Verkehr: Stadt Augsburg plant ein neues Radwegenetz ins Umland
Augsburg
Stadt Augsburg plant ein neues Radwegenetz ins Umland
Acht Vorrangrouten sollen als schnelle und sichere Hauptachsen für den Radverkehr fungieren. Doch es wird Platzprobleme und Verteilungsdiskussionen geben.
Das Foto zeigt den ersten bayerischen Radschnellweg zwischen München und Garching. So aufwändig werden neue Verbindungen in Augsburg nicht geplant, das Netz soll aber verstärkt werden. Foto: Sven Hoppe, dpa
Die Stadt möchte in absehbarer Zeit einen Plan vorlegen, um das bestehende Radwegenetz durch so genannte Radvorrangrouten zu verstärken. Die Vorrangrouten sollen als Hauptachsen für den Radverkehr entwickelt werden und bis in Umlandgemeinden führen. Baureferent Steffen Kercher sagt, es handle sich „um kein einfaches Vorhaben“, weil solche Routen auch Platz benötigen. Das Anpacken eines solchen Netzes wäre eine neue Stufe im Radausbau, weil die Stadt sich bei ihren Bemühungen in den vergangenen zehn Jahren vor allem darauf konzentrierte, Lücken im bestehenden Netz zu schließen. Mit den Vorrangrouten würde quasi eine neue Radwegeart außerhalb der bestehenden Hierachie entstehen.
In der Planung sind aktuell acht Korridore, die vom Augsburger Zentrum zu folgenden Zielen führen sollen:
Königsbrunn über den Innovationspark (in der Postillionstraßen wurden schon erste Voraussetzungen für eine Vorrangroute geschaffen)
Neusäß über die Uniklinik
Friedberg
Gersthofen
Stadtbergen
Bobingen über Inningen
Mühlhausen
ein Ring um die Innenstadt
Fahrradwege rund um Augsburg: Verschiedene Trassenvarianten geplant
Aktuell habe man verschiedene Trassenvarianten geplant, die nun abgeglichen werden müssen. Ein Thema werde dabei auch sein, mit welchem Aufwand man dieses Netz errichten könnte. Man überlege auch noch, wie diese Vorrangrouten gekennzeichnet werden. In anderen Städten seien sie etwa mit Farbe markiert, um deutlich zu machen, dass es sich um Hauptachsen handle. Man könne das Hierarchiesystem mit Autobahnen, Bundesstraßen und Gemeindestraßen auch auf Radwege übertragen, so Thomas Hertha vom Tiefbauamt. Die ganz große Lösung mit Radschnellwegen, die etwa aufgeständert und kreuzungsfrei verlaufen, werde es nicht geben. „In bebautem Gebiet lässt sich so etwas realistischerweise nicht umsetzen“, so Hertha.
Kercher sagte im Bauausschuss des Stadtrats, man wolle konkrete Streckenvorschläge mit Vor- und Nachteilen präsentieren. Ohne Eingriffe ins Straßennetz sei das nicht machbar. „Wichtig ist, dass solche Vorrangrouten durchgängig funktionieren. Nichts ist schlimmer als Bruchstellen.“
Ermutigende Stimmen für Pläne zu Fahrradinfrastruktur
Im Bauausschuss des Stadtrats gab es bei der Vorstellung des Zwischenstands ermutigende Stimmen. Es sei in den vergangenen Jahren einiges passiert, eine Fahrradstadt sei Augsburg aber noch nicht. Die Stadt hat zudem ihr Lückenschlussprogramm nicht vollständig abgearbeitet, etwa in der südlichen Donauwörther Straße. Noch keinen neuen Zwischenstand gibt es beim Ausbau des Kirschenwegs zwischen Firnhaberau und Hammerschmiede zum asphaltierten Fußgänger-/Radweg. Beschlossen ist der Ausbau grundsätzlich, nach Anwohnerprotesten verlangte die CSU vor der Sommerpause eine erneute Prüfung.
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