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Test
18.05.2022

Mercedes C 300 d im Test: Kann denn Diesel Sünde sein?

Langstrecken-Champion: der Mercedes C 300 d T-Modell
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Langstrecken-Champion: der Mercedes C 300 d T-Modell
Foto: Mercedes-Benz AG

Wer den Stab über den Selbstzünder brechen will, sollte zuvor einen C 300 d fahren. Unser Test verrät warum

Während die Amerikaner den Diesel gerade neu für sich entdecken, hat er in Deutschland, der Heimat der Nachhaltigkeitsdebatte, keine große Lobby mehr. Jetzt, wo er sauberer und sparsamer ist denn je, schaffen wir ihn de facto ab.

Dabei gibt es auf der Langstrecke eigentlich nichts Besseres, jedenfalls wenn man unsere Testfahrt mit einem Mercedes-Benz C 300 d T-Modell zum Maßstab nehmen will. Diese C-Klasse mit 265 PS und dem legendären Daimler-Komfortniveau ist ein Prachtexemplar von einem Selbstzünder, das sich mit einem Einstiegspreis von 56.316 Euro leider nur finanziell besser gestellten Familien empfehlen sollte, zumal Käufer auf der für Mercedes typischen üppigen Aufpreisliste locker Kreuzchen für zusätzliche 20.000 Euro machen können.

So viel verbraucht der C 300 d in der Praxis

Da noch von Wirtschaftlichkeit zu sprechen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn sparen muss man sich leisten können in diesem Auto. Wer die Anfangsinvestition getätigt hat, wird mit niedrigen Betriebskosten belohnt. Denn sein erstaunlich geringer Verbrauch erhält dem C 300 d selbst bei Dieselpreisen um die zwei Euro seine Wettbewerbsfähigkeit. Real schluckte unser Testwagen 5,6 Liter Kraftstoff. Dies ohne besondere Anstrengung, ohne die Economy-Taste gedrückt zu haben und auch ansonsten ohne groß einen Gedanken auf den Spritkonsum verschwendet zu haben, sorry. Einfach im Verkehr mitgeschwommen, die superbequemen Sitze genossen, das Entspannungsprogramm „Behaglichkeit“ aus dem Energizing-Komfort-Angebot gestartet, die Annehmlichkeiten des autonomen Fahrens ausgekostet, das Mercedes wie kein zweiter Hersteller perfektioniert hat.

Mercedes C 300 d T-Modell: technische Daten

  • Hubraum 1993 ccm
  • Leistung 265 (+20) PS
  • Drehmoment 550 Nm
  • Länge/B./H. 4,87 /1,82/1,45 m
  • Leergewicht/Zul. 1835/565 kg
  • Anhängelast gebr. 1800 kg
  • Kofferraum 490 – 1510 l
  • 0 – 100 km/h 5,8 s
  • Spitze 250 km/h
  • Normverbrauch 5,1 - 5,8 l Diesel
  • CO2-Ausstoß 135 - 152 g/km
  • Energieeffizienzklasse A
  • Preis ab 56.316 Euro

Mit deutlich mehr als 1000 Kilometern Reichweite, die der 66-Liter-Tank selbst bei sportlicherer Fahrweise immer hergibt, macht sich der Besitzer dieses Benz rar an der Tankstelle. Natürlich hinken Vergleiche mit Elektroautos, von denen der Hersteller ja auch so einige im Sortiment hat, selbst mit respektablen Reichweiten. Aber wer einmal in fünf Minuten für tausend und mehr Kilometer Strecke nachgetankt hat, wird nie wieder Zeit an einer Ladesäule opfern wollen.

Die C-Klasse ist komplett elektrifiziert

Was nicht heißt, dass sich dieser Diesel allen Elektrifizierungstendenzen verwehrt. Sämtliche Antriebe der aktuellen C-Klasse-Generation sind hybride, manche mit, manche ohne Stecker. Auch unser C 300 d war mit einem 48-Volt-System ausgerüstet, dessen integrierter Startergenerator den Verbrenner einerseits entlastet und andererseits für 15 kW Elektro-Boost sorgt. So gibt es die Dynamik eines Sportwagens zum Verbrauch eines Kleinwagens. Da sei die Frage erlaubt: Kann denn Diesel Sünde sein?

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