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  3. Uraufführung: Bei "Berti Brecht" glänzt das Kollektiv in seiner Gesamtheit

Uraufführung
01.03.2024

Bei "Berti Brecht" glänzt das Kollektiv in seiner Gesamtheit

J-Pop-Performance dreier Schicksalsschwestern: Die Produktion "Berti Brecht and the Multiverse of Alienation" vom Theter-Ensemble.
Foto: Peter Fastl

Abgedreht und auf seine Weise faszinierend: das Theter-Ensemble beim Brechtfestival mit "Berti Brecht and the Multiverse of Alienation" im City Club.

Gegen Ende spaltet das Stück sogar das Publikum, im anschaulichsten Sinne des Wortes. Während ein Teil dem mit hastiger Leidenschaft gesprochenen Vortrag über die Theorie der Polarisierung für ein paar Minuten in das enge City-Club-Treppenhaus folgt, erlebt der Rest eine weitere der unfassbaren J-Pop-Performances der gar nicht mal so antiken Schicksalsschwestern, die immer dann durch die Inszenierung fegen, wenn die Figuren des überbordenden Sci-Fi-Fiebertraums „Berti Brecht and the Multiverse of Alienation“ sich zu sehr in ihren eigenen Befindlichkeiten verstricken.

Regisseur Leif Eric Young hat mit Dramaturgin Eva Ries dem Ensemble ein Multiversum, eine kaleidoskopartige Parallelwelt vor die Nase gesetzt, das von allen Beteiligten mit so viel Hingabe und Authentizität zum Leben erweckt wird, dass es völlig abwegig erscheint, dass dort Laien auf der Bühne stehen. Auch wenn experimentelles Theater im Technoclub eine ganz eigene Blase ist, „schafften wir in der Produktion nicht, einen Konsens zu finden. Aber wir fanden trotzdem zusammen“, so formuliert es Young. Eine Lehrweisheit im besten brechtschen Sinne, ein verführerisch simpel klingendes Medikament gegen die Polarisierung, die im Jahr 2024 die Welt in Atem hält und jegliche Vernunft auszubremsen scheint. 

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