Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten
Lokalsport
Icon Pfeil nach unten
Innenstadt
Icon Pfeil nach unten

Augsburg Centurions im Rosenaustadion: Footballer ecken bei Rosenaugaststätte an

American Football

Explosive Stimmung: Die schwierige Beziehung zwischen den Augsburg Centurions und dem Rosenaustadion

  • |
  • |
  • |
  • |
    Die Augsburg Centurions stehen gegen die Biberach Beavers nicht nur sportlich vor einer Herausforderung. Auch die Organisation in und um das Rosenaustadion muss klappen.
    Die Augsburg Centurions stehen gegen die Biberach Beavers nicht nur sportlich vor einer Herausforderung. Auch die Organisation in und um das Rosenaustadion muss klappen. Foto: Angela Merten, Sport in Augsburg

    Sportlich sieht Daniel Metzler dem ersten GFL2-Heimspiel in der Geschichte der Augsburg Centurions, der Football-Abteilung der TSG Augsburg, gelassen entgegen. Zwar haben die Centurions ihre ersten beiden Auswärtsspiele in Gießen und Wiesbaden verloren, doch als Aufsteiger gezeigt, dass sie mit den Liga-Favoriten mithalten können. Deshalb ist der Football-Chef vor dem Duell mit den ebenfalls noch sieglosen Biberach Beavers am Samstag (16 Uhr) im Rosenaustadion optimistisch. „Ich vertraue den Jungs und unserem Chef-Coach.“ Mehr Sorgen machen ihm hingegen die Augsburger Football-Fans und die organisatorischen Herausforderungen.

    So läuft der Kartenvorverkauf nicht wie gewünscht. „Wir sind inzwischen bei rund 500 Karten im Vorverkauf – leider nicht bei der erhofften 1000er-Marke. Allerdings war dies mitten in den Pfingstferien durchaus zu erwarten“, sagt Metzler pragmatisch. Die ersten beiden Saisonspiele hatten die Centurions auswärts einplanen müssen. „Für uns war das der eingegangene Kompromiss, um den Fußballern des FCA II sowie den Schwaben nicht bei möglichen Relegationsspielen in die Quere zu kommen.“ Der Fall trat dann auch ein: die Schwaben mussten in die Relegation und sicherten sich den Klassenerhalt erst im Rückspiel mit einem 2:1-Sieg gegen Kirchanschöring – im Rosenaustadion.

    Irene Krapf sieht an Centurions-Spieltagen ihre Veranstaltungen gefährdet

    Dort feierten die Centurions Ende September mit einem 37:7-Sieg gegen Karlsruhe den GFL-2-Aufstieg. Die Centurions waren in der professionellen deutschen Football-Welt angekommen und damit auch der Wunsch real geworden, von der TSG-Sportanlage in das Rosenaustadion umzuziehen. Erst nach viel Hin und Her und hohen politischen Wellen gab die Sportverwaltung, trotz Bedenken, ihre Zustimmung zu den Heimspielen der Centurions in dieser Saison. Diese Zwangsehe zwischen Footballern und Fußballern hat für Aufregung gesorgt. Die Fußballer befürchten, dass die Zweitliga-Footballer den Rasen nicht mehr regionalligatauglich hinterlassen. Doch nicht nur die Fußballer sind aufgebracht.

    Auch Irene Krapf, die die Rosenaugaststätte seit mehr 20 Jahren betreibt, ist mit der Vorgehensweise nicht zufrieden. Sie fühlt sich von der Politik übergangen. „Grundsätzlich stehe ich den Centurions oder auch anderen Veranstaltungen in der Rosenau positiv gegenüber und freue mich, dass das Stadion so angenommen wird“, sagt sie. „Für mich ist nur wichtig, dass unsere Veranstaltungen ordnungsgemäß abgewickelt werden können. Hier stehe ich in vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden und muss gewährleisten, dass alles ordnungsgemäß und professionell abgewickelt werden kann.“

    Hinter der Haupttribüne findet, wie beim Aufstiegsspiel, das Hauptcatering der Augsburg Centurions statt.
    Hinter der Haupttribüne findet, wie beim Aufstiegsspiel, das Hauptcatering der Augsburg Centurions statt. Foto: Robert Götz

    In der Event-Zone der Footballer treffen Fans und zum Beispiel Hochzeitsgäste zwangsläufig aufeinander. Nicht gerade eine glückliche Kombination. Ob da eine professionelle Abwicklung an den Football-Spieltagen gelingt? Daran hat sie Zweifel und wurde, aus ihrer Sicht, darin beim einzigen Probelauf der Centurions vor der Saison, beim Freundschaftsspiel Ende April gegen das GFL 1-Team Regensburg Phönix, bestätigt. Krapf und ihre Mitarbeiter hatten viel zu tun, um zum Beispiel dafür zu sorgen, dass die Football-Fans nicht die Gaststätte-Toiletten benutzten, dass Zugänge freigehalten oder Blumenkübel nicht beschädigt wurden.

    Metzler macht keinen Hehl daraus, dass nicht alles reibungslos lief, „dass es an der ein oder anderen Stelle noch an Abläufen und organisatorischen Prozessen hakt.“ Das sei zu erwarten gewesen: „Immerhin ist die Rosenau für uns Neuland.“ Metzler weiter: „Dass wir in manchen Bereichen noch unerfahren sind, kann ich bestätigen. Wir arbeiten jedoch hart daran, den Ansprüchen gerecht zu werden – und irgendwann gibt es für alles ein erstes Mal.“

    Rosenaugaststätte unterstützt Menschen in schwierigen Lebenslagen

    Für Krapf ist die Rosenaugaststätte mehr als ein Geschäft. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sie die Gaststätte auch zu einem multikulturellen Treffpunkt geformt. Zusammen mit der Schwabenhilfe, einem Zusammenschluss von engagierten FCA- und AEV-Fans, veranstaltet sie monatlich einen „Bedürftigen-Kaffee“. Hier erhalten Menschen in schwierigen Lebenslagen kostenlos ein Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen – ein Projekt, das Krapf zum großen Teil selbst finanziert.

    Irene Krapf ist seit über 20 Jahren Pächterin der Rosenaugaststätte.
    Irene Krapf ist seit über 20 Jahren Pächterin der Rosenaugaststätte. Foto: Peter Fastl

    Sie ist aber auch Unternehmerin. Und darum befürchtet sie finanzielle Einbußen, sollten die Spieltermine mit ihren Veranstaltungen, hauptsächlich Hochzeiten, kollidieren. Am Samstag ist das allerdings nicht der Fall.

    Bei der WM gibt es bisher eine Überschneidung

    Allerdings hat Krapf geplant, so war zu hören, während der Weltmeisterschaft im Biergarten, der auf dem Gelände des Rosenaustadions direkt an der Stadionstraße liegt, ein Public Viewing anzubieten. In der WM-Vorrunde gibt es eine Überschneidung. Am 20. Juni spielten die Centurions um 16 Uhr gegen Gießen, um 22 Uhr Deutschland gegen die Elfenbeinküste. Hier hofft Metzler auf eine Einigung: „Ich hatte Frau Krapf bereits zugesagt, dass wir uns zeitnah zusammensetzen und hoffentlich eine für beide Seiten tragbare Lösung finden, die eine reibungslose Koexistenz erlaubt.“

    Metzler sieht sich etwas zu Unrecht in der Schusslinie. Schließlich hat die TSG-Abteilung ordnungsgemäß das Rosenaustadion für das eine Freundschaftsspiel und die fünf Punktspiele von der Stadt gemietet und für den Ausschank auf dem Parkplatz hinter der Haupttribüne vom Ordnungsamt eine Genehmigung erteilt bekommen. In diesem Bescheid ist detailliert aufgeführt, welche Auflagen im Stadion und auf dem Parkplatz vor der Haupttribüne zu erfüllen sind. Es gibt sogar einen genauen Aufbauplan, der regelt, wo die Stände stehen dürfen.

    Daniel Metzler sieht die Augsburg Centurions zu Unrecht in der Schusslinie

    Daniel Metzler kann den Unmut teilweise verstehen, bittet aber auch um Verständnis. Die Einnahmen aus dem Catering sind ein Teil des Finanzierungskonzepts des GFL2-Teams. Die Centurions gäben ihr Bestes, um alle Auflagen einzuhalten und um auch mit Irene Krapf gut auszukommen. Metzler setzt auf Deeskalation: „Ich glaube, es benötigt vor allem eine detailliertere Abstimmung – gegebenenfalls auch mit Kompromissen auf beiden Seiten -, um ein gemeinsames Miteinander zu erreichen.“

    Rund um das Spiel

    Kasse Stadionstraße an der Rosenaugaststätte, Einlass ab 14 Uhr
    Parkplatz P1 Rasenfläche gegenüber dem TC Schießgraben
    Fahrräder nur an den ausgewiesenen Plätzen
    Kickoff 16 Uhr
    Aktion Wer in Weiß kommt, erhält freien Eintritt
    Öffentliche Verkehrsmittel Straßenbahn Linie 1 Richtung Göggingen, Ausstieg Burgfrieden, 13 min zu Fuß
    Stadionregeln
    Keine mitgebrachten Speisen und Getränke, Catering vor Ort
    Keine Bewegtbildkameras und Fotokameras mit Wechselobjektiven
    Keine Hunde
    Bezahlung Bar oder mit EC-Karte

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren