Gastro in Augsburg: Das gibt es im neuen Lokal "Ombretta"
Gastronomie: So sieht es im neuen Lokal "Ombretta" in der Maximilianstraße aus
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Ein kleiner Schluck zum Tagesausklang, serviert mit Häppchen, den sogenannten Cicchetti - wer Italien kennt, liebt diesen Brauch. Er vermittelt Lebensgefühl, Gemeinschaft und die Erkenntnis, dass nach der Arbeit auch Zeit sein darf für den privaten Austausch mit Freunden oder Kollegen. Die Augsburger Gastronomen Vito Ruggeri und Sohn Marco Ruggeri, bekannt als Betreiber des "Mille Miglia" in der Maximilianstraße, wollen diesen Brauch nun nach Augsburg bringen. Mit dem "Ombretta" haben sie sich den Traum von einem Restaurant der etwas anderen Art erfüllt: Es geht nicht um opulente Menüs und ausgefallene kulinarische Kreationen. Im Mittelpunkt stehen der Wein und die Geselligkeit. Der Ort, an dem beides zusammengebracht wird, ist für sich außergewöhnlich.
Die Geschichte des Harterhauses in der Maximilianstraße geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Einst war es das Zunfthaus der Kramer, also der Augsburger Händler, später ging es in den Besitz von Bürgermeister Hieronymus Harter über, der es von Elias Holl umbauen ließ. Einige Stuckdecken sind noch aus dieser Zeit erhalten, die allerdings gehören nicht zum Restaurant, sondern zum angegliederten Hotel Maxim Suites. Auch das "Ombretta" von Vito und Marco Ruggeri besticht durch die Architektur.
Ambiente: Das "Ombretta", was so viel heißt wie "kleiner Schatten", liegt am Eingang zur Wintergasse. Der Wein ist hier nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch eine der "Hauptfiguren": Die Weinregale sind gleichermaßen Auslage und Deko. Die Gäste sitzen an Holztischen, das Lokal macht einen modernen, aber gemütlichen Eindruck. Beeindruckend ist der überdachte Arkadenhof: Von hier haben die Gäste einerseits einen freien Blick auf die Häuser in der etwas tiefer gelegenen Unterstadt, andererseits auf das Gebäude selbst, das in den oberen Stockwerken das Hotel Maxim Suites beherbergt. Auch ein Blick in die Küche ist erlaubt, was dem Gast stets ein gutes Gefühl gibt.
Speisekarte: Das "Ombretta" ist kein Italiener im klassischen Sinn, zumindest nicht so, wie man ihn in Deutschland interpretieren würde. Denn eigentlich ist das Restaurant ja doch sehr typisch für Italien: Man kann schon morgens hingehen und vor der Arbeit einen schnellen Kaffee oder ein ausgedehntes Frühstück genießen, man kann mittags mit Geschäftspartnern oder Freunden essen oder nach der Arbeit auf einen Aperitivo vorbeischauen. Die Speisekarte bietet manche Angebote zeitlich gestaffelt: Frühstück gibt es werktags bis 10.30 Uhr (sonntags bis 11.30 Uhr), Mittagessen von 11.30 bis 16 Uhr und den Snack zum Tagesausklang von 16.30 bis 18 Uhr. Manche Speisen werden bis 23 Uhr angeboten. Mittags überwiegt Pasta, abends werden belegte Häppchen, die Cicchetti, Pinsa oder Tagliere serviert. Letzteres sind Platten mit Spezialitäten wie San-Daniele-Schinken, Mortadella oder Käse. Sehr umfangreich ist im "Ombretta" die Weinkarte mit guten Tropfen aus Südtirol bis Sizilien. Die Aperitifs und Cocktails sind ausgefallen und sehr schön angerichtet.
Preise: Die Pinsa gibt es ab 12,80 Euro, die Tagliere für 13,80 (für eine Person) oder ab 22,50 Euro für zwei Personen. Die Pasta mittags liegt preislich zwischen 12,80 und 14,50 Euro, das Entrecôte mit Knoblauch und Olivenöl gibt es für 21,90 Euro. Ein Glas Cola liegt bei 3,40 Euro, das Apfelschorle bei 3,80 Euro, ein Helles (0,33 l, von Riegele) kostet 3,90 Euro. Die Preise für eine Flasche Wein variieren stark, es gibt günstigere Angebote im zweistelligen Eurobereich, man kann aber auch bis in den dreistelligen Bereich rutschen, wenn es ein edlerer Tropfen sein soll.
Service: Die Mitarbeiter sind schnell und freundlich, hier und da gibt es noch kleinere Anfangsschwierigkeiten: eine vergessene Nachspeise oder ein Essen, das schneller kommt als die Getränke …
Öffnungszeiten: Das "Ombretta" in der Maximilianstraße 39 hat Montag bis Samstag von 8 bis 24 Uhr geöffnet. Sonntags ist von 9 bis 16 Uhr offen. Reservierungen sind unter Telefon 0821/45309900 möglich.
Barrierefreiheit: Das Restaurant selbst ist ebenerdig, die Toiletten sind über eine Treppe erreichbar.
Fazit: Das "Ombretta" hat ein Angebot, das es in Augsburg so bislang nicht gab und das perfekt in die geschäftige Maximilianstraße passt. Die Lage im wunderschön sanierten Harterhaus liefert den Beweis, dass Augsburg seinen Spitznamen "nördlichste Stadt Italiens" zu Recht trägt. Auch Gäste aus Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt werden hier aufgrund der Architektur und des nach außen hin nicht sichtbaren Arkadenhofs Augen machen.
In unserer Rubrik "Reingeschmeckt" stellen wir neue Lokale vor. Unsere Autorinnen und Autoren sind als zahlende Gäste unterwegs und testen das Angebot ohne vorherige Absprache mit den Restaurants. Die Fotos entstehen im Nachklang.