Mozartfest für Kinder

08.05.2018

Macht Spiele mit Musik!

„Plingpolyplü Fantastiko“ heißt das Gastspiel aus Köln, das zum Experimentieren mit Klängen animiert.
Bild: Michael Meinert

Dazu fordert das Mozartfest für Kinder auf. es schickt Schülerinnen und Schüler auf eine „Wunderkindreise“ und macht eine Kiste zum Klanglabor

Kinder, die sich im Museum auf dem Boden fläzen oder im klassischen Konzert die Augen fest zumachen, wären eigentlich ein Fall für Erziehungscoaching: Tanzt der Nachwuchs den Eltern auf der Nase herum oder überfordern die Erwachsenen ihre Sprösslinge mit Kultur? Keins davon traf auf 80 Drittklässler zu, die sich beim Vor-Spiel des Augsburger Mozartfestes für Kinder „Kling Klang Gloria!“ am Montag zwischen Violinen, Bratschen, Celli, einem Bass und Schlagwerk auf dem Boden des Textilmuseums rekelten. Sie sollten dort, zwischen den entlang drei Seiten platzierten Musikern, lagern und bekamen sogar Schlafmasken, um die Augen wirklich ganz fest schließen zu können. „Ich höre was, was du nicht siehst“ war das Motto des Konzertes der Bayerischen Kammerphilharmonie mit Werken von Mozart und Arvo Pärt. Sätze aus Mozarts Divertimento KV 136 begrüßten die Schülerinnen und Schüler zum Warmhören, richtig spannend wurde es, als die Drittklässler blind Arvo Pärts „Fratres“ lauschten und anschließend mit Ute Legner und Ingrid Hausl von „Mehr Musik!“, dem städtischen Musikvermittlungsprogramm und Veranstalter von Kling Klang Gloria!, interpretierten.

Wäre Mozart heute vielleicht ein Jazzer?

Der Erfolg des Testballons im vergangenen Jahr gab „Mehr Musik!“ Recht, ein eigenes Kinder-Mozartfest zu etablieren. Das Motto „Machtspiele“ des Mozartfestes hat Ute Legner in „Macht Spiele!“ abgewandelt und sieben Veranstaltungen vom 13. bis 18. Mai ins Programm genommen: Eröffnet wird das Festival mit der „Wunderkindreise“, einem Jazzkonzert für Sieben- bis Elfjährige vom Fakstheater. Vielleicht wäre Mozart heute ja Jazzer? Solchen Fragen und vor allem der, wie es für den erst siebenjährigen Wolfgang Amadé wohl war, als Kinderstar zu den Adelshöfen Europas zu reisen, gehen Karla Andrä und Kollegen nach.

Während der Festivalwoche können dann Schulklassen die „Wunderkindreise“ erleben. Oder Musikvermittler kommen als „Vertretungslehrer“ zu „kleinen Mozartstunden“ an die Schulen. Was sie in einem Projekt in den vergangenen Wochen bereits erarbeitet haben, zeigen vier Grundschulklassen bei der „Klangschule: Tonspiele“: Nach Mozarts Anleitung, wie man komponieren und dann Würfel entscheiden lassen kann, in welcher Reihenfolge die Takte gespielt werden, haben sie Musik und eigene Zufallsprinzipien erfunden.

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Beim Kölner Gastspiel „Plingpolyplü Fantastiko“ entpuppt sich eine Holzkiste als Kunstplastik und Klanglabor mit jeder Menge akustischen und elektronischen Instrumenten zum Ausprobieren. Im Schaezlerpalais geben Studenten des Musterstudiengangs Musikvermittlung/Konzertpädagogik des Leopold Mozart-Zentrums den Kindern bei „Nur für Adleraugen, oder: Wer suchet, der findet“ musikalische Hinweise für ein „Suchkonzert“ entlang der Deckengemälde und Supraporten. Beim Abschlusskonzert des Festivals schließlich werden Musikerinnen und Musiker des Ensemble „aTUNES“ unter der Regie von Ute Legner zu Figuren auf einem Spielbrett, deren Musizieren die Kinder über einen Buzzer bestimmen dürfen.

Es darf also nicht nur auf Museumsböden gechillt und mit geschlossenen Augen gehört werden, erklärt Legner. „Das Spiel und der spielerische Umgang mit Musik, und dass aus Musik Spiel entsteht, zieht sich als roter Faden durch alle Programmpunkte. Deshalb hat unser Kinderfestival auch so einen klangvollen Namen nach einem alten Abzählreim, weil es immer auch um das Erkunden von Musik und um Klangforschung geht: eben Kling Klang Gloria!“

Veranstaltung Für die „Wunderkindreise“ am 13. Mai um 11 Uhr im Kulturhaus Abraxas gibt es noch Karten unter 0821/3246355.

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