Gefrorene Scheiben, eisige Türgriffe und eine dicke Schneeschicht auf dem Dach – der Winter kann Autofahrern ganz schön zusetzen. Viele starten daher sofort den Motor, um das Auto aufzuwärmen. Schließlich soll es beim Losfahren schön warm sein. Doch so harmlos, wie es scheint, ist dieses Vorgehen nicht. Denn das Warmlaufen lassen kann unerwartete Schäden verursachen.
Auto warmlaufen lassen: Wie sinnvoll ist das Vorheizen des Fahrzeugs?
Manche Autofahrer lassen ihr Fahrzeug im Winter warmlaufen, um direkt in ein warmes Auto einsteigen zu können. Dabei ist diese Methode oft nicht wirklich effektiv. Laut ADAC-Tests bringt das Warmlaufenlassen des Motors im Stand deutlich weniger als erhofft. So erreicht das Motoröl nach vier Minuten Leerlauf bei einer Außentemperatur von minus zehn Grad gerade einmal minus sieben Grad.
Auch im Innenraum des Fahrzeugs steigt die Temperatur in dieser Zeit nur auf etwa 13 Grad – zwar spürbar wärmer als draußen, aber noch lange nicht angenehm. Zum Vergleich: Eine angenehme Raumtemperatur im Wohnzimmer liegt laut Umweltbundesamt bei etwa 20 Grad.
Gleichzeitig verbraucht das Fahrzeug dem ADAC zufolge in diesen wenigen Minuten bereits rund 0,1 Liter Kraftstoff. Letztlich ist das Warmlaufen lassen damit nicht nur ineffektiv, sondern auch reine Spritverschwendung. Dass sich diese Praxis mittlerweile weitgehend verabschiedet hat, zeigt eine aktuelle Studie des Kfz-Versicherers R+V: 89 Prozent der Befragten gaben an, zu wissen, dass das Warmlaufen lassen des Motors keine gute Idee ist.
Warum ist das Warmlaufen lassen keine gute Idee?
Das Warmlaufenlassen des Motors erhöht jedoch nicht nur den Spritverbrauch. Für Autofahrer kann es noch weitere Nachteile haben. So kann die sogenannte Warmlaufphase dem Motor schaden. Wird das Fahrzeug im Stand warmgelaufen, benötigt das Motoröl laut ADAC länger, um seine Betriebstemperatur zu erreichen. Dadurch ist die Schmierung weniger effektiv, wodurch die Reibung im Motor steigt und der Verschleiß zunimmt.
Zusätzlich droht eine Strafe. Denn laut ADAC gilt das Warmlaufenlassen des Motors als vermeidbare Lärmbelästigung und unnötige Abgasemission. Nach § 30 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) handelt es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 80 Euro geahndet werden kann.
Auch für die Umwelt kann das Vorheizen Folgen mit sich ziehen: Im kalten Zustand stößt ein Fahrzeug nämlich besonders viele Schadstoffe aus. Laut dem Auto-Ratgeber der R+V Versichererung sogar „die doppelte bis dreifache Menge an Abgasen“.
Übrigens: Elektroautos lassen sich laut ADAC gar nicht warmlaufen. Der Elektromotor beginnt erst dann zu arbeiten, wenn das Fahrzeug tatsächlich in Bewegung gesetzt wird.
Warmlaufen lassen in der Tiefgarage: Ist das erlaubt?
Wer sein Auto in einer privaten Tiefgarage warmlaufen lässt, sollte aufpassen: Denn unter Umständen können rechtliche Folgen entstehen. So entschied das Landgericht Berlin in einem Fall am 23. August 2022, dass ein Mieter sein Fahrzeug nicht länger als nötig laufen lassen darf. Der Beklagte hatte sein Auto bis zu zwei Minuten im Stand laufen lassen. Ein Nachbar fühlte sich durch die Abgase belästigt und klagte auf Unterlassung.
Das Gericht gab dem Kläger recht: Wer den Motor in einer Tiefgarage länger als 90 Sekunden laufen lasse, handle rechtswidrig. Der ADAC weist zudem darauf hin, dass Abgase in geschlossenen Garagen besonders stark konzentriert bleiben, weil sie dort nur langsam abziehen. Schon kurze Warmlaufzeiten können andere Mieter folglich stärker belasten.
3 Tipps: Wie kann man das Auto im Winter schnell aufheizen?
Das Warmlaufen lassen des Motors ist also schlecht für den Motor, die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Wer trotzdem nicht auf ein warmes Auto verzichten möchte, kann laut den südbayrischen ADAC-Fahrsicherheitszentren folgende Maßnahmen ergreifen: Wichtig ist dabei in erster Linie, die Scheiben freizubekommen. Sind diese vereist oder beschlagen, sollte die Heizung im Auto auf maximaler Temperatur auf die Scheiben gerichtet werden. Richtig warm wird es allerdings erst, wenn der Motor selbst Betriebstemperatur erreicht hat – das kann im Winter einige Zeit dauern. Auch die Heizfunktion der Front- und Heckscheibe kann eingeschaltet werden. Zusätzlich kann die Klimaanlage helfen, die Feuchtigkeit im Innenraum zu reduzieren und nach draußen zu leiten.
Weitere effiziente Möglichkeiten, das Auto im Winter schnell aufzuwärmen und eisfrei zu halten, nennt das Automagazin autozeitung.de:
- Standheizung oder elektrische Vorwärmung
- Spezielle Sprays zur Scheibenenteisung und Frontscheibenabdeckungen
- Sitzheizung oder beheizbare Sitzbezüge
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