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Corona-Pandemie

29.12.2020

Aiwanger jubelt über "weltweit besten Schnelltest"

Für Schnelltests wurde in Bayern ein neues Verfahren entwickelt.
Bild: Annette Zoepf (Symbolbild)

Ein neuartiges Verfahren eines bayerischen Biotechnologie-Unternehmens macht Hoffnung auf Erleichterungen in Sachen Corona-Schnelltest.

Ein Tisch, ein kleines Gerät, eine Glasbox für den Infektionsschutz und eine medizinisch-technische Fachkraft – recht viel mehr soll schon bald nicht mehr nötig sein, um an beliebigen Orten binnen 40 Minuten ein zuverlässiges und zugleich kostengünstiges Corona-Testergebnis für acht Personen gleichzeitig zu bekommen. Das Produkt, das dies möglich machen soll, kommt aus dem Biotechnologie-Zentrum in Martinsried bei München. Es heißt „GNA Octea“ und hat, sehr zur Freude des bayerischen Wirtschaftsministers Aiwanger ( Freie Wähler), kurz vor Weihnachten die Sonderzulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erhalten.

Neuer Corona-Schnelltest als Gemeinschaftsleistung von Politik und Wirtschaft

Die vier Herren, die die neueste Errungenschaft bayerischer Biotechnologie im großen Saal des Wirtschaftsministeriums in München präsentieren, sparen an diesem Dienstag nicht mit Jubel über die Gemeinschaftsleistung von Politik und Wirtschaft im Freistaat. Aiwanger zeigt sich überzeugt, dass mit „GNA Octea“ der aktuell „weltweit beste Corona-Schnelltest“ aus Bayern kommt, und sagt: „Ich bin stolz auf die bayerische Biotechnologie-Branche.“

 

Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) spricht von einem „guten Tag für Bayern“. Frederico Bürsgens, Vorstandschef des Unternehmens GNA Biosolutions, das das neue Testverfahren federführend entwickelt hat, lobt die „großartige Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium“. Und Professor Horst Domdey, Sprecher des Cluster Biotechnologie Bayern, schwärmt über die Vorzüge des neuen Verfahrens. Es sei schnell, sicher und günstig. „So eine Kombination finden Sie nirgendwo anders“, sagt Domdey.

Der neue Schnelltest kann die Testung an Corona-Brennpunkten erleichtern

Tatsächlich könnte das in nur neun Monaten entwickelte Verfahren, wenn es sich in den nun folgenden Praxistests im Januar und Februar bewährt, vielerorts Erleichterungen bringen. Der Schnelltest, dessen Entwicklung vom Staat mit acht Millionen Euro gefördert wurde, könne an Brennpunkten wie Krankenhäusern oder Senioren- und Pflegeheimen ebenso genutzt werden wie an Flughäfen, Bahnhöfen oder in großen Betrieben mit viel Personal auf engem Raum.

 

Er könne, so Aiwanger, „uns dabei unterstützen, die Pandemie einzudämmen und Infektionsrisiken gezielt zu minimieren“. Gerade aus Sicht der Wirtschaft sei es ein dringendes Anliegen, dass ausreichend schnelle und zuverlässige Testkapazitäten bereitgestellt werden. Bayern habe sich deshalb das Bezugsrecht für tausend Geräte gesichert.

Schnelltest "GNA Octea" ist zuverlässiger als bisherige Antigen-Verfahren

Der auf dem PCR-Verfahren basierende Schnelltest „GNA Octea“ hat den Angaben zufolge eine deutlich höhere Zuverlässigkeit als die derzeit häufig genutzten Antigen-Schnelltests, weil er das Erbgut des Erregers nachweist. Gleichzeitig erreiche er das hohe Niveau der zuverlässigen, aber deutlich länger dauernden normalen PCR-Tests, bei denen die Proben erst in ein Labor gebracht werden müssten.

 

„GNA Octea“ dagegen brauche vom Rachenabstrich bis zum Testergebnis nur etwa 40 Minuten, wobei 20 Minuten für die Rachenabstriche und Vorbereitungszeit angesetzt sind und weitere 20 Minuten für den eigentlichen Test im Gerät. Jedes der tragbaren Testgeräte könne acht Proben gleichzeitig auswerten. Dadurch sei eine große Anzahl von Schnelltests innerhalb kürzester Zeit möglich. Zudem sei das Verfahren mit „unter 20 Euro“ pro Test vergleichsweise kostengünstig.

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