Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
EU-Kommission ruft zu Laptop-Spenden für die Ukraine auf
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Bayerische Grenzpolizei: Wie der Chef der Grenzpolizei Opfer eines Verbrechens wurde

Bayerische Grenzpolizei
01.07.2018

Wie der Chef der Grenzpolizei Opfer eines Verbrechens wurde

Alois Mannichl wird Chef der neuen bayerischen Grenzpolizei. 2008 wurde er von einem Unbekannten vor seinem Haus niedergestochen.
Foto: Armin Weigel, dpa (Archivfoto)

Alois Mannichl leitet Bayerns neue Grenzschutztruppe. Vor knapp zehn Jahren wurde er von einem Unbekannten niedergestochen. Der Fall wirft bis heute Fragen auf.

Wenn an diesem Wochenende die bayerische Grenzpolizei ihren Dienst aufnimmt, dann gibt es nicht nur Rätsel darum, welche Aufgaben sie eigentlich genau hat. Das größte Rätsel umgibt den Chef der neuen Truppe. Denn Alois Mannichl, 62, wurde vor knapp zehn Jahren Opfer eines mysteriösen Messer-Attentats. Der spektakuläre Fall ist nicht geklärt und wirft bis heute Fragen auf.

Ab 1. Juli, also ab Sonntag, ist die Grenzpolizei offiziell im Einsatz. Zunächst soll sie mit 500 Beamten und 160 Fahrzeugen ausgestattet sein, bis 2023 soll auf 1000 Beamte aufgestockt werden. Das Ziel, das das CSU-geführte Innenministerium ausgibt, ist „mehr Sicherheit durch engmaschigere Kontrollen im grenznahen Raum“. Doch die eigentliche Sicherung der Grenze bleibt eine bundeshoheitliche Aufgabe und damit Sache der Bundespolizei.

Neuer Chef der bayerischen Grenzpolizei wurde vor zehn Jahren Opfer eines Attentats

Es besteht der Verdacht, dass die CSU diese Grenztruppe vor allem aufstellt, um Härte in der Asylpolitik zu zeigen. Am Montagabend wird die Gründung der Grenzpolizei-Direktion in Passau mit einem Festakt gefeiert. Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) werden Alois Mannichl den Schlüssel für das Direktionsgebäude übergeben. Das Rätsel um den Chef der Grenzpolizei wird bei den Festreden wahrscheinlich nicht vorkommen.

Samstag, 13. Dezember 2008, gegen 17.30 Uhr: Der damalige Polizeichef von Passau wird vor seinem Reihenhaus in Fürstenzell niedergestochen. Mit einem Küchenmesser aus dem eigenen Haushalt. Mannichl selbst liefert die erste Spur: Der Täter sei ein etwa 1,90 Meter großer Unbekannter mit Glatze gewesen. Bevor er zustach, habe er noch gesagt: „Du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum.“

Das Entsetzen war groß, während Mannichl notoperiert wurde. Eine Attacke auf einen ranghohen bayerischen Polizisten – Politiker sprachen von einer Eskalation der Gewalt und einer neuen Dimension rechter Verbrechen in Bayern. Ein Verbot der NPD wurde gefordert. Doch die Ermittler waren zuversichtlich, der Fall schien klar: Ein Racheakt von Neonazis, gegen die Mannichl immer hart vorgegangen war. Dazu eine Zeugenaussage, dass der Täter mit einer grünen Schlange hinter dem Ohr tätowiert gewesen sei. Bis zu 70 Beamte arbeiteten in einer Sonderkommission an dem Fall.

Lesen Sie dazu auch

Bis heute ist der Messerstecher nicht gefasst

Motiv scheinbar klar, Täterbeschreibung gut – die Aufklärung schien eine Frage von Tagen. Aber sie blieb aus. Bis heute. Der Fall Mannichl ist ein tiefer Stachel im Fleisch der erfolgsverwöhnten bayerischen Polizei. Die allermeisten Gewaltdelikte dieser Art klären die Beamten auf. Ausgerechnet der Angriff auf einen der ihren blieb ungelöst. Und nicht nur das.

Denn mit der Zeit kamen immer mehr Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten ans Licht. Die Ermittler mussten sich bohrende Fragen gefallen lassen. Warum wurde nicht sofort DNA-Material unter Mannichls Fingernägeln gesichert, obwohl er nach eigenen Worten mit dem Täter gerangelt hat? Warum ermittelten drei Wochen lang Kripobeamte von Mannichls eigener Dienststelle? Warum wurde zunächst nur in Bayern gefahndet, obwohl der Tatort nur 15 Autominuten von der österreichischen Grenze entfernt liegt und Mannichl gesagt hatte, der Messerstecher habe „mit österreichischer Einfärbung“ gesprochen? Wenn es ein geplanter Racheakt eines Neonazis war, warum benutzte er kein eigenes Messer, sondern eines aus Mannichls Haushalt, das zufällig auf dem Fensterbrett lag?

Alois Mannichl kehrt zurück zur Grenzpolizei

Die unbeantworteten Fragen mündeten in einen schlimmen Verdacht: Könnte die Tat ein Familiendrama gewesen sein? Die Ermittler mühten sich, jedem noch so vagen Gerücht über eine mögliche enttäuschte Geliebte des Polizeichefs nachzugehen. Und sie mühten sich, diesen Verdacht zu zerstreuen. Doch es gelang ihnen ebenso wenig wie die Aufklärung des Falles.

2011 schloss das Landeskriminalamt vorläufig die Ermittlungsakten. Ein halbes Jahr nach dem Messerangriff wurde Alois Mannichl von Passau ins rund 90 Kilometer entfernte Straubing versetzt, als Leiter der Verbrechensbekämpfung. Mit dem neuen Posten schließt sich nun ein Kreis: Mannichl – verheiratet, zwei erwachsene Kinder – hatte Ende der 70er Jahre seine Laufbahn bei der bayerischen Grenzpolizei begonnen.

Um die bayerische Polizei geht es auch in unserem Podcast:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.