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Verkehr

19.09.2018

Am Freitag wird die B300 eröffnet

Schneller von Aichach geht es nun zur Autobahn und weiter nach Augsburg oder München: Am Freitag wird die nun vierspurige B300 feierlich eröffnet.
Bild: Erich Echter (Archiv)

Vier Jahre dauerte der Ausbau des Abschnitts zwischen Aichach und Dasing. Zum Festakt hat sich die Politprominenz angesagt. Warum danach noch einmal gesperrt wird

Fast genau vier Jahre wurde gebaut. Am morgigen Freitag wird die zwischen Aichach und Dasing auf vier Spuren verbreiterte und gleichzeitig begradigte B300 eröffnet. Um 15 Uhr beginnt für das vorerst letzte Straßen-Großprojekt in der Region der Festakt, zu dem sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner angekündigt haben.

Fast 28 Millionen Euro hat der fünf Kilometer lange Abschnitt gekostet, drei Millionen davon machte der Grunderwerb aus. Ursprünglich sollte das Projekt bei 20 Millionen ohne Grund liegen. Doch während der Bauzeit stieg der Betrag um ein Viertel auf 25 Millionen – allein aufgrund der Preissteigerungen im Straßenbau, wie Abteilungsleiter Christoph Eichstaedt vom Staatlichen Bauamt Augsburg betont.

Autofahrer, die regelmäßig auf der B300 unterwegs sind, hatten den Ausbau herbeigesehnt. Doch sie brauchten ebenso Geduld wie die Politiker, die sich dafür einsetzten – allen voran der damalige CSU-Bundestagsabgeordnete Eduard Oswald. Ab 2009 bestand Baurecht. Doch aus finanziellen Gründen vergingen bis zum Spatenstich im Oktober 2014 weitere fünf Jahre.

Am Freitag wird die B300 eröffnet

Damals galt die B300 zwischen Aichach und Dasing als unfallträchtigste Strecke im ganzen Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord. Die Verkehrsdichte war vergleichbar mit Autobahnen. Die aktuellste Zahl hierzu stammt aus dem Jahr 2015: Damals waren fast 26000 Fahrzeuge pro Tag auf der Bundesstraße unterwegs.

Vor allem der Gallenbacher Berg nahe Aichach war berüchtigt. Hier führte ein überbreiter Streifen in jede Richtung, die Autos waren jedoch jeweils zweispurig unterwegs. Beim Überholen wurde es eng und oft gefährlich. Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt: Zwischen 1998 und 2008 krachte es zwischen Aichach und Dasing 100 Mal. Bei sieben Unfällen davon ließen Menschen ihr Leben, 59 Mal gab es Verletzte.

Beim Staatlichen Bauamt sieht man die neu ausgebaute B300 als „enormes Plus an Verkehrssicherheit“, wie Eichstaedt deutlich macht: „Konflikte mit dem Gegenverkehr sind jetzt sehr unwahrscheinlich. Man kann einen Lkw überholen, ohne gleich in eine gefährliche Situation zu kommen.“

Die Autofahrer kämen so schneller vorwärts. Überholen ist einfacher, außerdem geht es jetzt auf zwei Spuren mit 120 Stundenkilometern statt stellenweise auf nur einer Spur mit 80voran. Um das zu ermöglichen, wurde die Straße tief in die Landschaft gegraben. Wo sich früher der Verkehr in einer S-Kurve auf den Gallenbacher Berg schlängelte, geht es jetzt auf einer tiefer gelegten und flacheren Trasse gerade darüber. Dafür waren gewaltige Erdbewegungen nötig: Insgesamt wurden 610000 Kubikmeter Erdreich ausgehoben. 14 Hektar Land wurden für die neue Straße versiegelt. Der Flächenverbrauch rief bei Naturschützern Kritik hervor.

Doch auch die Baubehörde führt Umweltaspekte ins Feld. So sei die B300 nun leistungsfähig und attraktiv für Autofahrer, die von Ingolstadt nach Augsburg oder umgekehrt wollen und vorher den weiten Umweg über A9 und A8 fahren mussten. Mit nennenswerten Verlagerungen rechnet Eichstaedt dennoch nicht. Dafür sei die Verbindung dann doch „zu unbedeutend“. Er hofft vielmehr, dass der ein oder andere Schleichverkehr, der bislang durch Orte wie Obergriesbach oder die Aichacher Stadtteile Gallenbach und Unterschneitbach lief, jetzt auf die B300 zurückkehrt – also dorthin, wo er hingehöre.

Am Bauamt ist die Erleichterung groß, den Ausbau abschließen zu können. Eichstaedt spricht von „Freude darüber, dass alles so aussieht und funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat“. Die letzten Arbeiten folgen aber erst nächste Woche: Für ein oder zwei Tage wird noch einmal je ein Streifen in jede Richtung gesperrt. Dann werden nahe der Abfahrt Gallenbach und auf Höhe Western-City bei Dasing die provisorischen Überfahrten auf den Mittelstreifen geschlossen.

Die großen Straßenbauvorhaben in der Region der letzten Jahre sind nach A8- und B300-Ausbau damit abgeschlossen. Die nächsten Projekte sind der B300-Neubau bei Diedorf und die große Osttangente von der A8 bis Mering. Hierfür gibt es aber noch kein Baurecht – und damit keine Termine.

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