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Fußball

26.05.2019

Friedrich auf dem Weg nach oben

In Berlin zählt der ehemalige Augsburger Marvin Friedrich zum Stammpersonal. Am Montag kann er in die Bundesliga aufsteigen.
Bild: Witters

Mit Union Berlin steht der 23-Jährige vor dem Aufstieg in die Bundesliga, seine Zeit in Augsburg verlief hingegen enttäuschend. Nun überlegt der FCA, Friedrich zurückzuholen

Hinter Marvin Friedrich liegt ein aufregender Donnerstagabend. Relegation. Erste gegen Zweite Liga. VfB Stuttgart gegen Union Berlin. Und Friedrich mittendrin. An drei von vier Toren war der 23-Jährige beim zwischendurch turbulenten 2:2 direkt beteiligt. Während er bei den Gegentreffern der Stuttgarter Gentner und Gomez eine unglückliche Figur abgab, nährte Friedrich mit seinem Kopfballtreffer zum Endstand die Hoffnungen der Berliner, erstmals in die Fußball-Bundesliga aufzusteigen. Am Montag fällt in Berlin die Entscheidung (20.30 Uhr). Für Friedrich wäre das Erreichen der Erstklassigkeit der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere. Diese hat spät Fahrt aufgenommen, eigentlich erst mit dem Wechsel zu Berlin vor knapp eineinhalb Jahren.

Als 18-Jähriger debütierte Friedrich für Schalke 04 in der Bundesliga und Champions League. Er galt als großes Abwehrtalent mit großer Zukunft. Weil ihm in Gelsenkirchen der Durchbruch jedoch verwehrt blieb, versuchte er bei einem anderen Bundesligisten Fuß zu fassen. Für eine geschätzte Ablösesumme in Höhe von einer Million Euro verpflichtete der FC Augsburg den schlaksigen Abwehrspieler.

Doch auch dort etablierte sich Friedrich nicht im Bundesligakader, stattdessen warfen ihn Verletzungen zurück. Ein Beckenschiefstand wirkte sich in Form einer Schambeinentzündung aus. Im rechten Schuh trägt er seitdem eine Einlage.

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In der Bundesliga lief Friedrich nie für den FCA auf, in der viertklassigen Regionalliga verstärkte er die U23. Wenig befriedigend für Friedrichs Ansprüche, diese Entwicklung glich einem Rückschritt. Im Januar 2018 folgte daher der Wechsel zum Zweitligisten Union Berlin, zunächst auf Leihbasis. Und Friedrich spielte, wirkte sogleich als Stammkraft und half mit, den Ligaverbleib zu sichern. Überzeugend im Spielaufbau, entschlossen im Zweikampf und bereit, Verantwortung zu übernehmen – so präsentierte sich Friedrich. Berlin und Augsburg einigten sich, Friedrich wechselte im Sommer dauerhaft zum Zweitligisten. Statt gegen den Abstieg spielte Friedrich nun um den Aufstieg, auch für ihn selbst lief es immer besser. „Ich spiele viel, kann der Mannschaft helfen und fühle mich sehr wohl“, erklärte Friedrich im Herbst dem Tagesspiegel.

Friedrich, geboren in Kassel und öffentlich ein zurückhaltender Mensch, blühte in Berlin auf. Bestärkt durch das Gefühl, wichtiger Bestandteil einer Mannschaft zu sein. In allen Liga- und Pokalspielen stand der Abwehrspieler über die volle Distanz auf dem Rasen. Seinem ehemaligen Verein ist diese positive Entwicklung nicht verborgen geblieben. Und der FC Augsburg hat vorgesorgt.

Beim Wechsel im Sommer ließ sich der FCA eine Rückkaufoption zusichern, die in diesem Sommer greifen würde. In einem Gespräch mit unserer Redaktion bestätigte FCA-Trainer Martin Schmidt Anfang Mai, dass Friedrich in den personellen Überlegungen eine Rolle spiele. „Das ist ein Spieler, über den wir uns intern sicherlich Gedanken machen“, äußerte Schmidt.

Fraglich bleibt, ob sich Friedrich auf eine Rückkehr nach Augsburg einlassen würde. In Berlin hat er sich etabliert, ist anerkannt und wird wertgeschätzt. In Augsburg müsste er sich mit Gouweleeuw, Danso, Oxford und womöglich mit dem Defensivallrounder Khedira um einen Platz in der Innenverteidigung streiten.

Dazu passt, dass Friedrich vor einigen Wochen deutlich gemacht hat, nicht nach Augsburg zurückkehren zu wollen.

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