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25.02.2015

Bayerische Metaller bekommen 3,4 Prozent mehr Geld

3,4 Prozent mehr Geld und persönliche berufliche Weiterbildung - Arbeitgeber und IG Metall haben sich auch für Bayern auf einen Tarifkompromiss geeinigt.
Bild: Symbolfoto: Matthias Becker

3,4 Prozent mehr Geld und persönliche berufliche Weiterbildung - Arbeitgeber und IG Metall haben sich auch für Bayern auf einen Tarifkompromiss geeinigt.

Die Tarifeinigung für die bayerischen Metaller steht: In der vierten Verhandlungsrunde einigten sich Arbeitgeber und IG Metall am Dienstagabend im Kern auf die Übernahme des Pilotabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie aus Baden-Württemberg. Die rund 790 000 Beschäftigten der Branche im Freistaat erhalten vom 1. April an 3,4 Prozent mehr Geld sowie eine Einmalzahlung von 150 Euro für die Monate Januar bis März 2015, wie Gewerkschaft und Arbeitgeber nach den gut zweieinhalbstündigen Gesprächen in München mitteilten. 

Außerdem haben die Beschäftigten unter anderem Anspruch darauf, wegen persönlicher beruflicher Weiterbildung aus dem Betrieb auszuscheiden und anschließend wiedereingestellt zu werden auf einer gleichwertigen Position. Beim Thema Altersteilzeit einigten sich die Tarifparteien wie in Baden-Württemberg darauf, dass vier Prozent der Belegschaft darauf Anspruch haben sollen, wobei besonders belastete Beschäftigte - etwa Schichtarbeiter - dabei Vorrang haben. Die Gremien müssen der Einigung nun noch zustimmen, was aber als Formsache gilt. 

Beide Parteien hatten sich mit den Ergebnissen zufrieden gezeigt. "Ich glaube, wir haben wieder gute Lösungen gemeinsam gefunden, die wir beide gut vertreten können, die im Sinne der Arbeitnehmer sind, die aber auch die Arbeitgeberinteressen berücksichtigen", sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke.

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Beim Thema Weiterbildung sei sie sich mit Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler von vornherein einig gewesen, nach einem bayerischen Weg zu suchen. "Und wenn wir beide nach einem bayerischen Weg suchen, dann finden wir den auch", sagte Renkhoff-Mücke. Mit Blick auf die Entgelt-Regelung sagte sie: "Für die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist die Entgelterhöhung ein schmerzlicher Kompromiss." 

Wechsler dagegen sprach von einer "guten Reallohnsteigerung" für die Arbeitnehmer. Beim Thema Altersteilzeit habe man mit den vereinbarten Änderungen "den Nerv der Arbeitnehmer in den Betrieben" getroffen. Die Beschäftigten könnten mit der Tarifeinigung zufrieden sein. Bei der Bildungsteilzeit habe man Möglichkeiten für die Beschäftigten durchgesetzt, "sich ohne substanzielle Risiken beruflich weiterzubilden", ergänzte Wechsler.

Am frühen Dienstagmorgen hatten sich die Tarifparteien in Böblingen bei Stuttgart auf den Pilotabschluss verständigt. Der Entgelt-Tarifvertrag tritt rückwirkend zum 1. Januar 2015 in Kraft und endet am 31. März 2016. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hält den Abschluss für vorbildlich und hofft auf eine Übernahme der Weiterbildungs-Regelungen in die Tarifverträge anderer Branchen. "Ich sehe das als Durchbruch und würde mich freuen, wenn es Schule macht", sagte die SPD-Politikerin der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch). 

In Nordrhein-Westfalen hatten sich die Tarifparteien ebenfalls am Dienstagabend auf die Übernahme des Pilotabschlusses geeinigt. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 5,5 Prozent mehr Geld verlangt, die Arbeitgeber boten zunächst 2,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt. In den vergangenen Wochen hatte die IG Metall ihre Forderungen mit massiven Warnstreiks untermauert. Erst am Montag hatten in Bayern Zehntausende Beschäftigte zeitweise die Arbeit niedergelegt. dpa

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