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Tiere auf der Straße
24.10.2023

Gefahr für Wildunfälle steigt nach der Zeitumstellung

Vor allem auf Strecken, die an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern verlaufen, steigt mit der Umstellung auf Winterzeit wieder das Risiko für Wildunfälle.
Foto: Andreas Gebert, dpa/dpa-tmn

Vor, zurück, vor - zurück. Zwei Mal im Jahr wird die Uhr an die Sommer- und oder wie nun an die Winterzeit angepasst. Die ersten Wochen danach sind speziell für Autofahrer und Wildtiere gefährlich.

Nach der Umstellung auf Winterzeit (in der Nacht zum 29. Oktober) steigt das Risiko für Wildunfälle in den Wochen danach an. "Wildtiere kennen keine Winterzeit", äußert sich Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV). "Sie sind immer in der Dämmerung auf Nahrungssuche und queren dabei Straßen."

Durch die Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr von einem Tag auf den anderen wieder in die Dunkelheit oder die Dämmerung - also genau in die Rushhour von Wildtieren. Rehe, Füchse, Feldhasen und Co. sind in der Morgendämmerung auf Futtersuche und kreuzen dabei auch die Verkehrswege der Menschen.

Auch in der Abenddämmerung ist mit Wildwechsel zu rechnen. So sind etwa die Schwerpunktzeiten für Unfälle mit Damwild im Oktober und November: zwischen 07.00 und 09.00 Uhr und zwischen 18.00 und 21.00 Uhr. Rund jeder zweite Unfall passiert laut DJV-Daten mit Rehen.

Augen auf und runter vom Gas

Vor allem auf Strecken, die an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern verlaufen, heißt es nun:

  • vorausschauend fahren
  • den Straßenrand im Blick halten
  • Fuß vom Gas und maximal aufmerksam bleiben

Schon allein Tempo 80 statt 100 verkürze den Bremsweg um etwa 24 Meter. Das kann im Ernstfall entscheiden über Leben und Tod.

Da Tiere ihre gewohnten Routen nicht ändern, ist es besonders auf neu angelegten Straßen durch ländliche Bereiche gefährlich. An besonders unfallträchtigen Abschnitten steht oft das Schild "Achtung Wildwechsel". Zeigen sich Tiere, können Abblenden, Hupen und Bremsen einen Zusammenstoß verhindern.

Im Ernstfall eine Vollbremsung machen, aber nicht ausweichen. Denn das kann im Gegenverkehr oder an einem Baum schlimmstenfalls tödlich enden.

Wichtig: Meist kommt nicht nur ein Tier allein auf die Straße, sondern auch noch Nachzügler.

Was muss ich nach einem Wildunfall machen?

Lässt sich ein Zusammenstoß mit einem Wildtier nicht verhindern, gilt: Warnblinker anschalten und mit angezogener Warnweste das Warndreieck aufstellen. Dann die Polizei anrufen - auch wenn es keine verletzten Menschen gibt. Sie kann den Wildschaden aufnehmen, was für eine etwaig vorhandene Teil- oder Vollkaskoversicherung wichtig ist.

Je nach Police sind Schäden mit Haarwild wie Rehen, Hirschen, Füchsen, Wildschweinen oder Hasen oder mit allen Tieren abgedeckt. Tote Tiere sollten zum Schutz vor Infektionen nur mit Handschuhen angefasst und von der Straße gezogen werden. Zu noch lebenden Tieren aber Abstand halten - zum Eigenschutz. Denn selbst ein Reh kann schwere Verletzungen verursachen, so der DJV.

Tiere nicht verfolgen und niemals mitnehmen

Aus falsch verstandener Sorge sollten Autofahrer auch nie ein verletztes Tier ins Auto laden, etwa um es zum Tierarzt zu bringen. Das hat zwei Gründe: Zum einen verursacht die ungewohnte Nähe zum Menschen großen, schlimmstenfalls tödlichen Stress bei den Tieren. Zum andern wird das Einsammeln von Tieren als Wilderei verfolgt.

Wenn das Tier weggelaufen ist: Nicht versuchen, es selbst zu verfolgen, aber aus Tierschutzgründen unbedingt melden, so der DJV. Wer sich dessen Fluchtrichtung merkt, kann einem Jäger helfen, das verletzte Tier mit speziell ausgebildetem Hund aufzuspüren.

Einen Wildunfall und tote Tiere entlang von Verkehrswegen kann man auch an das Tierfund-Kataster melden - ein Projekt der Jagdverbände und der Universität Kiel zur einheitlichen Erfassung von Wildunfällen. Das Melden geht auch via App (Android und iPhone).

Laut den Zahlen des DJV Tierfund-Katasters sind bei fast jedem zweiten Wildunfall Rehe verwickelt (48 Prozent). Fuchs, Dachs, Marderhund und Waschbär machen zusammen 14 Prozent der Unfälle aus - bei rund jedem zehnten (11 Prozent) sind Hasen und Kaninchen betroffen.

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