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Führerschein-Reform sorgt für „doppelte Verunsicherung“: Warum Fahrschulen jetzt Probleme haben

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Führerschein-Reform sorgt für „doppelte Verunsicherung“: Warum Fahrschulen jetzt Probleme haben

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    Einige Fahrschulen plagen derzeit Existenzängste, was mit der Führerschein-Reform zu tun hat.
    Einige Fahrschulen plagen derzeit Existenzängste, was mit der Führerschein-Reform zu tun hat. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa (Symbolbild)

    Der Führerschein soll günstiger werden, das ist seit den Reformvorschlägen durch das Bundesverkehrsministerium (BMV) klar. Während sich vor allem junge Menschen freuen, die bald ihren Führerschein machen möchten, herrscht bei den Fahrschulen derzeit Verunsicherung. Die BMV-Pläne würden sogar für eine „doppelte Verunsicherung“ sorgen, wie Fahrlehrer Reiner Endres der Süddeutschen Zeitung (SZ) beschrieb. Warum das so ist und für welche Problemstellungen die geplante Führerschein-Reform derzeit sorgt.

    Führerschein-Reform: Warum herrscht bei Fahrschulen Verunsicherung?

    Weniger Fahrstunden, kürzere praktische Prüfungen, kein verpflichtender Theorieunterricht mehr, weniger Prüfungsfragen und die Möglichkeit, einen Teil der Fahrausbildung mit einer nahestehenden Person zu absolvieren. Die meisten Reformvorschläge des BMV zielen darauf ab, die hohen Kosten des Führerscheins zu senken, die das BMV bei durchschnittlich rund 3400 Euro verortet. Noch ist aber nicht klar, ob die Neuerungen in dieser Form beschlossen werden, oder ob es noch Anpassungen gibt. Auch ein Scheitern der Reform kann nicht komplett ausgeschlossen werden.

    Bislang wurden nur Eckpunkte vorgelegt, manche davon sorgten auch für Kritik, beispielsweise vom TÜV-Verband. „Es ist der falsche Weg, die Anforderungen an den Führerscheinerwerb zu senken“, sagte TÜV-Fachbereichsleiter Richard Goebelt im Rahmen einer Pressemitteilung. Auch die Fahrlehrerverbände stellen sich gegen die Neuerungen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und sein Team werden also noch Überzeugungsarbeit leisten müssen.

    Die Hängepartie stellt eine Situation dar, die laut Endres eine doppelte Verunsicherung schafft, da sie Fahrschulen und potenzielle Fahrschülerinnen und Fahrschüler gleichermaßen betrifft. Ein „Hin und Her“, nannte es der Fahrlehrer, der in und um das bayerische Forchheim sieben Fahrschulen führt, im SZ-Interview.

    „Schnieder-Effekt“: Warum warten Fahrschüler derzeit ab?

    Auch wenn es nicht klar ist, ob die Führerschein-Reform wie derzeit geplant beschlossen wird, warten viele Personen erst einmal ab, die eigentlich einen Führerschein machen möchten. Der MDR beschreibt das als den „Schnieder-Effekt“, da potenzielle Fahrschüler auf die Reform von Schnieder und des BMV warten.

    „Explosionsartig zurück ging es im November und Dezember“, berichtete Jürgen Kopp, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, BR24die Fahrschulen verzeichneten durchschnittlich Rückgänge bei den Anmeldungen von rund 60 Prozent. Ende 2025 hatte sich eine Reform bereits abgezeichnet. Seitdem die Pläne konkreter werden, hat sich die schwierige Situation für die meisten Fahrschulen nicht verbessert. Endres kann das verstehen, er „würde auch erst mal warten“, verriet er der SZ.

    Kopp beschreibt den „Schnieder-Effekt“ als „schwierige Situation für die Branche“. Bei Fahrschulen stünden bereits Entlassungen und Kurzarbeit zur Debatte. Es gebe sogar Existenzängste. Er plädiert dafür, dass Fahrschulen eine wichtige Aufgabe hätten und Fahrschülerinnen und Fahrschüler nicht zögern sollten.

    Wird der Führerschein gar nicht so schnell günstiger?

    Auch Schnieder stellte laut der Tagesschau klar, dass sich ein Abwarten nicht lohne. Er glaubt, dass die geplante Reform nicht vor Anfang 2027 in Kraft treten kann. Und selbst dann würde der Führerschein nicht unmittelbar günstiger werden. Stattdessen werde der Markt die Preise regeln müssen. Auch Kopp weist darauf hin, dass der Führerschein im Jahr 2027 „nicht unbedingt billiger werden“ wird. Er warnt davor, dass das Abwarten einen Effekt bringe, wie es ihn auch im Zuge des Corona-Lockdowns gegeben habe: einen Stau bei Fahrschülerinnen und Fahrschülern und Prüflingen.

    Schnieder sieht für Fahrschülerinnen und Fahrschüler nun sogar einen günstigen Zeitpunkt, um den Führerschein zu machen. Immerhin könnten lange Wartezeiten vermieden werden.

    Auch interessant: Jedes Jahr müssen bestimmte Jahrgänge ihren Führerschein umtauschen. Wer die Frist verpasst, muss mit einer Strafe rechnen.

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