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  4. Staatstheater Augsburg: Der "Menschenfeind" geht ins Netz: Molières Komödie am Staatstheater Augsburg

Staatstheater Augsburg
01.12.2023

Der "Menschenfeind" geht ins Netz: Molières Komödie am Staatstheater Augsburg

Molières "Der Menschenfeind" am Staatstheater Augsburg, auf der Brechtbühne im Gaswerk.
Foto: Jan-Pieter Fuhr

Plus Auf der Brechtbühne spielt "Der Menschenfeind" von Molière in einer Partykulisse – und im schönen Schein der Instagram-Welt. Staatsintendant André Bücker inszeniert selbst den französischen Bühnenklassiker.

Es ist angerichtet: Champagner-Flaschen stehen auf allen Tischen. Die Tanzfläche glänzt. Das bunte Partylicht werden sie gleich anknipsen, für die Probe hier auf der Brechtbühne. Im Nachtleben lässt Staatsintendant André Bücker seine neue Inszenierung spielen, "zwischen Club und Salon", so beschreibt er die Kulisse. Und all diese Show für einen Miesmuffel: Ein Besserwisser, enttäuscht von der Welt, der Liebe und der Mittelmäßigkeit der Menschheit – um diese Figur dreht sich das Schauspiel "Der Menschenfeind" von Molière. 1666 schrieb der französische Komödienmeister das Stück. Bücker will es am Staatstheater Augsburg in einen Club von heute transportieren – und auf die digitale Spielwiese, aufs Glatteis der Eitelkeit von Instagram, TikTok und Co.

Molière lässt in diesem Klassiker einen Antihelden wüten: Der Nörgler Alceste liebt die lebenslustige Célimene, die aber will ihn nicht, wegen seiner Eifersucht und Gockelei. Und mitten in diesem Kuddelmuddel betreten Gäste den Salon, gute und falsche Freunde, Geliebte. "Es ist ein Abend mit vielen Verabredungen", erklärt André Bücker und meint damit: Auftritt, Licht, Ton, das Timing muss stimmen. "Und wenn man sich da als Schauspieler einmal verspricht..." Denn der Witz ist: Die Figuren sprechen in astreinen Reimen. Pingpong mit Versen, darin liegt die Finesse der Sprache.

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