Im Viertel beim Augsburger Staatstheater wird es bald wieder laut, bunt und kreativ. Am Freitag, 12. Juni, und Samstag, 13. Juni, findet zum dritten Mal das Theaterviertelfest statt. Im ersten Jahr zog das Event mit kostenlosem Eintritt 18.000 Besucherinnen und Besucher an, im zweiten schon 25.000. Auch heuer dürfte das Programm viele Feierfreudige und Kulturinteressierte anlocken. Welche Highlights die Menschen dort erwarten.
Im Rahmen des Theaterviertelfests finden Führungen durch die Theater-Baustelle statt
Das Zentrum des Fests bildet das Theater. Die dortige Großbaustelle können Gäste beim Viertelfest aus nächster Nähe erkunden, wie Johannes Heiß vom Kulturreferat Augsburg erzählt. „Bei der Baufeldführung gehen wir in die Baugrube, die bis zu 16 Meter tief ist. Auf der anderen Seite sieht man schon die Fundamentplatten vom zukünftigen kleinen Haus. Mit Schaubildern zeigen wir, wie es gerade drinnen aussieht“, sagt Heiß. Fünf Führungen für jeweils 20 Menschen finden am Samstag statt. Am Infostand des Kulturreferats gibt es zudem eine virtuelle 3D-Führung mit VR-Brillen durch das neue Theater.
Auch das namensgebende Theater beteiligt sich am Viertelfest. Imme Heiligendorf vom Staatstheater zählt einige Highlights auf. „Wir bringen künstlerische Programme in die Orte im Viertel. Das Live-Band-Karaoke vom Weißen Lamm findet dieses Jahr zum Beispiel am Freitag bei uns im Leopold Mozart College of Music (LMC) statt“, sagt Heiligendorf. In der Soho-Stage zeigt Schauspielerin Natalie Hünig am Freitagabend Ausschnitte aus dem Liederabend „Alte weiße Frau“. Im Innenhof des LMC bietet der „Theatergarten“ während des Fests einen Ort für Konzerte, Workshops und Gastronomie. Ein Programmpunkt primär für Familien ist am Samstag das Konzert „Peter und der Wolf“ der Augsburger Philharmoniker im LMC-Konzertsaal. Passend dazu können Interessierte im Vorfeld beim Dirigier-Workshop von Generalmusikdirektor Domonkos Héja lernen, wie man das Stück dirigiert.
Wie die Organisatoren betonen, findet das Theaterviertelfest nicht nur an einzelnen Orten statt, sondern zieht sich durch das gesamte Quartier rund um Ludwigstraße, Hofgarten, Fronhof und Theaterstraße. „Das Fest zeichnet sich genau dadurch aus, dass es nicht das eine große Highlight gibt. Das Wichtigste ist, dass es für zwei Tage die Stadt und dieses Viertel verändert“, sagt Raphael Brandmiller, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Theaterviertel Jetzt.
Ein besonderer Fokus liegt dieses Jahr erneut auf dem „Parkhaus der Kunst“ in der Ludwigstraße. Künstlerinnen und Künstler der freien Szene bespielen mehrere Stockwerke mit Ausstellungen, Urban Art, Installationen und Live-Perfomances. Hervorzuheben sind die große Ausstellung des Graffitikollektivs „Die Bunten“, Arbeiten des Augsburger Künstlers Christofer Kochs sowie die Ausstellung „Movement Part II“ mit Schülerinnen und Schülern der Realschule St. Ursula. Auf Ebene 3A ist der Augsburger Jazzsommer mit diversen Jazzmusikern und -musikerinnen zu Gast.
Vereins-Vorsitzender Richard Goerlich: „Wir wollten nie nur ein Straßenfest organisieren.“
Stärker als im Vorjahr soll der Charakter eines Straßenfestes wieder belebt werden, unter anderem durch Straßenperformances und eine mobile Bühne für Bands sowie Sängerinnen und Sänger. „Wir wollten nie nur ein Straßenfest organisieren, sondern einen Ort schaffen, an dem sichtbar wird, wie urbanes kulturelles Leben in Augsburg aussehen kann, wenn das sanierte Staatstheater endlich wieder eröffnet wird“, sagt Richard Goerlich, Vorsitzender des Theaterviertel-Vereins. Zu den zentralen Veranstaltungsorten gehören der Kulturbiergarten, die Bar Italy, das Planetarium, der Boconcept-Live-Spot und der Beats-Radio-DJ-Hotspot.
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