück aus den Augen zu verlieren. Kreutzfeldt gelingt es, den Bogen nicht zu sehr zu überspannen.

Überhaupt müssen die Darsteller, die in ihren Kostümen an englischen Landadel erinnern (Kostüme: Christiane Hielscher), auf der steilen Rampe, die mit Kunstrasen ausgelegt ist, zweieinhalb Stunden rein physisch Akrobatik pur vollbringen. Der Rasen, auf dem Claudio und Hero sowie Benedikt und Beatrice aufeinander zu streben, ist rutschig. In der Bühnenmitte steht ein Apfelbaum. Soll der nicht auch ein bisschen auf das Paradies verweisen? Die Männer sind jetzt zurück aus dem Krieg und können sich für Liebesdinge interessieren. Alles Friede, Freude …

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So leicht geht es bei Shakespeare nicht: Auf der Bühne wird noch dieser eine Apfel vom Baum der Erkenntnis verspeist, spätestens dann sind die Lügen und Intrigen unaufhaltsam in der Welt. Don John (Sebastian Baumgart) möchte Claudio (Daniel Schmidt) und Hero (Karoline Stegemann) mit „Fake News“ auseinander bringen, Don Pedro (Patrick Rupar), Leonato (Gerald Fiedler) und Claudio möchten mit alternativen Fakten Benedikt (Andrej Kaminsky) und Beatrice (Katja Sieder) zusammenbringen.

Zweieinhalb kurzweilige Stunden glänzt das Ensemble

Und der Paradies-Apfelbaum? Wird als natürliche Tarnung in seine Einzelteile zerlegt. Nicht mehr nötig, dieses Glück. Nicht einmal der Buzzer, der Alarmknopf, der immer wieder von den Akteuren gedrückt wird, um die Aufmerksamkeit aller zu bekommen, nicht einmal dieser Buzzer zieht Antworten nach sich, die Ordnung in diesem Beziehungsknäuel schaffen.

Bis zur Pause sind alle Narren los, zeigt sich das ganze Ensemble gagsicher, nach der Pause übernehmen die beiden Schutzleute (Roman Pertl, Ute Fiedler) den Blödelpart, damit die Übrigen dem Publikum diese aberwitzige Beziehungskiste stringent zu Ende erzählen können: Erst sagt der genarrte Claudio die Hochzeit ab, weil er glaubt, Hero sei untreu. Als herauskommt, dass Don John und sein Gehilfe Konrad (Kai Windhövel) ihn gelinkt haben, wird er von Reue geplagt. Die Hochzeit findet doch statt, dazu finden Benedikt und Berenice, die sich tatsächlich ziemlich blutige Nasen aneinander geholt haben, auch noch zueinander.

Zweieinhalb kurzweilige Stunden glänzt das gesamte Ensemble durch seinen Spiel-Aberwitz. Da ist in diesem ersten Jahr in Augsburg etwas zusammengewachsen, das Neugier auf die nächste Saison macht. Zum Schluss bringt Kreutzfeldt fünf Paare zueinander, selbst Don Johns Handlanger Konrad bekommt mit Margarethe (Natalie Hünig) noch eine Partnerin ab. Also doch: Friede, Freude, Paradies-Apfelkuchen!

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