Die Brechtbühne liegt im Dämmerlicht, die Opernprobe beginnt im Halbdunkel. Doch durch die Kulisse schimmert Anna Maleks Silhouette, ihr Schatten bewegt sich und die Musik folgt ihr. Präzise Geste, klarer Schwung, so leitet sie das Bühnenorchester, Trompete, Geige, Trommel. Die Geschichte spielt jetzt im Scheinwerferkegel: Mit großen Augen blickt die Sopranistin Olena Sloia in die Zuschauerränge und klammert sich an ein Heftchen in ihrer Hand. "Dich, mein Tagebuch, habe ich zuerst gesehen", singt sie. Es sind die Worte der Anne Frank, des jüdischen Mädchens, das im KZ Bergen-Belsen zu Tode kam und das der Welt ein Werk hinterlassen hat.
Augsburger Philharmoniker