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Antifeminismus
14.03.2021

CSU und Freie Wähler wollen dubiosen Verein finanziell unterstützen

Markus Söders CSU und Hubert Aiwangers Freie Wähler wollen einen umstrittenen antifeministischen Verein mit staatlichen Geldern fördern.
Foto: Peter Kneffel (Archiv)

CSU und Freie Wähler wollen einem Verein 20.000 Euro zukommen lassen, um die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern. Doch der Verein ist umstritten.

CSU und Freie Wähler wollen einem umstrittenen antifeministischen Verein im kommenden Landeshaushalt einen fünfstelligen Betrag zusprechen. Konkret geht es um den sogenannten Verein "Forum Soziale Inklusion" und eine Zuwendung von 20.000 Euro, wie aus einem Antrag der beiden Regierungsfraktionen zum Etatplan 2021 hervorgeht. Die beiden Fraktionen begründen die Förderung mit dem Ziel, die Gleichheit von Frauen und Männern in der Berufswelt verbessern zu wollen.

Tatsächlich steht der Verein aber im Verdacht, genau das Gegenteil bewirken zu wollen. So kommt auch das Bundesfamilienministerium zu dem Schluss, dass "die inhaltliche und politische Ausrichtung des Vereins kritisch" zu sehen sei.

Antifeminismus bei von CSU und Freien Wählern favorisiertem Verein

Insbesondere sei eine "antifeministische Haltung nicht mit einer partnerschaftlichen Gleichstellungspolitik zu vereinbaren". Zu diesem Ergebnis kommen auch andere Experten. 

Auf seiner Homepage spricht sich der Verein auf den ersten Blick in der Tat für die Gleichbehandlung von Männern und Frauen aus - wenn man sich die Forderungen aber im Detail anschaut, so sind Zweifel daran durchaus angemessen.

So fokussieren sich die Forderungen auf mehr Rechte für Männer bei der Feststellung vermeintlicher Scheinvaterschaften, also den Nachweis, wer der leibliche Vater eines Kindes ist, sowie auf steuerrechtliche Nachteile für Männer nach einer Trennung von Frauen und Kindern. 

Grüne Lettenbauer kritisiert staatliche Gelder für antifeministische Gruppierung

Für die Grünen-Landeschefin und Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer wäre die Förderung der "Männerrechtsbewegung" ein großer Fehler.

Sie forderte daher die Regierungsfraktionen auf, den Antrag bis zur Endberatung des Haushaltes zurückzuziehen. "Die Söder-Regierung will mit einem Haushaltsantrag einer antifeministischen Gruppierung mit Deckname staatliche Gelder verschaffen. Das ist mehr als fragwürdig und konterkariert den Kampf für Gleichberechtigung." (dpa)

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14.03.2021

"So fokussieren sich die Forderungen auf mehr Rechte für Männer bei der Feststellung vermeintlicher Scheinvaterschaften, also den Nachweis, wer der leibliche Vater eines Kindes ist, sowie auf steuerrechtliche Nachteile für Männer nach einer Trennung von Frauen und Kindern."
Also, wenn ich den Artikel jetzt richtig verstanden habe, ist der im Zitat erwähnte Sachverhalt einer der Gründe, Zweifel an den lauteren Absichten dieses Vereins zu haben. (Andere Gründe werden ja nicht genannt). Da muss ich mich dann aber schon fragen, wie die AZ dazu kommt, sich so schlecht recherchiert vor den Karren links-grüner Interessen spannen zu lassen.
Zu den Begrifflichkeiten: "antifeministisch" wird im Allgemeinen gleichgesetzt mit "gegen den Kampf um Gleichberechtigung der Frauen agierend". Aber hier geht es doch um mehr Rechte für die Männer, also um den Kampf deren Gleichberechtigung. Mir scheint, der Begriff "feministisch" enthält in der Denkweise der indoktrinierten Menschen auch gleichzeitig das Konzept 'gegen Männer gerichtet'. So herum wird eher ein Schuh daraus.

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