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Unterfranken

15.11.2019

Alkoholgehalt unterschätzt: Most wird Priester zum Verhängnis

In Most ist in der Regel mehr Alkohol enthalten als in Bier.
Foto: Larissa Loges, dpa

Ein ausländischer Priester versucht sich das erste Mal an fränkischem Most - und hat sogleich Ärger sowie ein Gerichtsverfahren an der Backe.

Nicht der Messwein war’s, sondern fränkischer Most: Der Besuch bei einer Familie nach dem Gottesdienst in einem Dorf im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart wurde einem ausländischen Priester zum Verhängnis. „Wir haben geplaudert und Most getrunken“, erzählte der 45-Jährige nun in Gemünden vor Gericht. Denn seine Wirkung hatte der Most, der mehr Alkohol enthält als Bier, nicht verfehlt: Betrunken baute der Geistliche einen Autounfall und fuhr danach weiter.

Pfarrer verursacht Unfall mit 1,32 Promille Alkohol

Der Priester entschuldigte sich vor Gericht. „Das war wirklich das erste Mal, dass ich Most getrunken habe.“ Er habe auf dem Weg zum Auto nichts Besonderes gespürt. Eigentlich hätte er die rund zwei Kilometer nach Hause auch laufen können, aber es habe an dem Abend im Mai geregnet, weswegen er das Auto nahm. Beim Abbiegen passierte es schließlich: Er fuhr zwei Verkehrsschilder und vier Stühle um. Er dachte, es habe sich vielleicht um die Bordsteinkante gehandelt, sagte der Priester aus. Es entstand ein Schaden von 7000 Euro. Kurz nach dem Unfall wurden bei ihm 1,32 Promille Alkohol festgestellt.

Warum er nach dem Unfall weiterfuhr, anstatt gleich die Polizei zu rufen, erklärte er so: „Ich muss zuerst mit dem Pfarrer reden, egal was passiert.“ Zudem gehöre das Auto dem Bistum. Er sei zwar jetzt seit zwei Jahren in Deutschland und habe auch hier den Führerschein gemacht, aber er habe in der Fahrschule ehrlicherweise nicht alles verstanden. Nun hätte er genug Zeit, das nachzuholen. Ihm wurde der Führerschein für 14 Monate entzogen, zudem musste er 600 Euro Strafe bezahlen.

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