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Spritpreise: Tankrabatt kommt bei Autofahrern an – Experten wollen ihn dennoch nicht verlängern

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Spritpreise: Tankrabatt kommt bei Autofahrern an – Experten wollen ihn dennoch nicht verlängern

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    An den Tankstellen kommt der Tankrabatt bei den Kundinnen und Kunden zunehmend an, lautet das Fazit eines Expertengremiums. Grundlegende strukturelle Probleme am Mineralölmarkt bestünden jedoch fort.
    An den Tankstellen kommt der Tankrabatt bei den Kundinnen und Kunden zunehmend an, lautet das Fazit eines Expertengremiums. Grundlegende strukturelle Probleme am Mineralölmarkt bestünden jedoch fort. Foto: william87, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Aufgrund des Iran-Kriegs und vor allem der Blockade der Straße von Hormus haben die Öl- und Spritpreise ein historisch hohes Niveau erreicht. Um Autofahrerinnen und Autofahrer zu entlasten, hat die Bundesregierung eine Maßnahme beschlossen: Seit dem 1. Mai 2026 gilt in Deutschland der sogenannte Tankrabatt – eine befristete Energiesteuersenkung, durch die Kraftstoffe um etwa 17 Cent pro Liter günstiger werden sollen, informiert das Bundesfinanzministerium (BMF). Diese Entlastung ist zunächst auf zwei Monate, also bis zum 30. Juni 2026, begrenzt. Nach einer Berechnung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) ergibt sich bei einer durchschnittlichen Tankfüllung daraus eine Ersparnis von etwa acht bis neun Euro für Autofahrerinnen und Autofahrer.

    Die Monopolkommission – ein unabhängiges Expertengremium, das die deutsche Bundesregierung berät – hat die Auswirkungen des Tankrabatts in der ersten Woche nach seiner Einführung analysiert: Wird der Tankrabatt vollständig an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben? Und wie stehen die Spritpreise in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern aktuell da?

    Spritpreise: Kommt der Tankrabatt vollständig bei Autofahrern an?

    Wie die Monopolkommission in ihrer Auswertung zum „Monitoring Tankrabatt 2026“ schreibt, sei die Steuersenkung in den ersten Tagen nach dem 1. Mai 2026 zunächst nur unvollständig angekommen. Nach dieser anfänglichen Verzögerung deuten die Daten nun darauf hin, dass der Tankrabatt inzwischen weitgehend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wird. Der erhebliche mediale und politische Druck dürfte zu der Entwicklung beigetragen haben, vermutet das Gremium.

    Der ADAC beurteilt den Preisrückgang an den Tankstellen zurückhaltender als die Monopolkommission. Ein Vergleich der aktuellen Spritpreise vom 12. Mai 2026 mit denen vom 30. April 2026 könne zwar den Eindruck erwecken, dass der Tankrabatt an der Zapfsäule angekommen sei, erklärte der Automobilklub laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zugleich müsse jedoch berücksichtigt werden, dass auch der Ölpreis zuletzt deutlich gefallen sei. Sinkende Kraftstoffpreise seien daher eine naheliegende Folge, informiert der ADAC.

    Wie haben sich die Spritpreise im Vergleich zu Großbritannien und Frankreich entwickelt?

    Das Expertengremium hat für die Analyse verglichen, inwiefern sich die Spritpreise in Deutschland, Frankreich und Großbritannien nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 im Vergleich entwickelt haben. Demnach zeigen die Daten, dass die Kraftstoffpreise in Deutschland stärker gestiegen sind als in den anderen beiden Ländern.

    Die Kommission weist dabei auf einen kritischen Punkt hin: Die Daten sprächen dafür, „dass die Kraftstoffpreise in Deutschland im Vergleich zu Frankreich und Großbritannien bereits vor dem Tankrabatt teilweise systematisch erhöht waren.“ Das Gremium spricht von „fortbestehenden Wettbewerbsproblemen“ in Deutschland, die insbesondere auf der Großhandelsebene, also bei den Konzernen, und weniger auf der Einzelhandelsebene, also bei den Tankstellen, existieren würden. So sei der überproportionale Preisanstieg vor allem auf der Großhandelsebene entstanden.

    Auch der ADAC kritisierte, dass Mineralölunternehmen offenbar einen nicht unerheblichen Teil des Tankrabatts einbehalten, statt ihn an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterzugeben.

    Sollte der Tankrabatt verlängert werden? Gremium sieht 3 Gründe, die dagegen sprechen

    Insgesamt bewertet die Monopolkommission den Tankrabatt kritisch. Mehrere Gründe würden gegen eine Verlängerung der Maßnahme sprechen:

    1. Die hohen Kosten für den Bund: Laut der dpa belaufen sich die Steuerausfälle für den im Mai/Juni 2026 geltenden Tankrabatt auf bis zu 1,6 Milliarden Euro.
    2. Die sozial ungleiche Entlastung durch den Rabatt: Der Tankrabatt wurde bereits vor seiner Einführung etwa vom Verbraucherzentralen-Bundesverband kritisiert, weil er auch Menschen zugutekommt, die die Hilfe gar nicht benötigen, berichtete BR24. Es fehle an wirksamer Unterstützung für einkommensschwache Haushalte, kritisierte auch der Sozialverband VdK laut Deutschlandfunk. Eine Kurzstudie der RWTH-Universität in Aachen zeigte, dass Haushalte mit höherem Einkommen deutlich stärker vom Tankrabatt profitieren als Haushalte mit geringem Einkommen. Grund sei vor allem, dass einkommensstärkere Haushalte im Schnitt mehr Kraftstoff verbrauchen und daher mehr entlastet werden.
    3. Die Steuersenkung behebt nicht strukturelle Wettbewerbsprobleme: Wie oben beschrieben, sieht die Monopolkommission Wettbewerbsprobleme vorwiegend auf der Großhandelsebene. Diese bestanden aber auch schon vor der Einführung des Tankrabatts.

    Die Monopolkommission weist darauf hin, dass die bislang vorliegenden Ergebnisse sich nur auf Daten aus wenigen Tagen stützen und daher als vorläufig zu werten seien. Eine belastbare Einschätzung sei erst auf Basis eines längeren Beobachtungszeitraums möglich. Ein ausführlicher Policy Brief soll im Juni 2026 folgen.

    Übrigens: Wer Tipps zum spritsparenden Fahren beachtet, muss seltener tanken und kann Geld sparen. Dazu gehört zum Beispiel, den Tempomat zu nutzen, kurze Strecken zu vermeiden, das Gesamtgewicht des Autos zu reduzieren und auf den richtigen Luftdruck zu achten.

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