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München

18.11.2019

Besuch auf der Baustelle: Wie hier aus Trümmern Luxus entstehen soll

Tonnenweise Trümmer und Schrott liegen derzeit in der Baugrube herum.
2 Bilder
Tonnenweise Trümmer und Schrott liegen derzeit in der Baugrube herum.
Foto: Maria Heinrich

2023 soll das neue Superklasse-Hotel Rosewood in der Münchner Innenstadt eröffnen. So sieht es derzeit auf der Baustelle aus.

Fünf Gehminuten vom Marienplatz entfernt tut sich mitten in der Münchner Innenstadt ein riesiges Bauloch in der Erde auf. Trümmer und Schrott türmen sich darin, Bagger schaufeln Erde auf meterhohe Haufen, überall ragen Kabel, Leitungen und Rohre aus der Erde und den eingerissenen Wänden. Kaum vorstellbar, dass genau dort, wo es heute nur nach Chaos und Verwüstung aussieht, in ein paar Jahren Münchens neuestes Luxus-Hotel eröffnen soll. Das Rosewood mit der Kategorie „5-Sterne ultra luxury“.

Der "Bayerische Hof" klagte gegen das Rosewood

So eine Großbaustelle mitten in der Innenstadt ist nicht nur für den Eigentümer, die Bayerische Hausbau, eine logistische Herausforderung. Auch für die Anwohner wird das Projekt zu einer Geduldsprobe – wenn die Maschinen Krach machen, die alten Gebäude abgerissen werden und den ganzen Tag die Baustellenfahrzeuge Materialien anliefern und Schrott abtransportieren müssen.

Ein Überblick über die Großbaustelle in der Münchner Innenstadt.
Foto: Maria Heinrich

Einer von ihnen wird sich vermutlich besonders gestört fühlen: die Betreiber des Luxus-Hotels „Bayerischer Hof“. Denn zum einen grenzt die Baugrube direkt an die Rückseite des 5-Sterne-Hotels. Zum anderen zieht mit dem Rosewood ein großer Hotel-Konkurrent der Superklasse in direkte Nachbarschaft. Innegrit Volkhardt, Chefin des Bayerischen Hofs, hatte vor Baubeginn des Rosewood sogar gegen das Vorhaben geklagt. Sie hatte befürchtet, dass ein neues Hotel das Verkehrschaos in der Stadt verstärken und die Nachbarschaft beeinträchtigen könnte. Doch das Verwaltungsgericht wies die Klage Anfang 2018 ab.

Rosewood in München: Einige Bauabschnitte sind denkmalgeschützt

Seither laufen die Arbeiten auf dem Gelände zwischen Kardinal-Faulhaber-Straße und Prannerstraße auf Hochtouren. Das Besondere: Bestimmte Bereiche sind denkmalgeschützt und werden erhalten, andere dafür komplett abgerissen. Projektleiter Rochus Schwabenbauer von der Bayerischen Hausbau erklärt: „So werden zum Beispiel der Preysing-Saal, das Treppenhaus und das Vestibül an der Kardinal-Faulhaber-Straße eingehaust, um sie während der Bauzeit zu schützen.“ Auch die elf historischen Figuren auf dem Dach wurden abgenommen und eingelagert, um sie vor den Erschütterungen zu schützen. Und einige Abschnitte der historischen Fassade sind durch Stahlkonstruktionen gesichert. „Nachdem wir die Gebäude dahinter abreißen, stehen sie alleine da und könnten bei Stürmen ohne zusätzliche Stützen umkippen.“

2023 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Für die Rosewood-Gruppe wird es das erste Hotel in Deutschland sein. „Wie wir aus anderen Ländern wissen“, sagt Christian Balletshofer, Geschäftsführer Immobilien der Bayerischen Hausbau, „geht Rosewood gut mit besonderen historischen Gebäuden um. Sie bemühen sich, die Besonderheit des Ortes zu verstehen und gleichzeitig auch die Öffentlichkeit miteinzubeziehen.“

Das ist der Grundriss für das neue Rosewood-Hotel.
Foto: Bayerische Hausbau

Restaurant, Bar und Spa des Rosewood sind für die Öffentlichkeit geöffnet

So auch in München. Zwar machen einen Großteil des Hotels die luxuriösen 85 Zimmer und 47 Suiten zwischen 40 und 250 Quadratmetern aus. Es wird aber auch Bereiche geben, die für alle geöffnet sein werden und durch eigene Eingänge angeschlossen sind. Zum Beispiel das Restaurant für 100 Gäste, die Bar für 150 Gäste, ein Spa-Bereich auf zwei Ebenen mit Pool, Behandlungsräumen und Fitnessbereich, Konferenzräume bis zu 400 Personen sowie ein begehbarer begrünter Innenhof mit Sitzgelegenheiten.

Lesen Sie auch: Münchner Luxusprobleme? Was hinter dem Streit um ein neues 5-Sterne-Hotel steckt

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