Leichtathletik

25.05.2019

Nur fünf Pausen in 24 Stunden

Christoph Lux

Christoph Lux bewältigt beim Ultra-Lauf in Basel 252,8 Kilometer und qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft

Christoph Lux verbesserte im schweizerischen Basel enorm den schwäbischen Rekord im 24-Stunden-Lauf. Der 40-jährige Ultra-Langstreckler von der TG Viktoria Augsburg schaffte 252,8 Kilometer. Sein Vereinskollege Udo Pitsch hatte die schwäbische Bestleistung mit 219,3 Kilometern seit elf Jahren gehalten. Christoph Lux konnte auch die Weltmeisterschaftsnorm von 238 Kilometern weit übertreffen.

Er ist bereits vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für die kommenden Titelkämpfe am 27. Oktober im südfranzösischen Albi aufgestellt. In den letzten 17 Jahren waren nur zwei Deutsche besser. „Wir haben einen 24-Stunden-Läufer mit internationalem Format“, kommentierte der DLV-Funktionär Norbert Madry. Nur der letztjährige EM-Dritte Aleksandr Sorokin rannte in Basel mit einem litauischen Landesrekord von 272,7 Kilometern schneller. „Ich brauchte nur fünf Pausen von drei bis vier Minuten für Kleiderwechsel und Toilette“, berichtet der Augsburger aus Göggingen. Essen und Trinken passierte während kurzer Gehpausen. Es galt, einen Flüssigkeitsverlust von 15 bis 18 Litern und einen Verbrauch von etwa 16000 Kalorien zu verkraften. Lux hatte zur Vorbereitung ein besonderes Training absolviert. Nach Ostern lief er 541 Kilometer auf dem Jakobsweg vom französischen Dorf Conques bis zu den Pyrenäen. „Solo in neun Tagen mit einem Fünf-Kilogramm-Rucksack“, erläutert Christoph Lux.

Mit Giovani González Popoca war ein weiterer Augsburger in Basel dabei. Der gebürtige Mexikaner, der für die LG Passau startet, musste jedoch nach 123,8 Kilometern das Rennen vorzeitig beenden. Seine 24-Stunden-Bestzeit steht bei guten 227,0 Kilometern. Gerannt wurde auf einer asphaltierten Runde von 1263 Metern im St.-Jakob-Park, der Heimstätte des FC Basel. Die von Christoph Lux gelaufene Anzahl von genau 200 Runden, das heißt 199 Mal am Ziel vorbei, verdeutlicht die enorme mentale Leistung. „Zur physischen Regeneration brauche ich nun drei Wochen“, weiß Lux, der als Controller im hessischen Darmstadt arbeitet. Für ihn keine Seltenheit ist ein Trainingslauf über zwanzig Kilometer in der Mittagspause.

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