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Kanuslalom

11.04.2015

Aufbruch nach Brasilien

Junioren-Paddler rechnen bei der WM in Foz do Iguaçu mit vielen Mücken und haben die Anweisung bekommen, bei Ausflügen vorsichtig zu sein

Der Bundes- und Leistungsstützpunkt für Kanuslalom liegt idyllisch im Siebentischwald. „Am Eiskanal 30a“ steht auf der Tafel am Eingang. Von hier aus geht es am Sonntag für sechs junge Sportler in die große weite Welt. Foz do Iguaçu – direkt neben dem berühmten Wasserfall am Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay steigen die Kanuten bei den Junioren-Weltmeisterschaften (22. bis 26. April) ins Boot. Für einige Augsburger ist es die erste WM, sie müssen deshalb außer der Ideallinie zwischen den Toren auch die nötige Ruhe bei der Paddelarbeit finden.

Florian Breuer kennt das alles bereits zur Genüge. Der 18-Jährige gewann vergangenes Jahr im australischen Penrith Gold im Canadier-Einer und durfte anschließend auch noch mit der Männer-Nationalmanschaft auf Tour. „Es war sehr anstrengend, ich musste mich anschließend erst einmal erholen.“ Die vielen Rennen auf höchstem Niveau hatten aber auch einen angenehmen Nebenaspekt. Es gab viele Daten auszuwerten, gemeinsam mit Sportwissenschaftler Michael Keim arbeitete Breuer seine Defizite heraus. „Mir hat manchmal die Power gefehlt“, so der angehende Landespolizist. „Jetzt habe ich ein gutes Gefühl und fühle mich bereit.“ Das Ziel heißt Gold.

Nicht ganz so offensiv gehen die anderen Augsburger die WM an. Trainer André Ehrenberg hat Verständnis dafür. „Alle haben das Potenzial, das Finale zu erreichen, dann entscheidet die Tagesform.“ Denn Wohl und Wehe liegen im Slalom eng beieinander. „Wenn es gut läuft, ist der Fahrer schnell einmal ein paar Sekunden schneller. Es kann aber auch sein, dass einer gleich am Anfang zwei Strafsekunden kassiert und dann nicht mehr in den Rhythmus kommt.“

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Ehrenberg kennt den Kanal in Brasilien, der von einem Stausee gespeist wird. „Ich war bei der WM 2007 chinesischer Nationaltrainer. Die Strecke ist schmal und hat nicht besonders viel Wasserwucht“, erinnert sich der olympische Bronzemedaillengewinner von 1996.

Die Sportler haben für die Tage in Brasilien vom Verband schriftliche Empfehlungen bekommen. „Wir sollen bei Ausflügen in die Stadt immer einen kleinen Geldbetrag dabeihaben“, erzählt Elena Apel. Damit im Fall eines Überfalls der Räuber gnädig gestimmt ist? „Unsere Kanuten sollten sich überhaupt nicht in den Stadtvierteln bewegen, die gefährlich sein könnten“, sagt Trainer Ehrenberg. Gegen die Mückenplage werden die Sportler Armbänder bekommen.

Auf Elena Apel wartet eine besondere Herausforderung. Die Tochter von Kajak-Bundestrainer Thomas Apel startet im Kajak und Canadier. „Im C1 konnte ich aber nicht viel trainieren, deshalb erwarte ich im K1 das bessere Resultat.“ Für die Freundinnen Birgit Ohmayer (C1) und Selina Jones (K1) sind Kanu-Weltreisen nicht neu. Sie waren 2014 bei den Olympischen Jugendspielen erfolgreich (3./4. Platz), mussten in der Vorbereitung auf die neue Saison allerdings krankheitsbedingte Pausen einlegen.

Ein „Kribbeln im Bauch“ verspürt Lukas Stahl aus Horgau vor seiner ersten WM. Der Kajakfahrer wird von seiner Mutter trainiert und hofft ebenso auf eine Einzelmedaille wie Thomas Strauß: „Schulfrei ist immer was Schönes“, sieht Strauß einen angenehmen Nebenaspekt.

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