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Musikalien

08.01.2021

Was man in Augsburg gerne angehört hat

Zweiter Satz „Grazioso“ aus dem Klavierkonzert D-Dur von F. H. Graf.

Plus Der Tonkünstlerverband schenkt seine umfangreiche Notensammlung der Staats- und Stadtbibliothek. Es gibt einiges darin zu entdecken.

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg punktet nicht nur mit ihrem einzigartigen Bücherbestand. Auch ihre musikalische Sammlung weist beachtliche Schätze auf. Jüngst hat sie der Tonkünstlerverband Augsburg-Schwaben um eine größere Schenkung vermehrt. Dabei handelt es sich um eine vielseitige Notensammlung zahlreicher Musiker und Komponisten aus Augsburg und Schwaben aus vier Jahrhunderten. Das meiste der Originalwerke in Drucken oder Handschriften sei Aufführungsmaterial, zu erkennen an Eintragungen der Bearbeiter und Musiker, berichtet Bibliothekarin Ursula Korber.

Das älteste Stück ist eine Sonate für vier Violen des Augsburgers Wolfgang Ebner (1611–1665), der als Wiener Hoforganist von Kaiser Ferdinand III. zu Ansehen kam. Ausgiebig wurden Werke des seinerzeit sehr geschätzten Kantors bei St. Anna, Friedrich Hartmann Graf (1727–1795), und seiner Familie gesammelt. Auch sein Bruder Christian Ernst und sein Vater Johann seien vertreten. Chordirigenten, Domorganisten und Kirchenmusiker schließen sich an.

Der größere Teil der Sammlung, 115 Titel, enthält Tonkünstler des 20. Jahrhunderts, etwa Gustav Heuer, der 1919 den „Tonkünstlerverein Augsburg“ gründete. Bekannte Namen sind darunter wie Otto Jochum, Werner Egk, Arthur Piechler, Karl Kraft, Erna Woll sowie Karl Erhard und Fred M. Bauersachs, beide viele Jahre Lehrer am ehemaligen Leopold-Mozart-Konservatorium. Ein Ordner mit Konzertprogrammen gibt Aufschluss, was in Augsburg über die Jahrzehnte an neuer Tonkunst zu hören war.

Ein Prachtstück ist die weltberühmte Augsburger Liederhandschrift

„Es ist eine schöne, eine wertvolle, eine bereichernde Sammlung“, lobt Ursula Korber den Neuzugang. Sie wird die Noten des Tonkünstlerverbands Zug um Zug katalogisieren und damit einpassen in die bestehende Sammlung regionaler Komponisten.

Dabei hat die Staats- und Stadtbibliothek bisher schon mit ihren Musikalien geglänzt. Prachtstück ist die weltberühmte Augsburger Liederhandschrift aus den Jahren 1505 bis 1518 mit der Musik, die sich Kaiser Maximilian gefallen ließ. Auch Orlando di Lasso und Adam Gumpelzhaimer sind vertreten. Aus der Klosteroffizin von St. Ulrich und Afra sind Choralbücher samt der Druckstöcke überliefert.

Ohne Mozart geht es in Augsburg auch in der Bibliothek nicht: Nach Auskunft von Direktor Karl-Georg Pfändtner stechen unter den Mozartiana besonders die Autografen von Leopold und Wolfgang Amadé heraus sowie handschriftliche Noten von Wolferl und seiner Schwester Nannerl. Derzeit steht Pfändtner im Gespräch mit dem Stadtarchiv, um die Augsburger Mozart-Bestände an einem Ort zu konzentrieren. Zumal in der Staats- und Stadtbibliothek auch die Noten aus dem Kloster Heilig Kreuz eingelagert sind. In dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift blühte das Musikleben im 18. Jahrhundert, erhalten haben sich zahlreiche Abschriften auch Mozart-scher Werke mit eigenhändigen Korrekturen von Vater und Sohn.

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