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Kempten

15.03.2020

Bewohnerin von AWO-Einrichtung an Corona gestorben: Heim-Mitarbeiter in Quarantäne

Die Bewohnerin eines Altenheims der Awo in Kempten ist am Coronavirus gestorben.
Bild: Ralf Lienert

Plus Eine 86-jährige Bewohnerin eines Altenheims in Kempten ist am Coronavirus gestorben. Die Mitarbeiter müssen in Quarantäne. Schwabens AWO-Vorsitzender erklärt, wie es weitergeht.

In Schwaben gibt es das erste Corona-Opfer: eine 86-Jährige Bewohnerin eines Altenheims in Kempten. Hinzu kommt, dass 15 Angestellte des Hauses nun für 14 Tage in Quarantäne müssen und ausfallen.

Man habe Pflegekräfte aus anderen Heimen abgezogen, damit das Kemptener Heim weitergeführt werden könne, sagte Heinz Münzenrieder, der schwäbische Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die das Haus betreibt. Insgesamt besitzt die AWO 25 Heime in Schwaben. Die Ersatzkräfte kommen etwa aus Heimen in Immenstadt und in Memmingen. Dass Pfleger jetzt auf mehr Häuser verteilt werden müssen, führe automatisch zu einem "Notbetrieb", erklärte Münzenrieder am Sonntag unserer Redaktion. Senioren gehören zur Risikogruppe, die bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus besonders oft sehr heftig verläuft. Deshalb hat die Staatsregierung bis auf weiteres auch ein Besuchsverbot in allen bayerischen Seniorenheimen verhängt. In dem Haus in Kempten leben mehr als 60 weitere Rentner.

AWO-Vorsitzender Münzenrieder: "Ministerium muss schnellstmöglich reagieren"

AWO-Vorsitzender Heinz Münzenrieder sieht jetzt das bayerische Gesundheitsministerium in der Pflicht: "Das Ministerium muss schnellstmöglich reagieren", erklärte er am Sonntag. Er fordert unter anderem, dass Mitarbeiter in Pflegeheimen, sollte in ihrem Arbeitsumfeld ein Coronafall auftreten, so schnell wie möglich getestet werden – auch wenn sie keine Symptome zeigen. Ist der Test negativ, sollten diese Leute sofort wieder arbeiten dürfen. Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charité und mittlerweile wichtigster deutscher Experte im Umgang mit dem Coronavirus, hatte vergangene Woche schon dasselbe gefordert – allerdings für das medizinische Personal in Krankenhäusern.

Bewohnerin von AWO-Einrichtung an Corona gestorben: Heim-Mitarbeiter in Quarantäne

Coronavirus: Medizinisches Personal täglich testen?

Er hält es für sinnvoll, dass jeder, der im medizinischen Bereich arbeitet, täglich einen Test macht – im Zweifelsfall sogar an sich selbst. So stellt man ihm zufolge sicher, dass nur wirklich erkrankte Pflegekräfte zu Hause bleiben müssten und die Versorgung für Patienten sichergestellt bleibe.

Die Frau in Kempten ist das zweite Coronaopfer im Freistaat. Vergangene Woche war ein über 80-Jähriger mit diversen schweren Vorerkrankungen gestorben, der in einer Würzburger Seniorenresidenz lebte.

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